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26.09.2017 | Firmenkunden | Nachricht | Onlineartikel

BNP Paribas nimmt Firmenkundengeschäft ins Visier

Autor:
Eva-Susanne Krah

Die französische Großbank BNP Paribas hat sich in Deutschland bis 2020 einen ambitionierten Wachstumsplan verordnet. Eine tragende Säule soll dabei die Firmenkundensparte werden.

"Im deutschen Firmenkundengeschäft verdienen Sie Geld, wenn Sie Kernbank sind", sagte Lutz Diederichs, seit Januar 2017 Deutschland-Chef bei der BNP Paribas Gruppe, anlässlich der Präsentation der Wachstumsstrategie für Deutschland am 26. September 2017 in Frankfurt am Main. Mit dem Wachstumsfahrplan bekennt sich das Bankhaus laut Diederichs klar zum deutschen Markt. Das zeigten auch die geplanten Investitionen in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe. Ein Drittel der Kostensteigerungen der gesamten Gruppe in den kommenden vier Jahren würden zudem auf Deutschland entfallen, so Diederichs. Insgesamt sei man profitabler als der übrige deutsche Bankenmarkt. 

Mehr Mittelstandskunden

Eine Säule soll mehr Wachstum im Firmenkundengeschäft sein. Dabei scheut die Bank nicht den starken Wettbewerb in diesem Segment mit anderen Instituten, etwa Commerzbank, Deutscher Bank oder den Landesbanken. Sie will mehr große, international aufgestellte, aber auch exportorientierte mittelständische Unternehmen für sich gewinnen und neue Kundengruppen ansprechen. "Internationale Firmenkunden werden eine europäische Bank brauchen", erklärt Diederichs. Künftig würden jedoch auch Kunden unterhalb der 250-Millionen-Umsatzgröße interessant: 

Bei Firmenkunden wird es keine Umsatzgrenze nach unten mehr geben", sagt Lutz Diederichs.

Was zähle, sei die Tiefe der Kundenbeziehung und nicht die Stückzahlen. Auch digitalisierte Angebote für Firmenkunden schließt Diederichs als spätere Option nicht aus. Ähnlich wie andere Großbanken will die Bank auch insgesamt stärker digitalisieren. "Es ist nicht unser Ziel, Filialen aufzubauen. Das erlaubt uns, uns auf die Digitalisierung zu konzentrieren", meinte Diederichs. Überdies sollen Immobilienfinanzierungen über eine Kooperation ausgebaut werden. "Es geht uns darum, eine Produktlücke zu schließen", so Diederichs. 

Für Deutschland liegt die Zielmarke der Bank bis 2020 bei Erträgen in Höhe von zwei Milliarden Euro, einem Wachstum von acht Prozent, von 1,5 Milliarden Euro im Jahr 2016. Auch in den Jahren 2013 bis 2016 erzielte die Bank mehr als acht Prozent Ertragswachstum pro Jahr.

Eine weitere gestärkte Säule soll das Wealth Management bilden. Ziel für BNP-Paribas-Deutschland-Chef Diederichs ist, "dass wir in den nächsten Jahren ein relevanter Spieler werden und in Deutschland unter den Top fünf bis sieben sind." 

Stärkere Verzahnung

Auch im Retailgeschäft will die Bank, mit nach eigenen Angaben mehr als drei Millionen Privatkunden, aber "keiner einzigen Filiale", wie Diederichs in Frankfurt meinte, zulegen. Eine Retailbank-Plattform soll entstehen, mit der die einzelnen Bereiche des Segments im deutschen Markt besser verzahnt werden. Die stärksten Wachstumssektoren sieht Diederichs im 

  • Wealth Management, 
  • Firmenkundengeschäft, 
  • Asset Management, 
  • Leasing und Factoring und bei Konsumentenkrediten.

Bei den Konsumentenkrediten will das Institut künftig wieder im B2C-Geschäft aktiv werden. Bisher hat sich die Bank mit 1,5 Millionen Kunden, 15.000 Handelspartnern und einem Kreditvolumen von 4,4 Milliarden Euro auf das B2B-Segment konzentriert. Mitte August 2017 wurde ein Joint Venture "Commerz Finanz GmbH" zwischen der Commerzbank und der BNP Paribas Personal Finance S. A., über das Ratenkredite vermittelt wurden, beendet. BNP Paribas führt seitdem das Geschäft selbst unter Consors Finanz weiter. Die Gerüchte um den etwaigen Erwerb der staatlichen Commerzbank-Anteile durch BNP Paribas wollte Diederichs nicht kommentieren.

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