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08.07.2016 | Fintechs | Kommentar | Online-Artikel

"Robo Adviser werden die persönliche Anlageberatung nicht verdrängen"

verfasst von: Sviatoslav Rosov

2 Min. Lesedauer

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Robo-Berater haben Vor- und Nachteile. Springer Professional hat den Kapitalmarktexperten Sviatoslav Rosov vom CFA Institute nach kritischen Aspekten bei Robo Advice gefragt.

Contra:

Speziell für Privatanleger bieten automatisierte Anlagetools oder Robo Adviser eine Chance zur Kostensenkung, dem Zugang zu größerer Produktvielfalt und – auch das spielt eine wichtige Rolle – zur stärkeren Selbstverwaltung der eigenen Finanzen. So hat sich in einer Befragung von Privatanlegern des CFA Institute, einem Non-Profit Berufsverband für die Investmentbranche, gezeigt, dass deutsche Anleger sich stärker auf die eigene Online-Recherche verlassen als auf den Rat ihres persönlichen Finanzberaters. Das ist auch ein Signal dafür, dass Finanzberater noch einiges dafür tun müssen, um das Vertrauen ihrer Kunden zurückzugewinnen. Zugleich ist es aber ein Zeichen, dass Anleger gerne auch aktiv in ihre Finanzplanung involviert sein möchten.


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Doch deshalb davon auszugehen, dass Robo Adviser die persönliche Anlageberatung vollends verdrängen werden, wäre nicht nur falsch, es wäre auch nicht wünschenswert. In einer globalen Befragung von Mitgliedern des CFA Institute gaben zwar 70 Prozent der Befragten an, dass vermögende Privatkunden positiv von neuen automatisierten Finanzberatungstools profitieren werden. Für so genannte High-Net-Worth und Ultra-High-Net-Worth Investors gilt das mit jeweils 41 und 21 Prozent aber schon weit weniger. 

Standardisierte Berechnungsmodelle ersetzen keine Beratung

Denn standardisierte Berechnungsmodelle können den Bedarf an passgenauer, individualisierter Anlagestrategie, den insbesondere diese Investorengruppen mitbringen, nicht decken. Und auch für Privatanleger sind automatisierte Modelle nicht ohne Risiken. Als größte Gefahren durch Robo Adviser identifizierten

  • 46 Prozent der befragten Investment-Fachleute beispielsweise fehlerhafte Algorithmen,
  • 30 Prozent die Falschberatung und
  • 12 Prozent Datenschutzverletzungen. 

​Fehler, die, sofern sie eintreten, sogleich große Breitenwirkung hätten. Es ist also gegebenenfalls auch regulatorische Wachsamkeit gefordert.

Robo Adviser sind aus der Anlageberatung nicht mehr wegzudenken. Auch professionellen Vermögens- und Anlageberatern sind sie ein nützliches Arbeitsmittel, um im Sinne des Kunden Angebote zu vergleichen. Ein Ersatz für fachlich fundierte, vertrauenswürdige und vor allem menschliche Beratung sind sie nicht. Wohl aber eine Ergänzung."

Weitere Statements zu Robo Advice: Was für die automatisierte Anlageberatung mit Robo-Beratern spricht, lesen Sie im Pro-Statement von Oliver Vins, Gründer von Vaamo. 

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