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18.11.2012 | Finanzierung | Im Fokus | Onlineartikel

Ratingagenturen in Haftung nehmen?

Autor:
Sylvia Meier

Auch wenn es einst fast den Anschein hatte - Ratingagenturen sind nicht unantastbar. Auch sie stehen unter Aufsicht und Kontrolle.

Die Ratingagentur Standard & Poor's wurde in Australien aufgrund einer Fehleinschätzung verurteilt. Der Vorwurf: Zu gute Noten für riskante Investments seien Investoren in die Irre geführt worden. Der Prozess sorgte für Aufsehen - und für Entsetzen aufseiten der Ratingagenturen.

Unsicherheit macht sich breit

Nach dem Urteil gibt es nun Fragezeichen in der gesamten Finanz- und Unternehmensbranche. Denn unklar ist: Welche Folgen wird das Urteil haben? Handelt es sich um einen Präzedenzfall? Drohen Ratingagenturen Schadensersatzfälle in Millionenhöhe - auch in Europa? Und welche Folgen wird das Urteil für Unternehmen haben? Wird die Arbeit der Ratingagenturen dann teurer? Werden Einschätzungen künftig konservativer?

Aufsicht und Regulierung von Ratingagenturen

Inwieweit auch Ratingagenturen in Deutschland durch das Urteil tangiert werden könnten bleibt abzuwarten. Doch auch hier gilt: Unantastbar sind sie nicht.

Andreas Buschmeier gibt einen umfassenden Überblick zu den Grundlagen der Kreditgeschäfte auf der einen und Aufsicht und Regulierung von Ratingagenturen auf der anderen Seite. Bis 2006 unterlagen Ratingagenturen keinen aufsichtsrechtlichen oder regulatorischer Vorschriften. Doch dies hat sich durch Verordnungen der EU geändert. Buschmeier geht auf die Ziele der EU-Verordnungen ein. Es gilt nun besonders

  • Interessenskonflikte zu vermeiden oder angemessen zu Handhaben,
  • bestimmte Qualitätsstandards bei Ratings einzuhalten,
  • das Ratingverfahren transparent zu gestalten und
  • ein effizientes Registrierungs- und Aufsichtsrahmen zur Vermeidung von Forum Shopping und Arbitrage zwischen den EU-Rechtsordnungen zu schaffen.

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