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19.06.2024 | Firmenkunden | Nachricht | Nachrichten

Bürgschaftsbanken rücken gemeinnützige Firmen in den Fokus

verfasst von: Angelika Breinich-Schilly

2 Min. Lesedauer

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Sie geraten nur selten in einen Zahlungsverzug oder gar in eine Insolvenz: gemeinnützige oder gemeinwohlorientierte Unternehmen. Gestützt auf eine aktuelle Studie wollen deshalb die Bürgschaftsbanken diese Firmenkunden stärker fördern.

Gemeinnützige Unternehmen haben im Gegensatz zur gewerblichen Wirtschaft eine sechsmal geringere Ausfallrate und sind deutlich seltener insolvenzgefährdet. Das hat eine aktuelle Analyse von Creditreform Rating im Auftrag des Verbands Deutscher Bürgschaftsbanken (VDB) ergeben. Hierfür wurden aus den mehr als 2,5 Millionen in der Datenbank erfassten Betriebe gut 10.000 gemeinwohlorientierte Unternehmen anhand spezieller Parameter als repräsentative Teilmenge identifiziert und untersucht. Hierbei spielte die Risikotragfähigkeit dieser Firmen, deren Ausfallrisiken und strukturelle Unterschiede zu anderen Unternehmensformen eine zentrale Rolle. 

Gemeinnützige Firmen genießen Steuervorteile

Zur Gruppe zählen im Allgemeinen Kapitalgesellschaften, Genossenschaften sowie eingetragene Vereine, deren Arbeit unmittelbar und ausschließlich gemeinnützige Zwecke verfolgt - etwa die gemeinnützige GmbH. Sie genießen unter anderem steuerliche Vergünstigungen nach §§ 51 bis 68 Abgabenordnung und § 5 I Nr. 9 Körperschaftssteuergesetz, insoweit kein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb unterhalten wird. 

"Angesichts des großen Beitrags, den diese Unternehmen zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen leisten können, sind die Erkenntnisse für die Bürgschaftsbanken von besonderem Interesse", erläutert Stephan Jansen, Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Bürgschaftsbanken. Durch die Analyse habe erstmals eine allgemeine Struktur dieses Unternehmenssegments erfasst werden können. 

Kleinst- und Kleinbetriebe dominieren das Segment

Die Untersuchung belegt, dass Kleinst- und Kleinunternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten die Gruppe dominieren, während Großunternehmen mit mindestens 250 Angestellte etwa zwölf Prozent der gemeinnützigen Betriebe ausmachen. Dabei ordnet die Studie mehr als die Hälfte der Firmen (56 Prozent) dem Gesundheits- und Sozialwesen zu, gefolgt vom Bildungssektor (16 Prozent) und sonstigen Dienstleistungen (14 Prozent). Industrie, Bau und Handel spielen mit weniger als einem Prozent in der Betrachtung fast keine Rolle.

Bei der Untersuchung der Ausfallereignisse zeigt sich, dass diese Firmen insgesamt sechsmal seltener in Zahlungsverzug geraten. Dieser Anteil ist bei Kleinstbetrieben am höchsten, gefolgt von den großen Unternehmen. "Im Gegensatz dazu weisen kleine und mittelgroße Betriebe geringere Ausfallraten auf. Das Ergebnis überrascht, da üblicherweise mit zunehmender Unternehmensgröße ein sinkendes Ausfallrisiko angenommen wird. Dies kann jedoch zum einen auf die insgesamt geringe Anzahl an Ausfällen und zum anderen auf mögliche verzerrende Effekte durch die Pandemie zurückzuführen sein“, erklärt Benjamin Mohr, Geschäftsleitungsmitglied bei Creditreform Rating. 

Gemeinnützige Firmen haben solide Eigenkapitalstruktur

Insgesamt sieht die Studie in der soliden Eigenkapitalstruktur der untersuchten Firmen den zentralen Grund für die geringe Ausfallwahrscheinlichkeit. Ihre Eigenkapitalquote habe zum Untersuchungszeitpunkt bei durchschnittlich 58,7 Prozent gelegen - "mit steigender Tendenz". Zum gleichen Zeitpunkt lag die durchschnittliche Eigenkapitalquote der deutschen Gesamtwirtschaft bei 36,7 Prozent. Das mache gemeinnützige Unternehmen widerstandsfähiger gegen wirtschaftlichen Schwankungen.

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