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09.01.2017 | Finanzierung | Im Fokus | Onlineartikel

Geschäft der Autobanken bleibt lukrativ

Autor:
Eva-Susanne Krah
2:30 Min. Lesedauer

2016 war ein starkes Autojahr. Die Pkw-Neuzulassungen stiegen zum dritten Mal in Folge. Autohersteller können sich über das höchste Marktvolumen in diesem Jahrzehnt freuen. Davon profitieren auch Autobanken.

Die Bilanz von Matthias Wissmann, Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), ist Musik in den Ohren der Automobilbranche. Mit den erzielten Pkw-Neuzulassungen erreichten Autohersteller "das höchste Marktvolumen in diesem Jahrzehnt", so Wissmann zum gerade zu Ende gegangenen Jahr. Im Dezember 2016 lag die Pkw-Produktion in den deutschen Werken mit 365.100 Einheiten oder elf Prozent deutlich über dem Vorjahresmonat, wenn auch auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Im Gesamtjahr wurden im Inland gut 5,7 Millionen Einheiten gefertigt, das ist ein Plus von einem Prozent.

Herstellergebundene Autobanken profitieren

Während die Geschäftsbanken aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase weiterhin mit wegbrechenden Erträgen zu kämpfen haben, können die Finanztöchter der Automobilmarken Zuwächse verzeichnen und sind inzwischen wichtige Ertragsbringer für ihre Mutterkonzerne. Das zeigen allein die Zahlen des ersten Halbjahres 2016. In den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres finanzierten die Autobanken mit ihren Finanzdienstleistungen rund 779.000 Neufahrzeuge im Wert von 20,3 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 13 Prozent. Das Geschäft mit Leasing und Finanzierungen stieg dabei laut dem Arbeitskreis der Banken und Leasinggesellschaften der Automobilwirtschaft (AKA), der seit Jahresbeginn 2017 unter einem neuen Marktauftritt als Banken der Automobilwirtschaft (BDA) auftritt, auf einen neuen Rekord-Vertragswert von über 107,1 Milliarden Euro. Neben klassischer Raten-, Ballon- und der Drei-Wege-Finanzierung werden vor allem Leasing-Varianten unter Privatkunden immer beliebter. 

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Das Geschäft der Autobanken im Überblick

In einem gesättigten Pkw-Markt haben sich die Autobanken nachhaltig etabliert. Produktinnovationen rund um das Fahrzeug schaffen neue Kundenbeziehungen und festigen die Kundenloyalität.


Immer bedeutenderen Stellenwert bekommen für Kunden wie Finanzdienstleister neben höherwertigeren, besser ausgestatteten Fahrzeugen dabei 

  • integrierte Mobilitätsangebote rund um den Autokauf, 
  • mobile Online-Dienste,
  • weitere zusätzliche Dienstleistungen rund um das Fahrzeug, etwa Versicherungen und
  • additive Services, etwa Automotive-Finanzdienstleistungen sowie klassische Bankprodukte wie Girokonten.

Darüber hinaus stehen digitale Services und -vernetzung stärker im Mittelpunkt. Autofinanzierer müssen ähnlich wie andere Geldhäuser ihre Geschäftsmodelle in Richtung digitale Transformation justieren. "Heute stehen die Autobanken vor völlig neuen Herausforderungen, es gilt, neue Antriebsformen (Elektromotoren) zu fördern, alternative Verkehrskonzepte (Neue Mobilität) zu unterstützen, auf veränderte Nutzungsgewohnheiten (Pay per Use) zu reagieren und sich auf eine neue Bezahlwelt (Mobile Payment) einzustellen", stellt Anthony Bandmann, Springer-Autor, Sprecher des BDA und Sprecher der Geschäftsführung der Volkswagen Bank, im Beitrag "Vom Ratenkredit zum Mobilitätspaket – Innovationen in der Kundenfinanzierung des Beitrags" (Seite 185) fest. Diese Entwicklung verändere die Art der Kundenkontakte, mache sie vielfältiger und differenzierter und erweitere die Rolle des Finanzdienstleisters, so Bandmann. In Zusammenarbeit mit den angeschlossenen Händlern werden immer mehr Produkte online abschlussfähig angeboten. Zudem werden neue Services auch über Kooperationen mit Start-ups den Markt verändern. Beispiele geben etwa die Beteiligung von VW Financial Services an dem Park-Start-up Sunhill Technologies. Oder ein digitaler, so genannter Automotive Marketplace, den der Payment Service Provider Concardis und das Unternehmen IAV, Entwicklungspartner der Automobilindustrie, entwickelt haben. Das in Fahrzeuge integrierbare System wurde Anfang Januar auf der internationalen Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas vorgestellt. Es gleicht online gespeicherte Einkaufslisten mit Händlern in der näheren Umgebung und entlang der Fahrtstrecke ab und informiert bei passenden Angeboten den Fahrer. Per Spracheingabe kann dieser Einkaufswünsche an das System übermitteln. Die Fahrtroute wird dann automatisch angepasst und der nächste Händler angesteuert. Mithilfe einer integrierten Bezahlfunktion kann der Fahrer seine Rechnung mobil begleichen. Ein hoher Innovationsgrad ist also auch für die Captives und ergänzende Dienstleister entscheidend, um ihre Kunden künftig zu binden.

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