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09.09.2014 | Fossile Energien | Im Fokus | Onlineartikel

Gaslieferembargo würde Deutschland stark treffen

Autor:
Julia Ehl

Spätestens nach sechs Monaten ohne russisches Erdgas bekommt Deutschland Probleme. Eine Studie des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln hat die Auswirkungen von Embargos verschiedener Dauern berechnet.

Wenn Russland seine Erdgaslieferungen nach Westeuropa ab November stoppen würde, sind nach spätestens sechs Monaten erhebliche Versorgungsstörungen in Deutschland zu erwarten. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "An Embargo of Russian Gas und Security of Supply in Europe" des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln (EWI). Im Falle einer besonders kalten Woche im Februar müsste in weiten Teilen Europas mit Lieferengpässen gerechnet werden.

Die fehlenden russischen Erdgaslieferungen könnten nur durch den Import von Flüssiggas kompensiert werden. Um die Gasversorgung in Deutschland während eines fünfmonatigen Embargos aufrecht zu erhalten, müsste Europa seine Flüssiggasimporte gegenüber dem Jahr 2013 nahezu verdoppeln und auf dem Weltmarkt zusätzlich 45 Milliarden Kubikmeter deutlich teureres Gas beschaffen.

Warum wäre Deutschland von einem Embargo besonders betroffen?

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  1. Deutschland ist einer der größten russischen Gasimporteure in Europa.
  2. Die Gasproduzenten Niederlande und Norwegen haben ihre Gasproduktion über langfristige Verträge an Länder wie Frankreich und Italien bereits verkauft.

  3. Deutschland verfügt zwar über große Gasspeicher, aber je länger ein Embargo andauert, um so wenige nützen diese Speicher.

Abhängigkeit ist nicht einseitig

Die Autoren der Studie weisen darauf hin, dass auch der russische Export-Monopolist Gazprom erheblich Federn lassen müsste. Nach Schätzungen des EWI würde ein russisches Erdgasembargo pro Monat zu Einnahmeausfällen von 4 bis 4,5 Milliarden Euro führen. Dies entspricht etwa 3,5 Prozent des Jahresumsatzes von Gazprom.

Erdgastransport und -verteilung

In Abschnitt 10.4 des Kapitels "Energietransport und -verteilung" erklärt Panos Konstantin ab Seite 477 den technischen Aufbau von Erdgasnetzen, wie das deutsche und europäische Erdgas-Verbundnetz funktioniert und wie das Erdgasnetz ausgelegt und betrieben wird.

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