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07.06.2018 | Fintechs | Im Fokus | Onlineartikel

Ein neues Thema auch mal mit Lego-Steinen bauen

Autor:
Barbara Bocks

Beim Innovation Day des Sparkassen Innovation Hubs ging es um aktuelle digitale Trends wie Blockchain und Virtual Reality. Was es im Hub und der Branche Neues gibt und was das mit Lego-Steinen zu tun hat.

Gleich zu Anfang des Innovation Day des Hamburger Innovation Hubs der Sparkassen bekannte sich Joachim Schmalzl, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), der unter anderem für die Digitalisierungsstrategie verantwortlich ist, zum Smartphone-Konto. Der Verbund glaube, "dass es strategisch wichtig ist, das Produkt Yomo zu haben". Ziel sei es außerdem, digitale Innovationen im Sparkassensektor auf möglichst breiter Front einzuführen. Generell soll das filialgestützte Geschäftsmodell der Institute durch digitale Innovationen erweitert werden, so dass Kunden überall genauso schnell ein Konto eröffnen können, ob in der Zweigstelle oder online, erklärte der DSGV-Vorstand weiter. Großkonzerne wie Google sieht er "eher als Denkfabrik denn als konkrete Bedrohung für die Sparkassen an".

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"Das Ziel des Anfang 2017 gegründeten Sparkassen Innovation Hubs ist es, Anlaufstelle für Fintechs zu sein und mit ihnen zu kooperieren", erläuterte Jens Rieken, einer der Leiter des Ideenlabors in seinem Vortrag. Themen, mit denen sich das Hub derzeit beschäftigt, sind künstliche Intelligenz und Machine Learning, Blockchain sowie weitere zukunftsrelevante Technologien. "Zum Beispiel wurde als Produktidee auch eine Kryptowallet vom Team des Hubs erarbeitet, um herauszufinden, was in diesem Bereich kommen kann und welche Bedeutung diese Währungen haben können", führte Rieken aus.

Ein weiteres großes Thema für den Hub ist laut Rieken das Firmenkundengeschäft. "Wir entwickeln hier gerade Produktideen für kleinere Gewerbetreibende in Bezug auf Kredite und besseres Liquiditätsmanagement", sagte der Leiter des Ideenlabors gegenüber Springer Professional. Insgesamt hat der Hub mittlerweile 20 Product Discoveries vorzuweisen, also Prototypen von möglichen Produkten, entwickelt und im Sparkassen-Verbund vorgestellt. Davon sind einige Ideen Rieken zufolge in der finalen Testphase oder befinden sich derzeit in der Umsetzung.

Prototypen werden binnen zwei Wochen entwickelt

Einen Einblick in die tägliche Arbeit des Hubs gab Lukas Jaborsky. Die drei interdisziplinären Teams, in denen auch mal ein Sparkassen-Vorstand an einem Thema beteiligt ist, erarbeiten digitale Prototypen und präsentieren sie via Live-Stream den beteiligten Instituten. Unter anderem nutzen die Teams auch mal Lego-Steine, um ein Thema zu Beginn zu visualisieren, um dann am Ende der zwei Wochen einen klickfähigen Prototyp zu produzieren. "Gegen Ende der zwei Wochen ist auch die eine oder andere Nachtschicht dabei, bis die Präsentation steht", berichtete Jaborsky.

Künftig werden vor allem drei Technologien das Banking der Zukunft bestimmen. Das sind aus der Sicht von Ralf Kuhlmann, Principal der Management- und IT-Beratung Consileon, die Themen künstliche Intelligenz (KI), Robotics und Virtual Reality. Gerade KI können Kreditinstitute aus Kuhlmanns Sicht dazu nutzen, um herauszufinden, welche Kunden sie am besten mit welchen Daten auf welchen Kanälen mit welchen Angeboten ansprechen. Gerade für Häuser wie die Sparkassen, die sich auf die Fahnen schreiben, ihre Kunden genau zu kennen, bieten sich laut Kuhlmann durch KI große Chancen für die Kundenbindung.

Kombination aus mehreren Formaten ist sinnvoll

Doch nicht nur die Sparkassen arbeiten derzeit an Innovationen. Innovation Labs gibt es mittlerweile in allen Säulen des Bankenmarktes und auch im Versicherungsbereich. "Alle Institute arbeiten intensiv an ihrer Innovationsfähigkeit", sagt beispielsweise Valentino Pola, Senior Manager bei Cofinpro in dem Artikel "Labore stehen erst am Anfang" in der April-Ausgabe des Bankmagazins. Der Grund ist einfach: Die künftige Wettbewerbsfähigkeit hängt laut Pola davon ab. Generell könne Innovation aber nicht isoliert betrachtet werden, eine Kombination aus mehreren Formaten sei sinnvoll. So sollten die Institute ihre Innovation Labs beispielsweise mit Pilotprojekten und durch Kooperationen mit Fintechs begleiten.

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