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12.04.2013 | Fossile Energien | Im Fokus | Onlineartikel

Fossile Brennstoffe gehen zur Neige

Autor:
Sabine Voith

Die Studie "Fossile und Nukleare Brennstoffe – die künftige Versorgungssituation" der Energy Watch Group vom März 2013 zeigt, dass fossile und nukleare Brennstoffe früher zur Neige gehen. Das Fördermaximum für Erdöl und Erdgas erwarten die Wissenschaftler bereits für das Jahr 2020.

Die Wissenschaftler untersuchten, in welchem Maße Erdgas, Erdöl, Kohle und Uran bis zum Jahr 2030 für eine Energieversorgung mit fossilen und nuklearen Brennstoffen zur Verfügung stehen werden. Anlass für die Studie sind unter anderem frühere Untersuchungen, die von einem Erdölfördermaximum sprechen, dem sogenannten "Peak Oil", das im Jahr 2030 oder 2035 erreicht sein soll.

Die Energy Watch Group, ein internationales Netzwerk von Wissenschaftlern und Parlamentariern, stellt in ihrer Studie fest, dass die Förderung von konventionellem Erdöl seit 2008 zurückgeht. Auch die Erdgasförderung ist rückläufig. Erfolg jedoch hat die Förderung von unkonventionellen Erdöl- und Erdgas vor allem in den USA. Zu den unkonventionellen Erdgasvorkommen gehören unter anderem die Erdgaslagerstätten, aus denen "shale gas", Schiefergas, oder leichtes "tight gas", Gas in dichtem Gestein, gewonnen wird. Zu deren Gewinnung wird ein umstrittenes Verfahren eingesetzt, die hydraulische Stimulation oder "Hydraulic Fracturing".

Die Wissenschaftler gehen jedoch davon aus, dass auch die Förderung von Schiefergas bis 2015 zurückgehen wird. Dies wird den Trend bei der konventionellen Erdgasförderung verstärken. Die europäische Gasförderung ist bereits seit dem Jahr 2000 im Rückgang. In Russland wurde im Jahr 1989 ein erstes Fördermaximum mit der Erschöpfung der großen Felder erreicht. Iran und Katar haben nach Russland die größten Gasreserven weltweit. Sie werden voraussichtlich den steigenden Gasbedarf über LNG, Liquefied Natural Gas, -Exporte decken. Trotzdem erwarten die Wissenschaftler ein Fördermaximum für Erdgas und Erdöl bis 2020.

Kohle und Uran haben Fördermaximum überschritten

Auch die Berechnungen der Forscher was Kohle angeht, lassen erwarten, dass die weltweite Kohleförderung um das Jahr 2020 den Höhepunkt erreichen wird. Die USA haben das Maximum für die energiereiche Steinkohle bereits vor 25 Jahren überschritten.

Betrachtet man das Uran, so sieht es ähnlich aus wie bei der Kohle. Die weltweite Uranförderung hat bereits im Jahr 1980 das Fördermaximum überschritten. Es gab einen Anstieg im Jahr 2000, der auf die Förderausweitung in Kasachstan zurückzuführen ist. Die Wissenschaftler sehen ein Risiko, dass bereits in diesem Jahrzehnt die Versorgung der Kernkraftwerke auf Engpässe stoßen könnte. Neu gebaute Reaktoren können nicht mit einer gesicherten Uranversorgung über die gesamte Lebensdauer von 40 Jahren rechnen, so die Studie.

"Der bald erwartete Rückgang der weltweiten Erdölförderung wird zu deutlichen Versorgungsproblemen führen. Über ein oder zwei Jahrzehnte betrachtet wird der Rückgang so groß werden, dass er nicht durch eine Substitution mit Erdgas, Kohle ausgeglichen wird. Versuche, die Erdgas- und Kohleförderung dann deutlich auszuweiten, werden schnell an Grenzen stoßen, da diese Energieträger ebenfalls erschöpfbar sind und nicht zu weit von den Begrenzungen entfernt sind", so die Studie. Ihre Erstellung wurde finanziell unterstützt durch die Ludwig-Bölkow-Stiftung und die Reiner-Lemoine-Stiftung.

Die Endlichkeit fossiler und nuklearer Energieträger, sowie die Auswirkungen auf den Klimawandel und die Energiekosten, zeigen die Autoren Thomas Schabbach und Viktor Wesselak in "Grundprobleme der Energieversorgung".

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