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30.11.2020 | Firmenkunden | Interview | Onlineartikel

"Langfristige Konsortialkredite schaffen Freiräume"

Autor:
Barbara Bocks
1:30 Min. Lesedauer
Interviewt wurde:
Lothar Josef Heck

arbeitet als Executive Director im Bereich "Corporate Finance Origination" bei der Landesbank Baden-Württemberg.

Konsortialkredite haben im deutschen Firmenkundengeschäft eine lange Tradition und sind trotz des hohen Aufwands für wachsende Unternehmen interessant. Warum das so ist und wie die Digitalisierung den Markt verändern wird, erklärt der Experte Lothar Josef Heck.

Springer Professional: Warum entscheiden sich Firmen für Konsortialkredite?

Lothar Josef Heck: Eine langfristige Konsortialfinanzierung schafft Freiräume für die Geschäftsführung. Unternehmen sind durchfinanziert und sichern damit die für sie wichtigen strategischen Punkte ab. Einzelhandelskonzerne beispielsweise nutzen Konsortialkredite, um die Besonderheiten der langfristigen Finanzierungen von Immobilien mit denen der Working‐Capital‐Finanzierungen des Wareneinkaufs in Einklang zu bringen. Der Konsortialkredit stellt sicher, dass die unterschiedlichen Anforderungen dieser Finanzierungskreise in gewisser Weise harmonisiert werden.

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Die Corona-Pandemie hat die Finanzierungsgrundlage von vielen Firmenkunden durcheinandergebracht. Betriebe mit bestehenden Konsortialkreditlinien haben in dieser Zeit hingegen echte Vorteile.

Warum nutzen Firmen auf Expansionskurs Konsortialkredite?

Viele Pharma‐ und Biotech‐Unternehmen haben strategische Wachstumsmodelle und müssen bei Akquisitionschancen schnell reagieren können. Daher lassen sie sich in ihren Konsortialkrediten für diese Fälle Freiheiten einräumen. Kommt es zu einer Übernahmevereinbarung, ist der Deal deshalb entweder schon finanziert oder die Finanzierung zumindest weitgehend vorbereitet.

Inwiefern werden Konsortialkredite bei Projektfinanzierungen eingesetzt?

Anlagenbauer haben sehr lange Projektierungsphasen und sehr hohe Projektvolumina. Wenn ein Maschinenbauer beispielsweise eine Fabrik ausrüsten soll, fließen zu Beginn hohe Summen in die Vorfinanzierung und in Sicherungsinstrumente. Hier würde ein bilateraler Finanzierer detailliert fragen, wie die zu finanzierenden Projekte funktionieren, wie rentabel sie sind, teilweise sogar für die einzelne Maschine. Bei einer Konsortialkreditlösung vereinbaren die Finanzierungspartner für Projekte Freiräume und einheitliche Bedingungen. Für das Unternehmen reduziert das die Durchlaufzeiten erheblich. Ein nicht unwichtiger Nebenaspekt: Der Papierkrieg wird deutlich kleiner.

Welchen Einfluss wird die Digitalisierung auf den Markt für Konsortialkredite haben?

Die Digitalisierung wird die Konsortialkreditfinanzierung verändern. Die Lead‐Manager werden die Konsortien ganz anders führen und beispielsweise durch den Einsatz von Informations‐ und Finanzierungsplattformen auch ganz anders steuern. Möglich auch, dass der Konsortialkredit selbst neue Elemente erhält, wie digitale Ausplatzierungen.

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