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26.02.2016 | Fintechs | Kommentar | Onlineartikel

Fintechs – Bedrohung oder Chance für Banken?

Autor:
Ralf Ohlhausen
2:30 Min. Lesedauer

Die Fintech-Branche boomt. Auch wenn aktuell noch niemand vorherzusagen weiß, welche Technologien, Strategien und Konzepte sich langfristig durchsetzen werden: Die traditionelle Bankenwelt muss sich darauf einstellen.

Fintech-Technologien sind die Zukunft. Und Studien zufolge könnten sich die neuen Marktteilnehmer immerhin bis zu 150 Milliarden US-Dollar aus dem Geldtopf der Finanzdienstleistungsbranche abschöpfen. Diese „Bedrohung“ kann das traditionelle Bankwesen nicht ignorieren. Denn auch, wenn die Veränderungen und Strukturverschiebungen innerhalb der Branche langsamer als erwartet vonstatten gehen – irgendwann werden sie sich durchsetzen. Und dann umso drastischer und nachhaltiger. Banken dürfen die Langsamkeit der Veränderungen nicht als Indiz werten, die neuen Finanzdienstleister zu unterschätzen. Denn die Start-ups stellen für das traditionelle Bankwesen auch große Chancen und Geschäftsmöglichkeiten dar.

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Fintechs brauchen die Finanzinstitute

Fintechs selbst realisieren mittlerweile zunehmend, dass sie auch mit den besten Ideen und Konzepten zur Kundenbindung einen direkten Zugang zum Finanzmarkt brauchen. Dann muss man entweder aus eigener Kraft die gewaltige finanzielle, zeitliche und arbeitsintensive Hürde überwinden, die das Erlangen einer Finanzlizenz mit sich bringt, und selbst zu einem bankähnlichen Unternehmen werden. Oder aber man geht eine Partnerschaft mit einem Geldhaus ein.

Vor allem kleinere Institute, aber auch bereits die ein oder andere etablierte, marktführende Bank gehen deshalb inzwischen offener auf Fintechs zu. Denn die Geldhäuser können Fintechs alles bieten, was sie brauchen, um selbst zum Finanzinstitut zu werden. Nicht selten verbleiben die Partnerbanken dann komplett im Hintergrund und verkaufen ihre Services white-labeled. Für Banken können Fintechs durchaus interessante Großkunden sein, die mitunter auch als Multiplikatoren funktionieren: Sie verfügen selbst oft über Firmenkunden und damit über deren mitunter große Transaktions-Volumina. Doch die Gründerunternehmen können auch wiederum zum „Risiko Fintech“ werden, nämlich dann, wenn die Einhaltung von Compliance zur Herausforderung wird.

Für einen zukunftsträchtigen, wachsenden Finanzmarkt, der mit den Möglichkeiten der Zeit einhergeht, technischen Neuerungen gegenüber aufgeschlossen ist und notwendigen Veränderungen gegenüber positiv eingestellt bleibt, ist es auf Dauer unabdingbar, dass sich die alten und neuen Player langfristig vernünftig zueinander positionieren. Nur dann wird sich die Branche nachhaltig weiterentwickeln können – was wiederum beiden Seiten zugute kommen wird.

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