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12.09.2017 | Fintechs | Kommentar | Onlineartikel

"Kreditinstitute müssen ihre Stärken nutzen"

Autor:
Michael Schneidereit

Bald zehn Jahre nach Ausbruch der letzten großen Finanzkrise stehen die Banken wegen der verschärften Regulierung und dem immer noch niedrigen Zinsniveau weiter unter Druck. Auch ein weiteres Thema bereitet ihnen Kopfzerbrechen – die Digitalisierung der Bankgeschäfte und die wachsende Anzahl an Fintechs. Ein Kommentar.

Laut Bankenverband gibt es rund 200 Fintechs in Deutschland. Einige Banken begegnen diesem wachsenden Markt, in dem sie Kooperationen mit Fintechs eingehen und deren Plattformen für ihre Kunden öffnen. Eine Strategie, die auf beiden Seiten Chancen bieten kann. Die Banken können mit den neuen Partnern und deren Angeboten wie zum Beispiel Robo Advisors oder Wealth-Management-Lösungen, dem Wunsch ihrer Kunden nachkommen, die Online-Angebote auszubauen. 

Wie Fintechs agieren

Fintechs nutzen die benötigte Infrastruktur und die standardisierten Produkte der Banken. Der überwiegende Teil der Fintechs ist jedoch gestartet, um einen Teil des Ertragskuchens an sich zu ziehen. Auch wenn es ihnen schwer fällt, die kritische Masse an Kunden in angemessener Zeit zu erreichen, haben sich einige Start-ups mit ihren neuen Möglichkeiten, wie Peer-to-Peer Zahlungen oder Mikrodarlehen, in Konkurrenz zu den klassischen Banken aufgestellt. Anbieter wie Scalable, der einen rein online verfügbaren Vermögensverwalter anbietet, haben es in kurzer Zeit auf ein verwaltetes Vermögen von über 300 Millionen Euro geschafft. 

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Obwohl der Einzug der IT viele Branchen verändert hat, haben Finanzdienstleister kaum Innovationen hervorgebracht. Seit kurzem bringen Startups aber neue Finanzprodukte auf Basis moderner Technologien heraus, um digitalen Kunden gerecht zu werden.

Im Gegensatz zu den Kreditinstituten sind die Fintechs mit ihren Angeboten aber meist auf einzelne Kompetenzen beschränkt. Dementsprechend haben Banken mit ihrem Leistungsspektrum heute noch einen Vorsprung. Möchten die Geldhäuser in Zukunft nicht nur als Infrastrukturanbieter agieren und damit ihre Erträge weiter schmälern, gilt es jetzt, diesen Vorsprung in die digitale Welt zu übertragen und diese mit bereits bestehenden Online-Angeboten zu verknüpfen. Entscheidend ist jedoch nicht nur die mehr als überfällige Umsetzung digitaler Kundenanbindungen. Vielmehr sollte die Zielsetzung sein, vor den Konkurrenten eine digitale Strategie umzusetzen. Nachzügler, die unter Druck aufzuholen versuchen, laufen Gefahr, im Wettbewerb zurückzufallen.

Technologieunternehmen können unterstützen

Unterstützung finden Banken hier bei Technologieunternehmen, die bereits vor dem Fintech Hype erfolgreich am Markt agierten und einen enormen Erfahrungsschatz mitbringen. Ein gelungenes Beispiel hierfür bietet die Commerzbank-Tochter Comdirect. Die Quickborner haben beispielsweise bereits 2014 den "Anlage Assistent" eingeführt, damals noch ohne aktives Management. Das Nachfolgeprogramm wird zu einem Anlageroboter ausgebaut, der im Rahmen der zuvor festgelegten Kriterien eigenständig Aktien und Fonds kaufen und verkaufen wird. Comdirect setzt hierbei bereits seit 2003 auf TechRules, einen reinen Technologieanbieter, der den gesamten Rechenkern zur Verfügung stellt.

Fazit: Banken müssen jetzt handeln, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Aktuell brauchen die Fintechs die Banken dringender als umgekehrt. Die Geldinstitute haben das, was die Fintechs dringend benötigen, denn ohne Banklizenz funktionieren ihre Geschäftsmodelle nicht. Außerdem bieten ihnen die Banken eine große Anzahl an gefestigten Kundenbeziehungen. Um im digitalen Zeitalter zu bestehen, müssen die Kreditinstitute ihre Stärken nutzen und eigene Lösungen finden.

Diskutieren Sie mit auf der 3. Konferenz für Finanztechnologie von Bankmagazin und dem Center for Financial Studies am 13.09.2017 in Frankfurt am Main. Hier stehen Ihnen Vertreter von technologiegetriebenen Unternehmen Rede und Antwort, wie erfolgreiche Digitalisierung funktionieren kann und welche Voraussetzungen dazu notwendig sind. In Vorträgen und Diskussionsrunden informieren Experten zudem zu wichtigen Trends, und Entwicklungen im Fintech-Sektor und den Auswirkungen auf die Geschäftsmodelle der Banken.

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