Skip to main content
main-content

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einleitung: Forschungsthema Militär

Einleitung: Forschungsthema Militär

Warum sind Menschen bereit, sich militärischen Organisationen unterzuordnen, das eigene Leben aufs Spiel zu setzen oder das Leben anderer zu bedrohen? Was tun diese Organisationen, um Menschen dazu zu befähigen? Wie passen solche Organisationen, die Krieg führen und Lebensgrundlagen zerstören können, in eine moderne Gesellschaft? Mit diesen u.a. Fragen setzen sich die vorliegenden Beiträge auseinander.
Maja Apelt

Krieg, Gesellschaft und Militär

Frontmatter

Krieg und Gesellschaft in der frühen soziologischen Theorie

Auguste Comte, Ludwig Gumplowicz, Franz Oppenheimer, Herbert Spencer, Werner Sombart
In den großen makrotheoretischen Entwürfen der letzten Jahrzehnte, etwa von Parsons, Luhmann, Habermas, Bourdieu oder den Modernisierungstheorien, stellt sich Gesellschaft als kriegsfreier Raum dar.
Volker Kruse

Die Konstitutionsfunktion des Krieges

Konstitutionstheoretische Zugänge zum Krieg in der deutschen Gegenwartssoziologie
Krieg ist eine universelle kulturgeschichtliche Institution der Gewalt. Es gibt keine Epoche in der Gesellschaftsgeschichte, der nicht die Möglichkeiten dieser Institution zur Verfügung gestanden hätte. In zeitgenössischen Diskursumgebungen sind Bedeutung und Funktion des Krieges aber nicht voraussetzungslos diskutierbar. Schnell kommt es zu Missverständnissen, sogar wissenschaftliche Distanz erscheint gelegentlich verdächtig. Auch die bundesdeutsche Öffentlichkeit macht es sich mit dem Thema schwer. Kriegerische Gewalt ist zwar medial allgegenwärtig und zugleich ein politischer Zankapfel, aber dennoch wird das ‚K-Wort’ von Regierungspolitikern gemieden. Hinter Metaphern wie ‚humanitäre Intervention’, ‚Friedensmission’, ‚Polizeiaktion‘ oder ‚robustes Engagement’ verbirgt sich, was phänomenologisch eher als ‚Kriegführung’ zu bezeichnen wäre (vgl. Geis 2006:10-13).
Dierk Spreen

Krieg, Militär und Geschlechterverhältnisse

Am 25. Oktober 2006 titelt die Bild-Zeitung mit der Schlagzeile „Schockfotos von deutschen Soldaten“ (Bild 2006a: 1). Auf den Bildern sind Soldaten zu sehen, vermutlich Gebirgsjäger, wie sie mit einem Totenschädel hantieren, ihn auf die Spitze ihres Wagens legen, ihm ihren Penis zeigen und Oralsex andeuten.
Cordula Dittmer

Militär und Medien

Im Jahre 490 v.Chr. siegte ein griechisches Heer unter der Führung des Feldherrn Miltiades in der nordöstlich von Athen gelegenen Ebene von Marathon über persische Truppen. Glaubt man der Sage, so wurde die Siegesnachricht von einem Läufer namens Pheidippides überbracht, der nach der 42,195 km langen Strecke von Marathon nach Athen tot auf dem Aeropag zusammen brach. Inzwischen hat sich die Übermittlung von – auch militärisch relevanten – Informationen weit über solche ‚Mensch-Medien‘ hinaus entwickelt und ausdifferenziert. Das Militär ist in vielfältiger Art und Weise selbst – zuletzt etwa mit dem Internet – Entwickler von Medien(technologien) geworden und tritt als Anbieter sowie Distributionsinstanz von Informationen und Deutungsangeboten auf. Medien ihrerseits berichten umfänglich über das Militär als Institution und über den Krieg als ein zentrales Handlungsfeld des Militärs. Aber auch in – alltagssprachlich als Unterhaltungsangebote bezeichneten – medialen Produktionen wie Kriegsfilmen oder -spielen für PC und Videokonsole werden Rolle, Selbstund Fremdverständnis des Militärs bzw. Inszenierungen des Militärischen in zahlreichen Variationen verhandelt (vgl. Schubart et al. 2009).
Fabian Virchow

Militärische Organisationen

Frontmatter

Kampfmoral und Kohäsion als Forschungsgegenstand, militärische Praxis und Organisationsideologie

Die Entfaltung militärischer Gewalt und das Führen von Kriegen sind zentral für Streitkräfte, liegt hierin doch der spezifische Unterschied zu anderen Organisationen und Institutionen. Um diese Fähigkeiten entwickeln zu können und zum Einsatz zu bringen, sind gewaltige Anstrengungen organisatorischer, materieller, finanzieller und logistischer Natur vonnöten. Ebenso wesentlich ist die personale Mobilisierung. Trotz des viel beschworenen und empirisch konstatierten Endes der Massenarmeen sind Streitkräfte weiterhin darauf angewiesen, eine beachtliche Zahl von Soldaten zu rekrutieren, zu mobilisieren, auszubilden und in die Bereitschaft zu versetzen, an militärischen Einsätzen – von humanitären Missionen bis hin zu Kriegen – teilzunehmen. Armeen sind mithin gehalten, Individuen dazu zu bringen, sich ihnen anzuschließen und an militärischen Auseinandersetzungen zu beteiligen. Damit rückt die Frage nach den Gründen und Einflussgrößen soldatischer Motivation in den Fokus. Denn obwohl es scheinbar immer Kriege gab und sich auch in der Gegenwart ausreichend Beispiele für kriegerische Auseinandersetzungen finden lassen, ist es problematisch, den Krieg schlichtweg als Kulturgut zu begreifen (vgl. Keegan 1995).
Heiko Biehl

Kohäsion und Desintegration militärischer Einheiten

Von der Primärgruppenthese zur doppelten sozialen Einbettung militärischen Handelns
Das gegenwärtige soziologische Interesse an Krieg, Militär und kollektiver Gewalt hat eine Reihe neuer Themen hervorgebracht, die das Gesichtsfeld der militärsoziologischen Forschung erheblich erweitert haben (vgl. Heins/Warburg 2004: 75ff.). Die soziologische Fachdisziplin hat sich seit der letzten großen Konjunktur der Militärsoziologie in der Nachkriegszeit des letzten Jahrhunderts zweifellos bedeutend fortentwickelt. Deshalb werden gegenwärtig auch an eher traditionellen Themen und Forschungsfragen der Militärsoziologie neue Aspekte sichtbar, die neue Antworten auf alte Fragen suchen lassen. Der vorliegende Beitrag möchte solche Erkenntnischancen anhand des traditionsreichen Themas der Kohäsion und Desintegration militärischer Einheiten demonstrieren.
Hendrik Vollmer

Neue Militärkultur(en)

Wie verändert sich die Bundeswehr durch die Auslandseinsätze?
Während sich die Soziologie über Jahrzehnte zumindest rudimentär mit dem Militär auseinandergesetzt hat (vgl. Leonhard/Werkner 2005), wandte sich die Ethnologie den Streitkräften entweder gar nicht oder nur mit großen Vorbehalten zu. Dieser Argwohn gegenüber Studien des Militärs ist seit langem Teil der ethnologischen Fachgeschichte. Einerseits erscheinen Ethnologie und Militär auf den ersten Blick inkompatibel. Es prallen unterschiedliche Berufskonzepte, Kommunikationsformen, Selbstverständnisse und Umgänge mit Forschungsergebnissen aufeinander, die nicht leicht zu überwinden sind. Die auf Transparenz und Nachvollziehbarkeit ausgerichteten wissenschaftlichen Arbeitsweisen unterscheiden sich stark vom militärischen Dienst, der zu Friedenszeiten vorwiegend hinter verschlossenen Kasernentoren durchgeführt wird. Organisationsrelevante Prozesse und Strukturen der Streitkräfte sind für Außenstehende somit nur schwer fassbar – die von der Ethnologie angestrebte Innensicht wird aus Sicherheitsgründen oft nur Angehörigen des Militärs gewährt.
Maren Tomforde

Sex in the Army

Militärische Organisationen und Sexualität
In der Forschung über moderne Organisationen, die gemeinhin als „zielorientierte, rational geplante Systeme mit einer auf Dauer gestellten objektivversachlichten Struktur“ (Türk 1989: 23) verstanden werden, kommt dem Bürokratiemodell legitimer Herrschaft von Max Weber (1922) eine große Bedeutung zu. Dabei sind es vor allem zwei Aspekte, die hervorgehoben werden. Einmal ist dies das Leitprinzip der Rationalität: Vernünftig, rational, objektiv, geregelt, formalisiert, zweckorientiert und effizient sollen das Organisationshandeln und die Entscheidungen sein, die von einer Organisation gefällt werden. Das zweite Element ist das, was man die Individuums- bzw. Individualitäts- Neutralität der Organisation, sowohl gegenüber den Organisationsmitgliedern wie auch gegenüber ihren ‚Klienten’, nennen könnte, also die Abstrahierung von den individuellen Merkmalen der jeweiligen Person durch die Organisation.
Gerhard Kümmel

Soldatische Subjekte

Frontmatter

Paradoxe Anforderungen an soldatische Subjekte avancierter Streitkräfte im (Kriegs-)Einsatz

Soldaten müssen vor allem eines können – gehorchen. Nach diesem gängigen Stereotyp sind Soldaten nicht als Subjekte zu achten, sondern als Objekte zu betrachten, die quasi Werkzeuge in den Händen ihrer Vorgesetzten sind. Im nachstehenden Beitrag soll ein anderer Blick auf Soldaten favorisiert werden. Sie sollen grundsätzlich und selbst dann als Subjekte gelten, wenn sie ihren Vorgesetzten gehorchen. Betont wird damit ihr Vermögen, jederzeit als Subjekte handeln zu können. Dieser Perspektivenwechsel ermöglicht es, die Bedeutung der Subjektivität von Soldaten im Krieg zu untersuchen. Ins Blickfeld gerät dabei, in welchem Ausmaß heute zumindest die avancierten Streitkräfte sich bemühen, Qualitäten des Subjektiven bei den Soldaten zu mobilisieren, um sie auf die gegenwärtigen Einsatz- und Gefechtsbedingungen optimal vorzubereiten.
Jens Warburg

Der ‚digitale Soldat‘

Eine Figur an der Front der Informationsgesellschaft
Mitte 2003, nach dem erfolgreichen Feldzug im Irakkrieg, sprachen nicht wenige amerikanische Neokonservative triumphierend von einem New American Way of War (Boot 2003).
Stefan Kaufmann

Backmatter

Weitere Informationen

BranchenIndex Online

Die B2B-Firmensuche für Industrie und Wirtschaft: Kostenfrei in Firmenprofilen nach Lieferanten, Herstellern, Dienstleistern und Händlern recherchieren.

Whitepaper

- ANZEIGE -

Best Practices für Web-Exzellenz im Online-Handel

Erfolgsbeispiele für erfolgreiche Online-Unternehmen gibt es viele. Best Practices für Web-Exzellenz ergeben sich aus der bestmöglichen Umsetzung der Erfolgsfaktoren, die sie auf der anderen Seite aber auch maßgeblich mit bestimmt haben. Lesen Sie hier, was Sie von den Unternehmen lernen können, die zu Recht als "exzellent" bezeichnet werden können.
Jetzt gratis downloaden!

Bildnachweise