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11.11.2016 | Fintechs | Kolumne | Onlineartikel

Kooperationen von Fintechs und Banken – Quo vadis?

Autor:
Frank Schwab

Die Bandbreite der Kooperationen zwischen Fintechs und Banken ist inzwischen enorm, doch ihr Ausgang bleibt noch ungewiss, meint Fintech-Experte Frank Schwab.

Noch haben die traditionellen Banken und Sparkassen viele Millionen Kunden und Erträge, aber auch papierhafte, kundenfeindliche Prozesse und stark veraltete Technologien. Die Fintechs dagegen haben nur wenige Kunden, bislang kaum erwähnenswerte Erträge und meist keine Banklizenz. Dafür könnten sie mit neuen, kundenfreundlichen Prozessen und Produkten punkten,, gebaut mit neuesten Technologien. Vor dem Hintergrund des Sicherheitsdenkens, der technischen und prozessualen Legacy und den zunehmenden regulatorischen Anforderungen fällt es den traditionellen Geldhäusern schwer, sich den immer schneller ändernden Rahmenbedingungen und Kundenverhalten anzupassen. Insbesondere die "Generation Smartphone" erwartet alle bisherigen aber auch neue Bankdienstleistungen, wie Peer-to-Peer, Crowd- oder Sofortkredite, einfach, bequem, schnell und jederzeit mobil. Diese Erwartungen erfüllen bisher einige Fintechs, beispielsweise Kreditmarktplätze wie Kapilendo und Smava und andere, sowie Robo- wie Advisory-Start-ups, etwa Niiio und Growney oder die mobile Bank N 26 (ehemals Number 26).

Fintechs brauchen Banken als Partner

Interessant ist, dass viele Technologie-Start-ups ihre kundenfreundlichen Finanzdienstleistungen und Produkte nur mit einer Banklizenz anbieten können, die sie zunächst nicht haben. Folglich brauchen sie zwingend eine Bank als Partner. So hat sich eine Reihe von Kooperationen zwischen meist nur in der Fachwelt bekannten Fintechs und Banken etabliert. Beispielsweise arbeitet der Crowd-Kreditmarktplatz Kapilendo mit der Fidor Bank zusammen, das Roboadvisor-Startup Growney kooperiert mit der Sutor Bank und N 26 mit Wirecard. Am Beispiel N 26 lässt sich das Muster erkennen: Sobald als Number 26 erwachsen genug, wird eine eigene Banklizenz erworben. Als N 26 findet am Markt eine Neupositionierung statt und die Partnerschaft mit Wirecard wird aufgekündigt. Ein Spannungsfeld für die Kooperationspartner.

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Inzwischen kommt auch kein traditioneller Bankmanager oder Sparkassenvorstand mehr am Thema Fintech vorbei. Gleichzeitig gestaltet sich die Kundengewinnung der Fintechs als sehr zeit- und vor allem kostenintensiv. Die Fintech-CEOs fragen sich, wie sie schneller Kunden gewinnen und nachhaltige Erträge erwirtschaften können, um dauerhaft im Markt zu bestehen mit Blick auf die großen traditionellen Banken und Sparkassen.

Wie nähert man sich im Spannungsfeld an?

Also, was die Einen haben, fehlt den Anderen und umgekehrt. Es stellt sich die Frage: Wie nähert man sich in diesem Spannungsfeld einander an? Weil keiner ein Erfolgsrezept kennt, lassen sich eine Vielzahl von Aktivitäten im Markt beobachten. Ob Hackathon der Deutschen Bank, Bankathon von Figo, Symbioticon der Sparkassen-Finanzgruppe, die Startup-Garage der Comdirect, direkte Investitionen in Fintechs des Mainincubators oder das Joint Venture von Nord/LB und Dvh Ventures mit dem Ziel, Investments in Fintech-Startups zu tätigen. Derzeit wird jede Form der Kooperation ausprobiert. Erste Kooperationsergebnisse lassen sich bei Anwendungen, wie beispielsweise der Video Identifikation, Personal Finance Management und Robo Advisory erkennen – immer mehr traditionelle Banken bieten ihren Kunden derartige Dienste an, deren Ursprung von Fintechs stammt.

Laut Techfluence und Fintech Forum wurden in Deutschland allein im Jahr 2015 mehr als eine Milliarde Euro in Fintechs und Fintech-Kooperationen investiert. Die Bandbreite der Kooperationsformen ist weit, die Gelder, die fließen, sind enorm und noch weiß keiner was Erfolg bringen wird. Heißt: Jetzt befinden sich die traditionellen Banken und Sparkassen im digitalen Umbruch, getrieben durch die Innovationskraft und neue, kundenfreundliche Finanzangebote der Fintechs. Der Ausgang ist noch ungewiss.

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