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29.01.2018 | Fintechs | Kommentar | Onlineartikel

Digitalisierung in der Finanzindustrie: Wer lahmt, verliert

Autor:
Martin Otten

Sowohl der Banken- als auch der Versicherungs­sektor in Deutschland leiden unter der negativen Zinspolitik der Europäischen Zentral­bank, Fintechs und Insurtechs punkten mit Agilität. Banken sollten digitale Innovationen schneller umsetzen und so ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken, meint Martin Otten. 

Die lang­fristig niedrigen Zinssätze beeinträchtigen die Lebensversicherer. Und der deutsche Bankensektor sieht sich aufgrund der Branchenfragmentierung hohen Betriebskosten gegenüber. Darüber hinaus werden Fintech- und Insurtech-Start-ups zu einer wachsenden Bedrohung für die Finanzbranche, da sie agilere und kostengünstigere digitale Alterna­tiven für Kunden anbieten. 

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Banken zwischen Regulierung und Digitalisierung – Geschäftsmodelle unter Stress

Banken befinden sich gegenwärtig inmitten einer Zeitenwende. Diese ist gekennzeichnet durch die Gleichzeitigkeit von massiven Regulierungsfolgen einerseits und immensen Herausforderungen an unser Geschäftsmodell andererseits. 

Nach einem Be­richt von McKinsey hat jeder zweite Deut­sche heute ein Smartphone: und damit die Vo­raussetzung für mobile Transaktionen. Schon heute werden mehr als 20 Prozent aller Spar- und Anlageprodukte online gekauft. Bis 2020 wird diese Zahl auf 35 Prozent gestiegen sein. 

Im Wettstreit mit Fintechs

Für Banken stellt die zunehmende Konkurrenz mit Fintech-Unternehmen eine Herausforderung dar. Sie könnten nach Berechnungen von McKinsey rund 29 bis 35 Prozent ihres Umsatzes über Kundenabwanderung und schrumpfende Margen an die neuen Angreifer verlieren – wenn sie nicht handeln. Wenn Kreditinstitute allerdings selbst eine digitale Transformation ihrer gesamten Wert­schöpfungskette umsetzen, könn­ten sie in einem Best-Case-Szenario ihre Rendi­ten erhöhen. Dies erfordert aber eine grundlegende Veränderung des Denkens. Innovation muss Teil der Banken-DNA werden, die alle Bereiche des Unternehmens umfasst. Insurtechs nutzen zum Beispiel Al­gorithmen, die das Internet der Dinge (IoT) er­schließen. Dadurch können sie es etwa Transportunterneh­men ermöglichen, ihren Fahrern personalisierte Sicherheitshinweise zur Verfügung zu stellen, die dazu beitragen, die Wahrscheinlichkeit von Un­fällen zu reduzieren und bessere Fahrer sowie effektivere Trainingsprogramme zu identifizieren.

Innovation muss nicht kostspielig sein

Die Erweiterung von Innovation muss nicht kostspielig und zeitaufwendig sein; sie kann sowohl die Betriebskosten senken als auch die Zeit, die be­nötigt wird, um Produkte auf den Markt zu bringen. Die Konsolidierung bestehender Systeme, die Integration von Daten und funktional isolier­ten Systemen und die Ermöglichung unterneh­mensweiter Analysen über alle Kerngeschäfts­prozesse hinaus – all dies ist für viele Organisationen immer noch eine große Herausforderung.

Low-Code-Plattformen wie Outsystems befassen sich mit diesen Herausforde­rungen, denen Banken, Versicherer und Finanzdienstleister gegenüberstehen. Der Einsatz der Low-Code-Technologie beschleunigt die Entwicklung von mobilen Apps und Webapplikationen erheblich. Die manuelle und damit zeitaufwendige Programmierung von Unternehmensapplikationen entfällt. An deren Stelle tritt stattdessen eine grafische Modellierung, mit der sich Abläufe, Masken und Oberflächen mühelos per Drag-and-Drop gestalten und verändern lassen. Die Programmierung übernimmt das System quasi automatisch. Da Low-Code-Plattformen ohne langwierige Einarbeitung intuitiv bedienbar sind, können selbst Anwender ohne fachspezifisches Know-how leicht Portale und Apps an individuelle Nutzerwünsche anpassen.

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