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Über dieses Buch

Vera Stolz-Gerhardt untersucht die Notwendigkeit der Rettung systemrelevanter Banken und diskutiert darauf aufbauend die in der Finanzkrise 2007 – 2009 etablierten staatlich induzierten Bankenrettungsmaßnahmen (Bailouts). Sie zeigt auf, dass diese das systemische Risiko insgesamt erhöhen können und infolgedessen das Ziel einer langfristigen Finanzsystemstabilität, das bereits seit den 2000er Jahren im weltweiten Fokus der Zentralbanken steht, konterkarieren. In der Konsequenz sollte deshalb bei der Etablierung staatlich induzierter Bankenrettungsmaßnahmen der Tradeoff aus einer kurzfristigen Stabilisierung des Finanzsystems mit den direkten Kosten und negativen Effekten des staatlichen Eingriffs abgewogen werden.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Ökonomische Problemstellung und Zielsetzung der Masterarbeit

Die Insolvenz der ehemals viertgrößten US – amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers am 15. September 2008 markiert einen Wendepunkt in der Finanzkrise, die 2007 in den USA begann und sich in den folgenden zwei Jahren global ausweitete (vgl. Fratianni, Marchionne (2013), S. 242, 250). Die Gründe für ihre Entstehung und weltweite Expansion sind vielfältig. Aus makroökonomischer Sicht war die Genese und das Platzen der Immobilienblase ein entscheidender Aspekt für die substantiellen Verluste im US – amerikanischen Finanzsystem (vgl. Menkhoff (2008), S. 297).
Vera Stolz-Gerhardt

Kapitel 2. Institutionelle Grundlagen des Finanzsystems und das Ziel der Finanzsystemstabilität

Das Finanzsystem spielt eine entscheidende Rolle bei der Vermittlung zwischen Angebot und Nachfrage nach Kapital (vgl. Deutsche Bundesbank (2015a), S. 87). Es ermöglicht einen intertemporalen Austausch von Kapital, sodass finanzielle Mittel der Kapitalgeber an die Kapitalnehmer transferiert werden können (vgl. Obst et al. (2000), S. 4). Kapitalgeber, beispielsweise private Haushalte, treffen ihre Konsum- und Sparentscheidungen unter der Berücksichtigung zukünftiger Präferenzen.
Vera Stolz-Gerhardt

Kapitel 3. Begründung der Notwendigkeit einer Rettung systemrelevanter Banken

In ihrem Grundlagenwerk Financial Contagion untersuchen die Autoren Allen & Gale (2000) den Einfluss, den die direkten Bankbeziehungen auf die Ausbreitung eines Liquiditätsschocks im Bankensystem ausüben, um damit Contagioneffekte in einem Netzwerk nachzuweisen und infolgedessen daran eine Begründung für die Entstehung von Finanzkrisen abzuleiten (vgl. Allen, Gale (2000), S. 2). Den Ausgangspunkt ihrer Analyse bildet dabei die empirische Beobachtung, dass die Funktionsweise des Finanzsektors häufig durch auftretende Krisen, beispielsweise der großen Depression der 1930er Jahre oder der Asienkrise 1997 - 1998, beeinträchtigt wird und er dementsprechend ein fragiles Konstrukt darstellt (vgl. Allen, Gale (2000), S. 2 & vgl. Minoiu, Reyes (2013), S. 169 & vgl. Romer (1990), S. 597, 598). Darauf aufbauend liegt der Fokus der Untersuchung auf dem Wirkungszusammenhang zwischen verschiedenen Netzwerkstrukturen, die sich über die Interbankenkreditgeschäfte bilden und der Ausbreitung eines Liquiditätsschocks, der das systemische Risiko maßgeblich erhöht (vgl. Allen, Gale (2000), S. 4 & vgl. Mistrulli (2011), S. 1114).
Vera Stolz-Gerhardt

Kapitel 4. Analyse staatlich induzierter Bankenrettungsmaßnahmen

Die Bereitstellung einer staatlich induzierten Bankenrettung kann durch verschiedene Autoritäten, die sich je nach der zu treffenden Maßnahme und nach länderspezifischen Besonderheiten unterscheiden, geleistet werden. Für eine adäquate Analyse der möglichen Bailout – Instrumente, die den gestressten Finanzinstitutionen, insbesondere Banken, aus der Klemme helfen und damit letztendlich ihre Insolvenz verhindern, muss analog zu den spezifischen Bankenrisiken zwischen einer Liquiditäts- und einer Solvenzbereitstellung differenziert werden (vgl. Green (2010), S. 11 & vgl. Berger et al. (2016b), S. 2). Dies wird in Abbildung 11 schematisch aufgezeigt. Die Möglichkeit einer privaten Bankenrettung wird abschließend in Kapitel Fünf im Rahmen eines Ausblicks skizziert.
Vera Stolz-Gerhardt

Kapitel 5. Zusammenfassung der Masterarbeit und Ausblick auf die Bail – In Instrumente

Die vorliegende Masterarbeit beschäftigt sich mit der Notwendigkeit der Bankenrettung und diskutiert darauf aufbauend die Wirkung staatlich induzierter Rettungsmaßnahmen. In Kapitel Zwei wird dabei zunächst erläutert, warum Banken als die zentralen Intermediäre für eine adäquate Funktionsweise des Finanzsystems, welches im Allgemeinen entscheidend für die Vermittlung zwischen Kapitalangebot und Kapitalnachfrage ist, unabdingbar sind. Im Zuge dessen wird das Ziel der Finanzsystemstabilität eingeführt, welches seit den 2000er Jahren weltweit in den Fokus der Zentralbanken gerückt ist und bei der Beantwortung der Frage, warum gerade Banken gerettet werden müssen, eine maßgebliche Rolle einnimmt.
Vera Stolz-Gerhardt

Backmatter

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