Forderungen nicht verjähren lassen
- 02.10.2024
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Das Jahresende naht und damit auch eine wichtige Frist: Bis zum 31. Dezember verjähren bestimmte Forderungen. Der Vertrieb von Unternehmen sollte jetzt offene Rechnungen seiner Kunden prüfen, um Verluste zu vermeiden.
Offene Forderungen belasten die Unternehmensliquidität.
studio v-zwoelf / Stock.adobe.com
Nach der Rechnungsstellung warten viele Firmen oft lange auf Zahlungseingänge. Laut der Coface-Zahlungserfahrungsstudie 2024 sind beispielsweise 78 Prozent der befragten Unternehmen von Zahlungsverzug betroffen, im Schnitt um etwa 31 Tage. Das kann die eigene Liquidität erheblich belasten, da Leistungen bereits erbracht und Kosten vorfinanziert wurden. Hier muss das Forderungsmanagement schnell handeln, um die offenen Beträge einzutreiben.
Immer häufiger extremer Zahlungsverzug
Noch schwieriger wird es, wenn Kunden ungewöhnlich lange nicht auf Mahnungen reagieren. Eine besorgniserregende Entwicklung: 16 Prozent der Unternehmen (plus sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr) haben mit extrem langen Zahlungsverzögerungen zu kämpfen, die zwei oder mehr Prozent ihres Jahresumsatzes ausmachen.
Bei langem Zahlungsverzug stellt sich die Frage: Lässt sich die Forderung überhaupt noch eintreiben? Ein Forderungsverlust ist ein Worst-Case-Szenario. Daher müssen Unternehmen besonders aufmerksam ihre Außenstände im Blick behalten. Generell lassen sich Zahlungsverzögerungen jedoch nicht immer vermeiden. Auch zuverlässige Geschäftspartner können in finanzielle Schwierigkeiten geraten.
Verjährung rechtzeitig verhindern
Vor allem während der Corona-Pandemie hatten viele Kunden Stundungen verhandelt. Doch wenn ein Schuldner über Jahre hinweg vertröstet, gilt es, die Verjährungsfrist zu beachten: Forderungen verjähren nach drei Jahren. Eine entsprechende gesetzliche Regelung findet sich in § 195 Bürgerliches Gesetzbuch. Das bedeutet, dass Forderungen aus dem Jahr 2021 zum 31. Dezember 2024 verjähren.
Unternehmen sollten deshalb umgehend prüfen, welche Kundenrechnungen davon betroffen sein könnten. Zusätzlich sollten präventive Maßnahmen wie
- die Bonitätsprüfung neuer Kunden und
- eine frühzeitige Kommunikation bei Zahlungsproblemen etabliert werden.
So können Risiken besser eingeschätzt und Forderungsverluste rechtzeitig minimiert werden. Bei hohen Beträgen kann ein gerichtliches Mahnverfahren sinnvoll sein, um die Verjährung zu hemmen. Regelmäßig Schulungen im Forderungsmanagement durchzuführen, moderne Tools zur Echtzeitüberwachung zu verwenden und Inkassodienstleister einzusetzen, kann ebenfalls dazu beitragen, Außenstände abzusichern.
Factoring als Finanzierungsinstrument einsetzen
Mit Factoring können Unternehmen gegen Gebühr außerdem eine alternative Finanzierungsform nutzen, die Forderungsausfälle verhindert. Bei dieser Finanzierungsmethode werden offenstehende Forderungen gegenüber Kunden an einen Finanzdienstleister verkauft, bevor sie fällig werden. Dieser zahlt die Forderungen an das Unternehmen aus. So können zum Beispiel Außenstände überbrückt und direkt Zahlungseingänge realisiert werden.