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30.11.2016 | Fossile Energien | Im Fokus | Onlineartikel

Großes Ölvorkommen senkt Attraktivität Erneuerbarer Energien

Autor:
Sabine Voith

In Texas wurde laut der US-Behörde USGS eines der größten Ölvorkommen in den USA entdeckt. Sollte der Ölpreis dadurch niedrig bleiben, könnte sich das negativ auf die Erneuerbaren Energien auswirken.

Die amerikanische Behörde United States Geological Survey (USGS) schätzt das neu entdeckte Ölvorkommen in Texas auf 20 Milliarden Barrel. Laut einer Meldung der Behörde wäre dies die größte unkonventionelle Ölquelle, die die USGS jemals festgestellt hätte. Sie ist dreimal größer als das in 2013 entdeckte Vorkommen "Bakken-Three Forks". Sie wurde in einem Schiefergestein namens Wolfcamp Shale in Texas Permischen Becken entdeckt. Das Becken enthält zahlreiche weitere Becken und geologische Formationen, die sich über das westliche Texas und das südliche New Mexico erstrecken. Der Fund besteht aus Erdöl, Erdgas und Kondensat, den sogenannten "Natural Gas Liquide" (NGL). Diese fossilen Energien gelten als bisher unentdeckt und technisch förderbar.

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Fossile Energie

Allen Bemühungen um Klimaschutz zum Trotz werden Erdöl, Erdgas und Kohle noch für einige Zeit die wichtigsten Energieträger bleiben. In fossilen Energieträgern ist die Energie gespeichert, die Lebewesen vergangener Zeiten durch Fotosynthese aus dem Sonnenlicht gewonnen haben.


Die Meldung überraschte, da in dem Gebiet bereits Milliarden Barrel Öl gefördert wurden. Walter Guidroz, Programmkoordinator bei der USGS, sieht die technologische Entwicklung und die sich entwickelnde industrielle Praxis als Grund für den Fund, da technisch der Boden besser untersucht werden könne.

Aufwind für Fracking-Firmen

In den 80iger Jahren wurde in diesem Gebiet bereits Öl gewonnen, damals noch mit einer vertikalen Bohrtechnik. Heute wird eine horizontale Bohrtechnik sowie das Hydraulic Fracturing, kurz Fracking, genutzt. Der neue Fund wird Fracking-Firmen Aufwind geben. Jedoch wird auch das Überangebot an Öl bestehen bleiben, das den Ölpreis niedrig hält. Die neu gewählte Regierung in den USA gilt als Befürworter der Ölförderung und des Frackings. Der Fund soll einen Wert von rund 900 Milliarden Dollar haben.
Wie groß der Fund von 20 Milliarden Barrel ist, lässt sich im Verhältnis zu historischen Daten ermessen. Springer-Autor Prof. Adalbert Wollrab schreibt im Buchkapitel "Erdöl", dass die Weltförderung an Erdöl im Jahre 2011 vier Milliarden Tonnen betragen habe. Wobei die OPEC-Länder führend in der Erdölförderung sind, gefolgt von Russland und den USA.
Erneuerbare Energien aus wirtschaftlichen und finanziellen Gründen zu fördern, mit dem Hintergrund von Erdöl wegzukommen, wie es bei Elektrofahrzeugen beispielsweise der Fall ist, wäre mit diesem Fund unattraktiv.

Auf heimische Energiequellen besinnen

Dies trifft zumindest auf die USA zu. In Deutschland könnte der Fall trotz eines Überangebots an Öl in den USA und eines daraus resultierenden niedrigen Ölpreises anders liegen. Springer-Autor Michael Brzoska erläutert die Gründe ausführlich im Buchkapitel "Probleme der Versorgungssicherheit bei Erdöl und Erdgas – Argumente für erneuerbare Energien?". Er zeigt zwei Argumentationsstränge auf, die für einen Aufbau heimischer Energie sprechen, um von konventionellen Energieträgern, insbesondere Öl und Gas, wegzukommen. Der Autor widmet sich im Kapitel hauptsächlich der politischen Sichtweise. Marktbestimmend ist jedoch auch der Verbraucher. Dass Verbraucher Erneuerbare Energien zwar befürworten, allerdings trotzdem auf niedrige Preise achten, zeigen die Mark Andor et al. im Bericht "Zahlungsbereitschaft für grünen Strom: Zunehmende Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit" auf. Sie beginnen den Bericht mit dem Ergebnis: "Dieser Beitrag untersucht die Zahlungsbereitschaft von jeweils mehr als 6000 privaten Haushalten für grünen Strom auf Basis der Ergebnisse zweier Erhebungen aus den Jahren 2013 und 2015. Es zeigt sich, dass zwar der Anteil der Befürworter der Förderung erneuerbarer Energien gegenüber 2013 weiter gestiegen, die Zahlungsbereitschaft für reinen Grünstrom im Allgemeinen jedoch gefallen ist."

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