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Über dieses Buch

Martina Lizarazo López beleuchtet den Wandel von der traditionellen zur modernen Demographiepolitik in Frankreich zwischen dem Ende des Baby-Booms und dem erneuten Geburtenanstieg ab der Mitte der 1990er Jahre, als wesentliche demographische, sozio-ökonomische, gesellschaftliche und rechtliche Transformationsprozesse eine Anpassung der traditionellen demographiepolitischen Strategien erforderten. Sie stellt dar, dass das demographiepolitische Selbstverständnis in Frankreich, die Bevölkerungsentwicklung durch entsprechende Maßnahmen in der Familien- und der Einwanderungspolitik aktiv zu beeinflussen, auf der grundlegenden Überzeugung beruht, dass die demographischen Prozesse kein unabwendbares Schicksal bedeuten und mittels geeigneter Maßnahmen korrigiert bzw. gestaltet werden können.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Die demographische Lage wie auch demographiepolitische Fragestellungen prägen traditionell die politische Kultur Frankreichs. In den Medien wird leidenschaftlich über den Anstieg bzw. den Rückgang der Geburtenzahlen berichtet und in den Wahlkampagnen vielfach der Nutzen einer Demographiepolitik diskutiert: „Cet intérêt singulier que la France porte à la démographie, étonne souvent nos voisins.

Martina Lizarazo López

Kapitel 2. Die Entstehung der demographiepolitischen Tradition in Frankreich

Zwischen dem Ende des 18. Jahrhunderts und dem Beginn der 1940er Jahre war Frankreich in mehrfacher Hinsicht ein „demographischer Sonderfall“: Zum einen durch eine über 150 Jahre kontinuierlich sinkende Fertilitätsrate, die sich im 19. Jahrhundert unter dem für den Erhalt der Elterngeneration notwendigen Wert einpendelte. Zum anderen durch erste Überalterungstendenzen in der Bevölkerung, die sich aus den abnehmenden Geburtenzahlen und der gleichzeitig langsam zurückgehenden Sterblichkeit entwickelten und im 19. Jahrhundert weltweit ein Unikum darstellten.

Martina Lizarazo López

Kapitel 3. Der theoretische Analyserahmen

Die Analyse der Neuausrichtung demographiepolitischer Maßnahmen im Frankreich der 1970er und 1980er Jahre orientiert sich im Wesentlichen an dem von Paul A. Sabatier und seinen Mitarbeitern – u.a. Hank Jenkins-Smith – in den 1980er Jahren entwickelten und anschließend weiter ausgearbeiteten Advocacy Coalition Framework (ACF, in der deutschsprachigen Literatur auch Advocacy-Koalitionen-Ansatz genannt). Die folgenden Darstellungen beruhen im Wesentlichen auf Sabatiers Aufsatz „Advocacy-Koalitionen, Policy-Wandel und Policy-Lernen: Eine Alternative zur Phasenheuristik“.

Martina Lizarazo López

Kapitel 4. Die demographische Entwicklung in Frankreich und die dynamischen externen Parameter während des Untersuchungszeitraums

Obwohl die zusammengefasste Geburtenziffer (Total Fertility Rate – TFR) in Frankreich bereits ab 1964 sank (zwischen 1964 und 1973 um ca. 21%), blieb die Geburtenzahl bis 1973 mit jährlich über 800 000 Geburten relativ stabil. Der Grund hierfür war, dass in den 1960er Jahren die kinderreichen Jahrgänge der Nachkriegszeit und damit 8,7% mehr Frauen ihr gebärfähiges Alter erreichten und die geringere Kinderzahl je Frau dadurch vorläufig ausgeglichen werden konnte. Der sich dennoch vollziehende Geburtenschwund umfasste seit 1965 grundsätzlich alle Alterskategorien wie auch Heiratsjahrgänge und ließ sich ab 1974 auch deutlich an der jährlichen Geburtenzahl ablesen: Während diese in den Jahren des Baby-Booms und bis 1973 stets deutlich über 800 000 gelegen hatte, sank sie 1975 erstmals unter diese Marke und schwankte von 1975 bis 1995 – mit Ausnahme der Jahre 1980 und 1981 – zwischen dem Höchstwert 797 000 (1982) und dem Tiefstwert 711 000 (1994).

Martina Lizarazo López

Kapitel 5. Die Neuausrichtung demographiepolitischer Aspekte in der Familien- und der Einwanderungspolitik in den 1970er und 1980er Jahren

Wie bereits im Fazit des vorausgegangenen Kapitels angekündigt, spielten demographische Aspekte in der französischen Familienpolitik spätestens seit der Verabschiedung des Gesetzes „Veil“ im Dezember 1974 und dem deutlichen Geburtenrückgang ab der Mitte der 1970er Jahre wieder eine zentralere Rolle. Während die familienpolitischen Maßnahmen unmittelbar vor und nach dem Zweiten Weltkrieg in wesentlichem Maße von demographiepolitischen Interessen geleitet waren, hatten seit den 1960er Jahren immer häufiger auch soziale Faktoren Eingang in die französische Familienpolitik gefunden, denen keine ausdrücklich demographische Motivation zugrunde lag. Dementsprechend bildeten die demographischen Aspekte zunehmend nur noch einen Teilbereich in einer immer breiter ausgerichteten Familienpolitik.

Martina Lizarazo López

Backmatter

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