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10.09.2019 | Firmenkunden | Im Fokus | Onlineartikel

Banken unterstützen Firmen bei nachhaltiger Finanzierung

Autor:
Barbara Bocks

Um an Kapital zu kommen, greifen immer mehr Firmen auf nachhaltige Finanzierungen zurück. Um diesen Weg zu begleiten, nutzen Kreditinstitute mittlerweile auch digitale Plattformen.

Ob Schuldscheindarlehen, Konsortialkredite oder Anleihen: Nachhaltige Finanzierungsformen werden auch in der Unternehmensfinanzierung immer beliebter. "Unternehmen können durch grüne und nachhaltige Finanzierungen die Bedeutung nachhaltigen Handelns in ihrer Unternehmensstrategie unterstreichen", sagt ein Sprecher der Hypovereinsbank gegenüber springerprofessional.de. 

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Digitalisierung & Nachhaltigkeit

Eine unternehmerische Perspektive

Die Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit dominieren die Zukunft von Unternehmen und unserer Gesellschaft in den nächsten Jahrzehnten. Wenn Unternehmen die Digitalisierung aktiv umsetzen, müssen sie folglich ökonomische, ökologische und soziale Aspekte im Sinne der Nachhaltigkeit berücksichtigen. Genau hier setzt Michael Jacob an: Der Autor geht im ersten Teil des Buches auf die Grundlagen der Digitalisierung und Nachhaltigkeit anhand der wichtigsten Modelle ein. Im zweiten Teil wird der Fokus auf die Frage gelegt, wie Unternehmen den Digitalisierungsprozess nachhaltig gestalten können.

Am 8. August hat beispielsweise der Stuttgarter Maschinen- und Anlagenbauer Dürr bekanntgegeben, einen syndizierten Kredit über 750 Millionen Euro erhalten zu haben. Der Abschluss des neuen Kreditvertrags diente der Firma dabei als Pilotprojekt für die Digitalisierung von Konsortialprozessen. Die Verzinsung des neuen Kredits hängt laut Angaben des Unternehmens unter anderem vom Nachhaltigkeitsrating des Konzerns ab.

Umweltkennzahlen fließen in das Nachhaltigkeitsrating

Bei vielen Finanzierungen werde die Verzinsung eines nachhaltigen Kredits mit dem Nachhaltigkeitsrating einer oder mehrerer darauf spezialisierter Ratingagenturen gekoppelt. "Verbessert sich das Nachhaltigkeitsrating eines Unternehmens entscheidend, wird der Kredit günstiger. Sollte sich das Rating verschlechtern, kann der Kredit aber auch teurer werden", so der HVB-Sprecher gegenüber Springer Professional. Für die Berechnung des Ratings würden in der Regel mehrere hundert Nachhaltigkeitskriterien zum Einsatz kommen, etwa Umweltkennzahlen wie CO2-Ausstoß, Wasserverbrauch oder auch faire Arbeitsbeziehungen. Im Juni hatte Dürr ein Sustainability-Schuldscheindarlehen über 200 Millionen Euro platziert mit gleicher Bedeutung des Nachhaltigkeitsratings für die Zinskosten.

Digitale Plattform unterstützt Vermarktung

In Deutschland hat Unicredit neben Dürr unter anderem auch den Green Bond der KfW im Mai 2019 mit einem Volumen von drei Milliarden Euro begleitet. Mitte August haben Bayern LB, ING und LBBW gemeinsam einen grünen Schuldschein für den Autobauer Porsche mit einem Gesamtvolumen von einer Milliarde Euro arrangiert. Dabei haben sich die Banken auch digitaler Hilfsmittel bedient. Denn einen Teil der Vermarktung hat die digitale Schuldschein-Plattform Debtvision übernommen, die die LBBW zusammen mit der Börse Stuttgart gegründet hat. "Debtvision gibt es mittlerweile seit 15 Monaten und hat sich gut am Markt etabliert", sagt ein Sprecher der LBBW gegenüber springerprofessional.de. Zum 21. August wurden knapp 40 Schuldschein-Transaktionen über die Plattform vermarktet und rund 250 professionelle Schuldschein-Investoren sind angeschlossen, heißt es weiter.

Die LBBW habe in den vergangenen Monaten intensiv mit verschiedenen Partnern an der vollständigen Digitalisierung des Schuldscheinprozesses mithilfe der Distributed Ledger Technologie gearbeitet. Der Sprecher geht davon aus, "dass die LBBW auf jeden Fall noch in diesem Jahr die erste komplett digitale Schuldschein-Transaktion in Verbindung mit Debtvision erfolgreich abschließen wird".

Schuldscheindarlehen haben überschaubaren Aufwand

Im Vergleich zu klassischen Anleihen sind die Veröffentlichungs- und Dokumentationskosten bei Schuldscheindarlehen wesentlich geringer, beschreiben die Springer-Autoren Nick Dimler, Boris Karcher und Joachim Peter in dem Buch "Unternehmensfinanzierung im Mittelstand" (Seite 90). "Das Schuldscheindarlehen ist gerade für mittelständische Unternehmen eine interessante Option, da es mit einem überschaubaren Aufwand, einem in der Regel deutschen Kreditvertrag, einer überschaubaren Umsetzungsdauer, aktuell günstigen Konditionen und einer langen Laufzeit ausgestattet ist", so die Autoren.

Wer als Unternehmen allerdings einen grünen Schuldschein aufnimmt, muss laut Angaben der LBBW "überzeugend nachweisen, dass das Geld wirklich genutzt wird, um nachhaltige Projekte zu fördern". Dafür werde im Normalfall ein Gutachten durch eine externe Agentur eingeholt. Als nachhaltig könnten sich auch Digitalisierungsprojekte erweisen, etwa wenn sie helfen, Ressourcen einzusparen.

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