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07.02.2019 | Finanzierung | Nachricht | Onlineartikel

Rentenbank fördert weniger Windkraft

Autor:
Angelika Breinich-Schilly

Im Geschäftsjahr 2018 verzeichnete die Landwirtschaftliche Rentenbank einen deutlichen Rückgang der Förderkredite für Windkraftanlagen. Der Grund liegt in einer Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). 

Stark rückläufig war die Nachfrage nach Finanzierungen im Bereich Erneuerbare Energien, teilte die Landwirtschaftliche Rentenbank mit. Nachdem das Neugeschäft im Jahr 2017 auf 2,4 Milliarden Euro kräftig angezogen hatte, lag es 2018 nur noch bei 1,4 Milliarden Euro. Vor allem für Windkraftanlagen wurden deutlich weniger Förderkredite beantragt. Die Förderung alternativer Energietechnologien zur Erzeugung grünen Stroms kostet Deutschland laut dem Bundeswirtschaftsministerium rund 25 Milliarden Euro jährlich. Diese Kosten landen über die EEG-Umlage beim Stromverbraucher. Doch laufen die Förderprogramme für Windenergie in den kommenden Jahren schrittweise aus. Zudem rechnen die Anlagebetreiber aufgrund des anstehenden Netzausbaus mit weiteren Belastungen. Daher erscheint vielen Anbietern fraglich, unter welchen Voraussetzungen ein Weiterbetrieb oder gar eine Neuerrichtung von Anlagen noch lohnt. Allerdings vermeldet die Rentenbank eine Verdopplung bei der Nachfrage nach Finanzierungen für Fotovoltaikanlagen sowie ein deutliches Plus bei den Förderdarlehen für die Flexibilisierung der Stromerzeugung von Biogasanlagen.

Wetterextreme belasten die Landwirtschaft

Den größten Anteil am Fördergeschäft verzeichnete das Institut 2018 im Bereich Landwirtschaft mit 2,1 Milliarden Euro nach 2,2 Milliarden Euro im Vorjahr. Vor allem die Nachfrage nach Finanzierungen landwirtschaftlicher Maschinen sei deutlich angezogen. Dabei hätten Wetterextreme im vergangenen Jahr viele Betriebe "hart getroffen", was zu einer deutlichen Steigerung der Nachfrage nach Liquiditätssicherungsdarlehen von 11,2 Millionen Euro 2017 auf 30,8 Millionen Euro 2018 geführt habe. "Um ihnen bei der Bewältigung von Liquiditätsengpässen zu helfen, haben wir unser Liquiditätssicherungsprogramm im Juni 2018 geöffnet. Oft tritt der Engpass aber erst zeitverzögert ein. Deshalb werden wir das Programm mindestens bis Dezember 2019 für die Antragstellung offenhalten“, erklärt Horst Reinhardt, Vorstandssprecher der Rentenbank.

Für die Zinsbezuschussung ihrer Programmkredite setzte die Rentenbank 2018 63,2 Millionen Euro aus eigenen Erträgen ein. Auch den zur Ausschüttung vorgesehenen Bilanzgewinn in Höhe von 15,8 Millionen Euro verwendete die Rentenbank vollständig für Förderzwecke. Damit lagen die Förderbeiträge des Instituts 2018 mit insgesamt 84,2 Millionen Euro leicht über Vorjahresniveau. 

Wenig Zinsen, hoher Verwaltungsaufwand

Vor allem der um 3,4 Prozent gesunkene Zinsüberschuss habe das vorläufige Betriebsergebnis vor Risikovorsorge und Bewertung belastet. Das sank 2018 um 7,5 Prozent auf 207,1 Millionen Euro. Auf die Margen und Anlagerenditen bei den Eigenmittelinvestitionen drückten zudem die anhaltend niedrigen Zinsen. Für die Verwaltung musste die Bank aufgrund steigender Personalkosten infolge strengerer aufsichtsrechtlicher Regelungen 3,6 Prozent mehr aufwenden und zahlte insgesamt 71,8 Millionen Euro. Die Bilanzsumme blieb zum Ultimo mit 90,2 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr nahezu stabil. Allerdings erhöhte die Rentenbank ihre Kapitalquoten auf Basis der EU-Bankenverordnung (CRR) auf 29,7 Prozent von 27,8  Prozent und die Gesamtkapitalquote auf 31,2 Prozent von 29,7 Prozent.




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