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02.06.2015 | Fintechs | Im Fokus | Onlineartikel

Der Umbau bei Banken stockt

Autor:
Eva-Susanne Krah

Die Programme zur Kostensenkung bei Deutschlands Geldhäusern greifen nicht ausreichend. Dabei könnten die Institute Vorteile aus ihrer Stabilitätsrolle in Europa ziehen.

Deutsche Banken sind bei der Neugestaltung ihrer Strategien offenbar nicht effizient genug. Das zeigt das "Retail Banking Radar 2015" der internationalen Managementberatung A.T. Kearney, wofür die Performance von 97 Privatkundenbanken und Bankengruppen in 24 west- und osteuropäischen Ländern ausgewertet wurde. Danach erholt sich der Bankensektor in Europa nur sehr langsam. Speziell die deutschen Banken seien aber "weiter ein Stabilitätsanker in Europa", sagt Andreas Pratz, Partner bei A.T. Kearney. Die Erträge pro Kunde sind bei den hiesigen Geldhäusern leicht und pro Mitarbeiter deutlicher gestiegen als im Rest Europas.

Dennoch greifen die Kostensenkungsprogramme der Institute laut der Studie noch nicht ausreichend. So sollen die Kosten im Vergleich zum Vorjahr sogar um etwa 2,5 Prozent gestiegen sein. Banken hätten zwar Anstrengungen unternommen, um ihre Filial- und Personalstrukturen zu rationalisieren. Nur wenige hätten jedoch ihre Geschäftsmodelle signifikant verändert, heißt es im Report von A.T. Kearney. Im europaweiten Vergleich zeigt sich, dass Banken in Skandinavien und in der Schweiz am profitabelsten sind. In den westeuropäischen Märkten wie Deutschland, Österreich und Großbritannien ist eine Verbesserung der Märkte festzustellen, während sich beispielsweise Frankreich abwärts bewegt.

Druck zur Neuausrichtung steigt

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Speziell deutsche Kreditinstitute müssen den Managementberatern von A.T. Kearney zufolge ihre Position in Europa dringend verbessern, um an die Marktführer in Europa aufzuschließen. Stärken sollten sie sich insbesondere in den Zukunftsfeldern digitales Bezahlen, Mobile Banking, Online Investing und Instant Lending. Die Experten raten unter anderem zum Umbau vom Filial- zum onlinebasierten Vertriebsmodell und zu einer einfacheren Angebotspalette – ein Prozess der bei vielen Filialbanken in Deutschland bereits im Gange ist. Die Geldhäuser müssten zudem

  • ihre Geschäftsmodelle für das kommende digitale Zeitalter fit machen,
  • neue Einnahmequellen und Chancen zur Ertragssteigerung suchen,
  • ihre Betriebsmodelle auf den Prüfstand stellen und
  • M&A-Chancen im Auge behalten.

Axel Liebetrau, Autor des Springer-Buchs "Client Value Generation", untermauert im Interview mit Bankmagazin-Herausgeberin Stefanie Burgmaier auf Springer für Professionals: "Die heutigen Geschäftsmodelle der Banken haben mittlerweile ein Verfallsdatum. Qualität sowie Preis- und Leistungsverhältnis der Bankdienstleistungen werden transparenter und kundenseitig konsequenter hinterfragt". Die digitale Transformation, die Globalisierung oder der demografische Wandel veränderten das Banking und erforderten "zuallererst innovative Geschäftsmodelle." Um dies zu bewerkstelligen, sind Kreditinstitute aufgerufen, "den Wettbewerbern, die mit Niedrigpreisen in ihrem Segment wildern, etwas entgegensetzen“, sagt Jens Baumgartner, Partner bei Simon-Kucher & Partner, im Titelbeitrag "Nachhaltige Wachstumsimpulse auslösen" der Märzausgabe von Bankmagazin (Seite 12-19). Dazu gehöre, das bestehende Portfolio neu zu strukturieren und so den Blick der Kunden für den "Wert des Angebots zu schärfen".

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