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13.08.2015 | Fintechs | Schwerpunkt | Online-Artikel

Vom richtigen Umgang mit Fintechs

3 Min. Lesedauer

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Ob Paypal, Kreditech oder Auxmoney: Neue digitale Unternehmen fordern traditionelle Banken zunehmend heraus. Doch um angemessen reagieren zu können, müssen Finanzinstitute das neue Marktumfeld genau kennen.

Die Finanzbranche befindet sich derzeit in einem massiven Umbruch. Neben den Herausforderungen, die sich aus der Digitalisierung der Geschäftsprozesse ergeben, stehen Banken durch neue Wettbewerber, die so genannten Fintechs, unter großem Druck. Um eine angemessene Antwort darauf zu finden, müssen sie aber erst die neuen Konkurrenten analysieren, denn die Unterschiede zwischen den Fintechs sind erheblich. Insgesamt ist zwischen vier Typen zu unterscheiden.

So gibt es Aggregatoren, welche die primäre Kundenschnittstelle für die verschiedenen Banking-Angebote bilden möchten. Zum Beispiel vergleichen und vermitteln sie Produkte unterschiedlicher Finanzinstitute auf einem Internetportal. Innovatoren konzentrieren sich dagegen auf einen bestimmten Bereich der Wertschöpfungskette, etwa den Zahlungsverkehr, und konkurrieren hier mit traditionellen Kreditinstituten. Disruptoren versuchen, bestimmte Leistungsangebote von Banken zu ersetzen, etwa bei der Kreditvergabe. Sie bringen zum Beispiel Kreditnehmer direkt mit Investoren zusammen, ohne dass eine Bank am Prozess beteiligt ist. Zu guter Letzt gibt es noch die Komplementoren. Sie bieten ergänzende Mehrwertleistungen für Bankkunden, wie Lösungen für das persönliche Finanzmanagement oder die Identifizierung über das Smartphone.

Beobachten und bewerten

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Im ersten Schritt sollten Banken diese neuen Konkurrenten beobachten und ihren Markterfolg bewerten. Anschließend ist zu analysieren, ob deren digitales Geschäftsmodell auch für das eigene Institut erfolgversprechend wäre. Dann sollten sie überlegen, ob eine Kooperation mit oder sogar eine Übernahme des Fintech-Unternehmens möglich ist oder das Modell kopiert werden kann. Letzteres sollte jedoch die Ausnahme bleiben, da einerseits Patentrechtverletzungen und andererseits hohe Entwicklungskosten drohen.

Für das Kooperieren oder Kopieren sind in jedem Fall aber die Digitalisierung der Geschäftsprozesse und die Modernisierung der IT nötig. Diese sind auch die beiden Mega-IT-Trends der Bankenbranche in den kommenden Jahren, wie der aktuelle Branchenkompass Banken von Sopra Steria Consulting gezeigt hat. Bewährte und produktive IT-Systeme stehen am Ende ihres Lebenszyklus und müssen modernisiert werden. Regulatorische Anforderungen und ein verändertes Kundenverhalten zwingen Institute, verstärkt in Change-the-Bank-Projekte zu investieren. Nicht zuletzt müssen sich Banksysteme über die Bereitstellung von offenen Schnittstellen für neue Kooperationsszenarien öffnen. Dann könnten sie auch mit anderen Banken zusammenarbeiten, um Kunden zum Beispiel einen Überblick über alle Kontostände zu geben, wie es heute schon Lösungen für das Persönliche Finanzmanagement (PFM) wie etwa Starmoney oder Finanzblick ermöglichen. Gleichzeitig könnte die Bank damit die gesamte finanzielle Situation ihrer Kunden analysieren oder deren Rechnungen nach Eingang automatisch bezahlen und archiieren. Mit solchen und ähnlichen praktischen Zusatzdiensten dürfte sie auch in Zukunft die erste Anlaufstelle für ihre Kunden bleiben.  

Zu den Autoren

Thomas Saalmüller ist Director bei Sopra Steria Consulting und verantwortet das Beratungsgeschäft zur Digitalen Exzellenz in der Branche Banking. Matthias Frerichs ist Manager und Leiter der Unit Digital Banking und Robert Lengsfeld ist Senior Consultant sowie Experte im Digital Banking und Fintech.

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