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10.04.2017 | Fintechs | Interview | Onlineartikel

"Kunden sollen den Wechselagenten als exklusiven Service wahrnehmen"

Autor:
Eva-Susanne Krah
Interviewt wurde:
Arne Westphal

ist Geschäftsführer von Finprove.

 

Welche Geschäftsideen stecken hinter den Fintechs des Monats von Bankmagazin? Die ausgewählten Unternehmen stellen wir hier im Kurzinterview vor, heute Finprove. 

Springer Professional: Herr Westphal, wie funktioniert das Geschäftsmodell von Finprove?

Arne Westphal: Banken können mit Finprove als Kooperationspartner ihre Kunden im Online-Banking auf Sparpotenziale bei regelmäßigen Ausgaben hinweisen. Ist der Kunde interessiert, vermittelt die Bank den Kunden an Finprove, indem er aus dem Online-Banking heraus direkt in den Wechselagenten von Finprove übergeben wird. 

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Welche Vorteile hat das für den Kunden?

Dort kann der Kunde seine Ausgaben auf Sparpotenziale hin untersuchen lassen. Hierzu ziehen wir die Umsätze seines Girokontos aus der API der Bank oder einer Multibank-API. Für die Analyse der Umsätze verwenden wir eine eigens entwickelte künstliche Intelligenz. Diese ermittelt selbständig Wahrscheinlichkeiten für produktrelevante Größen, beispielsweise den Stromverbrauch. Zudem wollen wir demnächst auch Kundenpräferenzen − zum Beispiel für Ökoprodukte − herauszufinden, um das Angebot dadurch für den Kunden zu individualisieren. Bei vorhandenen Sparpotenzialen zeigt der Wechselagent dem Kunden bessere Angebote. Entscheidet sich der Kunde für einen Wechsel und schließt einen neuen Vertrag ab, erhält Finprove vom neuen Anbieter eine Vermittlungsprovision. Einen Teil der Provision leiten wir an die Bank weiter. Finprove erweitert so mit geringstem Aufwand für die Bank das Girokonto um geldwerte Vorteile.

Auf welche Weise kooperiert Ihr Unternehmen Finprove mit Banken?

Das Kreditinstitut muss im einfachsten Fall nur zwei Dinge unternehmen, um über das Online-Banking zusätzliche Erträge in Form von Vermittlungsprovisionen zu generieren. Sie muss zunächst einen Untervermittlungsvertrag mit Finprove schließen. Dann braucht sie nur noch im Online-Banking einen Sparpotenzial-Teaser einzurichten.

Wie können Banken den Service implementieren? 

Bei vielen Online-Banking-Systemen ist die Einrichtung eines Teasers mit geringstem Aufwand möglich. Wer den Wechselagenten stärker in sein Online-Banking integrieren möchte, kann Services von Finprove einbinden und dem Kunden direkt in der Umsatzanzeige seines Girokontos konkrete Sparpotenziale in Euro anzeigen. Alles andere übernimmt Finprove. Hierzu zählen insbesondere die Auswahl und Bewertung der Anbieter, die Vertragsverhandlung mit ihnen sowie das gesamte Provisionsmanagement. Finprove hält sich, soweit es die Bank möchte und es rechtlich möglich ist, im Hintergrund. Denn Finprove versteht sich als Dienstleister des Geldinstituts und bietet ihr die Möglichkeit, ihre eigene Wahrnehmung und Relevanz bei den Kunden zu stärken. Der Kunde soll den Wechselagenten als einen exklusiven und wertvollen Service wahrnehmen, der sein Vertrauen in die Bank als Manager seiner privaten Finanzen bestätigt.

Im Gegensatz zu den Vergleichsportalen, die darauf angewiesen sind, dass Kunden autoaktiv sparen wollen, erreicht Finprove über die Kooperation mit Banken noch nicht erschlossene Zielgruppen. Solche Kundenzielgruppen streben von sich aus keinen Anbieterwechsel an oder kennen im Zweifel ihre Sparpotenziale nicht einmal.

Was planen Sie für die kommenden zwölf Monate?

Die erste große Retailbank will nach Ostern mit dem Service bei Strom- und Gaslieferverträgen starten. Spätestens drei Monate danach wollen wir den Wechselwecker anbieten und nach weiteren drei Monaten auch das Wechselabo. Der Wechselwecker erinnert rechtzeitig vor der Vertragsverlängerung an die vorhandenen Sparmöglichkeiten, der Kunde kann bei Bedarf aktiv den Anbietervergleich vornehmen. Das Wechselabo dagegen sichert die dauerhafte Ersparnis durch einen automatisierten jährlichen Anbieterwechsel. In neun bis zwölf Monaten nach dem Start wollen wir das Produktspektrum um Mobilfunk und Internetanschluss erweitern. Ab 2018 wollen wir zudem den Wechsel für die ersten Versicherungsprodukte anbieten. Perspektivisch ist geplant, Bankkunden beim Sparen in allen Lebensbereichen zu helfen.

Ein Porträt zu Finprove lesen Sie in Bankmagazin | Ausgabe 4/2017.

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Quelle:
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