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Über dieses Buch

Straßenbenutzungsgebühren haben sich als technisch realisierbarer und effektiver Lösungsansatz für Verkehrsprobleme herausgestellt. Eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Einführung dieser preispolitischen Maßnahme ist deren ausreichend hohe Akzeptanz. Denise Kaniok prüft mittels wissenschaftlicher Untersuchungen, inwieweit eine unterschiedliche Darstellungsweise von Straßenbenutzungsgebühren beeinflussende Wirkung auf die Bewertung und die Nutzungsabsicht kostenpflichtiger Straßeninfrastruktur hat. Denn bei der Betrachtung menschlicher Entscheidungsmuster wird deutlich, dass allein durch die unterschiedliche Formulierung eines Sachverhaltes, dem sogenannten Framing, divergierende Entscheidungen hervorgerufen werden können.

Die Ergebnisse deuten auf einen Einfluss der Informationsdarstellung auf menschliche Entscheidungen hin. Insbesondere bezüglich der Faktoren Zeit und Kosten zeigt sich eine hohe Sensitivität. Drohende Zeitverluste führen zu stärkeren Verhaltenseffekten als in Aussicht gestellte identische Zeitgewinne. Es wird eine stärkere Fokussierung auf den Deutungsrahmen empfohlen, sodass mittels gezielt eingesetzter Informationsdarstellung Verhaltens- und Einstellungsmuster im Sinne von nachhaltiger Mobilität hervorgerufen werden.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einführung

Zusammenfassung
Im Spannungsfeld zwischen den in Jahrzehnten gewachsenen Siedlungs-, Industrie- und Verkehrsstrukturen und deren ökologischen und ökonomischen Konsequenzen steht die Verkehrspolitik vor immer größeren Herausforderungen. Einem nicht unbegrenzt verfügbaren Angebot an Raum und Umweltgütern stehen weiter zu erwartende Nachfragezuwächse gegenüber (BMVI, 2016; Follmer et al., 2008). Darüber hinaus führen die aus der Überbeanspruchung des Verkehrsnetzes resultierenden negativen Externalitäten, die von den Verursachern nicht vollständig getragen und an Dritte weitergegeben werden, zu ökonomischen Ineffizienzen.
Denise Kaniok

Kapitel 2. Straßenbenutzungsgebühren zur Verhaltenssteuerung

Zusammenfassung
In den letzten Jahrzehnten führte das enorme Wachstum im Bereich des Personen- und Güterverkehrs zu einer zunehmenden Verknappung der Ressourcen Umwelt und Straßeninfrastruktur, wodurch ein reibungslos funktionierendes Verkehrssystem nicht mehr gewährleistet werden kann. Die Verkehrsleistung im Personenverkehr in Deutschland wird beispielsweise bis zum Jahr 2030 im Vergleich zu 2010 um insgesamt 12 % zunehmen (BMVI, 2016). So steht einem nicht unbegrenzt verfügbaren Angebot an Raum und Umweltgütern eine stetig steigende Nachfrage gegenüber.
Denise Kaniok

Kapitel 3. Framing-Effekte bei Entscheidungen unter Unsicherheit und Risiko

Zusammenfassung
Die ökonomische Theorie postuliert, dass Individuen auf Grundlage verfügbarer Informationen und deren verzerrungsfreier Verarbeitung rational handeln und Entscheidungen nach Abwägung zu erwartender Kosten und Nutzen treffen. Basierend auf psychologischen Erkenntnissen führen jedoch beispielsweise kognitive Beschränkungen und motivationale Faktoren zu fehlerhaften oder suboptimalen Entscheidungen (Kahneman & Tversky, 1979). Kahneman und Tversky (1979) stellten in einer Reihe von Untersuchungen Abweichungen von der in der normativen Entscheidungstheorie angenommenen Präferenzstruktur fest.
Denise Kaniok

Kapitel 4. Fragestellungen und Hypothesen

Zusammenfassung
Auf Grundlage des in den vorherigen Kapiteln dargestellten theoretischen Hintergrundes werden Fragestellungen formuliert und, soweit es die Literatur zulässt, Hypothesen als vorläufige Antwortentwürfe abgeleitet. Es wird der zentralen Forschungsfrage nachgegangen, inwieweit sich bei der Anwendung von Frames bei der Präsentation von Straßenbenutzungsgebühren Verzerrungen bei deren Bewertung und der Nutzungsabsicht kostenpflichtiger Straßeninfrastruktur zeigen. Zu prüfen ist, ob sich menschliche Entscheidungen aufgrund unterschiedlicher Formulierungen verschiedener Gebühreninformationen im Sinne von umweltbewusstem Verkehrsverhalten beeinflussen lassen.
Denise Kaniok

Kapitel 5. Studie I – Attribute Framing

Zusammenfassung
Im Fokus der ersten Studie stehen die persuasive Wirkung des Attribute Framings auf die Bewertung von Straßenbenutzungsgebühren und das Auftreten des Metric-Effektes. Die bezüglich der Darstellung von Straßenbenutzungsgebühren zu variierende Eigenschaft stellt die Gebühr dar. Diese Art der Beeinflussung wurde gewählt, da hinsichtlich potentieller Veränderungen der individuellen finanziellen Situation sowie des Autogebrauchs eine hohe Sensitivität vorherrscht.
Denise Kaniok

Kapitel 6. Studie II – Goal Framing

Zusammenfassung
Die Erwartung von Vor- und Nachteilen aus der Einführung von Straßenbenutzungsgebühren stellt eine entscheidende Determinante für deren Akzeptanz dar. Vordergründig werden durch preispolitische Verkehrsregulierungsmaßnahmen negative Assoziationen wie Bestrafung infolge zusätzlicher Kosten oder erzwungener Verhaltensänderungen hervorgerufen statt die positiven Effekte in Form des resultierenden Nutzens deutlich werden zu lassen. Es ist zu hinterfragen, wie diese Verlustperspektive vermieden werden kann.
Denise Kaniok

Kapitel 7. Studien III.I & III.II – Risky Choice Framing

Zusammenfassung
Dieses Kapitel widmet sich der Wirkung des Risky Choice Framings im Kontext von Routenwahlentscheidungen unter Berücksichtigung von Zeit- und Kosteninformationen. Obwohl sich der „klassische“ Framing-Effekt in zahlreichen Studien in Form von intendierter Einstellungs- und Verhaltensbeeinflussung gezeigt hat, blieben Untersuchungen im Verkehrsbereich bisher verhalten. Der hierbei zentrale Aspekt der Unsicherheit spielt auch beim Entscheidungsverhalten hinsichtlich der zu erwartenden Reise- oder Ankunftszeit sowie anfallenden Kosten eine wesentliche Rolle.
Denise Kaniok

Kapitel 8. Zusammenfassung und Implikationen

Zusammenfassung
In Anbetracht der heute schon beobachtbaren Engpässe im Straßenverkehr und der weiter zu erwartenden Nachfragezuwächse, dem Ausmaß der Umweltbelastung und der gleichzeitigen Knappheit öffentlicher Mittel, steht die Verkehrspolitik vor immer größeren Herausforderungen. Es sind neue Wege einzuschlagen, um die Leistungsfähigkeit der Straßeninfrastruktur wiederherzustellen bzw. zu erhalten und zugleich den ökologischen Ansprüchen gerecht zu werden.
Denise Kaniok

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