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Über dieses Buch

Julia Tonn untersucht, inwiefern organisationale Strukturen und Prozesse bei der Entstehung und Aufrechterhaltung der Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen privatwirtschaftlicher Unternehmen in Deutschland beteiligt sind. Die Fragestellung folgt demnach dem New Structuralism. Die Autorin analysiert in diesem Fall die geschlechtsspezifische Ungleichheit mithilfe von Konzepten und Theorien der Organisationsforschung. Dazu hat sie im Rahmen einer qualitativen Studie die Gründe der Unterrepräsentanz in der Praxis erhoben.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einführung in das Thema

Warum sind Frauen trotz gewandelter Geschlechterrollen, eines hohen Bildungsniveaus und einer daraus resultierenden hohen Qualifizierung, vielfältiger arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen und gesetzlicher Regelungen noch immer in Leitungsfunktionen von Politik und Wirtschaft unterrepräsentiert? Die Beantwortung dieser Frage gestaltet sich aus wissenschaftlicher Sicht als schwierig. Anhand von Erkenntnissen unterschiedlicher Studien ist es zwar möglich, Aussagen über die Anzahl von Frauen in verantwortungsvollen Tätigkeiten zu treffen sowie die Entwicklung des Anteils von Managerinnen in Organisationen zu beleuchten, doch über die Gründe für den geringen Frauenanteil in Führungsfunktionen ist man sich bisher nicht einig. Dennoch ist die Unterrepräsentanz von Frauen schon lange Teil der wissenschaftlichen Diskussion (siehe Kapitel 2.3), nimmt auch in der öffentlichen Debatte einen hohen Stellenwert ein und rangiert auf der politischen Agenda ebenfalls sehr weit oben.
Julia Jane Tonn

2. Konzeptioneller Bezugsrahmen

Im Folgenden wird zunächst anhand von Ergebnissen ausgewählter Studien ein Bild zur Anzahl und Entwicklung des Anteils von Managerinnen in der BRD gezeichnet (Kapitel 2.1). Daran anschließend werden die wichtigsten Begriffe dieser Arbeit definiert und erläutert sowie die Relevanz der Kategorie Geschlecht in der Organisationsforschung dargelegt (Kapitel 2.2). Ein Überblick über das Spektrum theoretischer Erklärungsansätze zur Unterrepräsentanz weiblicher Führungskräfte erfolgt im Kapitel 2.3. Die Erklärungsansätze für die Unterrepräsentanz reichen dabei von Erkenntnissen der Evolutionsbiologie bis hin zu soziologischen Merkmalen, d. h.
Julia Jane Tonn

3. Eine organisationstheoretische Analyse von Gründen für die Unterrepräsentanz weiblicher Führungskräfte in Unternehmen

Die Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen ist zwar ein junges Forschungsthema, doch die Forschung zum Thema „Geschlecht und Organisation“ wächst stetig und findet auch in Deutschland zunehmend Beachtung. Dennoch stammt zurzeit die Mehrheit an Studien und empirischen Erhebungen aus der englischsprachigen Forschung, insbesondere aus dem US-amerikanischen Raum. Da die Erkenntnisse in ihrem gesellschaftlichen und historischen Kontext betrachtet werden müssen, erlauben sie keine pauschalen Aussagen und sind nicht uneingeschränkt auf deutsche Verhältnisse übertragbar (vgl. Alvesson/Due Billing 1992).
Julia Jane Tonn

4. Empirisches Forschungsdesign

Nachdem sich der erste Teil dieser Arbeit der theoretischen Erörterung der Frage nach den Gründen für den geringen Frauenanteil in den Führungsetagen gewidmet hat, folgt nun die empirische Analyse. Ziel ist es, ein möglichst konkretes Bild der momentanen betrieblichen Realität zu ermitteln. Darüber hinaus richtet sich der Fokus der Studie auf die Frage, inwieweit ausgewählte theoretische Ansätze und Konzepte der Organisationsforschung Anknüpfungspunkte für die Abbildung, Analyse und Erklärung geschlechterdifferenter und -differenzierender Strukturen und Prozesse in Organisationen ermöglichen. Bevor die methodische Anlage der empirischen Untersuchung erläutert wird (Kapitel 4.2) und die Ergebnisse der Untersuchung präsentiert werden (Kapitel 5), werden nachfolgend die zentralen der Studie zugrundeliegenden theoretischen Vorannahmen, Analysedimensionen und Fragestellungen kurz zusammengefasst.
Julia Jane Tonn

5. Empirische Ergebnisse zu den Barrieren, mit denen Frauen auf dem Weg in die Führungsetagen konfrontiert sind

In der wissenschaftlichen Diskussion reichen die Erklärungsansätze für die Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen von der Evolutionsbiologie bis hin zu gesellschaftspolitischen und kulturspezifischen Analysen. Fragt man jedoch die Frauen selbst nach Erklärungen, äußern diese oftmals eine Reihe an Spekulationen, die inhaltlich auf die mediale Diskussion oder auf die (öffentlichen) Reden verschiedener Personalverantwortlicher zurückgeführt werden können. Als Grund für das ungleiche Geschlechterverhältnis in den oberen Führungsreihen deutscher Unternehmen wird i. d. R. entweder die Doppelbelastung der Frauen durch Familie und Beruf genannt oder eine mangelnde Karrieremotivation von Frauen vermutet. Ich habe im Rahmen dieser Arbeit bereits ausführlich herausgearbeitet, dass es sich dabei z. T.
Julia Jane Tonn

6. Eine organisationstheoretische Analyse der empirischen Ergebnisse

Der erste Teil dieser Arbeit widmete sich der theoretischen Auseinandersetzung mit dem Problem der Marginalität von Frauen in den oberen Führungsebenen von Unternehmen. Ein Überblick über das Spektrum theoretischer Erklärungsansätze verdeutlichte die Komplexität dieses Themas (siehe Kapitel 2.3). Nicht nur die Vielzahl an unterschiedlichen Barrieren, sondern auch deren Wechselwirkung und die zu berücksichtigenden unterschiedlichen Analyseebenen erschweren eine Beantwortung der Frage nach der anhaltenden Geschlechterungleichheit an der Spitze von Macht und Einkommen. Die empirische Studie diente wiederum dazu, ein möglichst konkretes Bild der betrieblichen Realität von Wirtschaftsorganisationen zu zeichnen (siehe Kapitel 5).
Julia Jane Tonn

7. Fazit

Der zentrale Untersuchungsfokus dieser Arbeit richtete sich auf die Frage, inwieweit klassische und moderne Ansätze der Organisationsforschung Anschlussstellen für die Erklärung der männlichen Monokultur an der Führungsspitze von Wirtschaftsorganisationen bereithalten. Auf der Basis einer empirischen Untersuchung von vier Unternehmen im DAX-Umfeld wurde die Erklärungskraft von vier ausgewählten Organisationstheorien analysiert. Grundlage der Studie waren 37 ExpertInnengespräche mit VertreterInnen der deutschen Wirtschaft. Das Anliegen der Untersuchung war die interpretative Auswertung der Erfahrungswirklichkeit der Befragten. Da alle InteraktionspartnerInnen zum Forschungszeitpunkt in bestimmten institutionellen Kontexten eingebunden waren, handelt es sich bei den Untersuchungsergebnissen damit um „konstruierte Wirklichkeitsdefinitionen“ (Wunderer/Dick 1997: 26), die jedoch nicht ohne weiteres objektiviert werden können.
Julia Jane Tonn

Backmatter

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