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20.09.2019 | Firmenkunden | Nachricht | Online-Artikel

Sparkassen vergeben mehr Kredite an den Mittelstand

verfasst von: Elke Pohl

2:30 Min. Lesedauer

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Mit 31 Milliarden Euro neu zugesagten Investitionskrediten für den Mittelstand haben die Sparkassen im ersten Halbjahr 2019 den Wert des Vorjahreszeitraums um 1,6 Prozent übertroffen. Das zeigt der aktuelle 2019er "S-Mittelstand-Fitnessindex". 

Laut Helmut Schleweis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), zeige der Fitnessindex, dass die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Deutschland nur mit einer kurzen Konjunktureintrübung rechnen. Mit einem Wert von 102 Punkten für das Jahr 2018 erreicht er sogar einen neuen Höchststand. Für 2019 und 2020 werden allenfalls leichte Rückgänge beim Index erwartet. Für diese Jahre erwarten die 300.000 Betriebe, deren Daten im Rahmen des Fitnessindex anonymisiert ausgewertet wurden, ein weiteres, wenn auch gedämpftes Umsatzwachstum um die vier Prozent. 

Da die langen Jahre des konjunkturellen Aufschwungs zu hohen Kapazitätsauslastungen geführt haben, wurde kräftig ins Anlagevermögen investiert. "Wenn der Staat wenigstens einen Teil seiner Milliardenüberschüsse für die Erhöhung der Standortattraktivität einsetzen würde, sähen wir sicher noch höherer Unternehmensinvestitionen in Deutschland", sagte der DSGV-Chef in Richtung Bundesregierung.

Mehr Investitionen ins Sachanlagevermögen

Ein Zeichen für den Optimismus des Mittelstandes seien die im Jahr 2018 deutlich um 4,6 Prozent gestiegenen Investitionen in das Sachanlagevermögen. Man gehe davon aus, dass auch weiterhin investiert würde. Dabei sei zu beobachten, dass das Anlagevermögen immer effizienter eingesetzt werde: Während im Jahr 2004 mit einem Euro Sachanlagen 1,70 Euro Umsatz erzielt wurde, sind es heute 2,20 Euro. 

Dabei sei die Sorge, dass die EZB-Geldpolitik zu einer gefährlichen Blase in der Mittelstandsfinanzierung geführt haben könnte, aus Sicht der Sparkassen unbegründet. "Unsere Analysen zeigen, dass sogenannte Zombi-Unternehmen, die nur dank niedriger Zinsen am Leben erhalten werden und einen Zinsanstieg nicht verkraften würden, kein Phänomen des deutschen Mittelstandes sind", beruhigt Schleweis. Der Anteil von Unternehmen mit operativen Verlusten habe sich seit 2003 von 8,5 auf 6 Prozent verringert.

Mittelstand mehrheitlich im mittleren und oberen Feld

Die Politik der Sparkassen, keine Kredite unbedacht an riskante Geschäftsmodelle zu vergeben, habe sich ausgezahlt. Die Vergabestandards seien unverändert hoch, so Schleweis. Zudem habe eine Befragung von Mittelstandsexperten der Sparkassen ergeben, dass sich viele Unternehmen trotz prinzipieller Zuversicht mit Maßnahmen für einen möglichen wirtschaftlichen Abschwung befassen und sich darauf vorbereiten. "Die Erfahrung zeigt, dass sich in Krisensituationen die Spreu vom Weizen trennt", erklärt er weiter. "Insbesondere Unternehmen mit einer schlechten Wettbewerbsposition sind in einem Abschwung gefährdet." 

Allerdings verorten 57 Prozent der befragten Experten ihre Firmenkunden im soliden Mittelfeld, 34 Prozent sehen sie sogar im oberen Drittel. Insgesamt weisen sie zwar auf die Gefahr eines Abschwungs in den Industriebranchen hin. In der Bauwirtschaft, im Dienstleistungsgewerbe und in konsumnahen Branchen wie dem Gastgewerbe – typisch mittelständisch geprägte Branchen – seien aber weiter positive Entwicklungen zu erwarten.

Bürokratieabbau gefordert

Zum Schluss appellierte der DSGV-Chef an die Politik, trotz dieser guten Prognosen den Belangen des Mittelstandes als verlässlichem Arbeitgeber und Stabilitätsanker in ihrer wirtschaftspolitischen Agenda mehr Raum einzuräumen. "Die aktuelle Mittelstandspolitik der Bundesregierung ist ein guter Schritt in die richtige Richtung. Ihre Umsetzung muss aber zügig angegangen werden", fordert er. Öffentliche Investitionen in Infrastruktur, Forschung und Bildung seien dabei genauso wichtig wie Bürokratieabbau und steuerliche Entlastung.

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