Skip to main content
main-content

Über dieses Buch

Das Open Access Buch bietet eine aktuelle Bestandsaufnahme zum freiwilligen Engagement in Deutschland. Die Ergebnisse basieren auf dem Deutschen Freiwilligensurvey, der zum fünften Mal im Jahr 2019 durchgeführt wurde und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert wird. Die Autor:innen klären Fragen wie: Wer engagiert sich aus welchen Beweggründen? Wie ist freiwilliges Engagement ausgestaltet und wie hat sich freiwilliges Engagement gewandelt? Wie gestaltet sich der Zusammenhang von politischer Partizipation sowie Einstellungen zur Demokratie mit dem freiwilligen Engagement?

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Open Access

Kapitel 1. Zentrale Ergebnisse des Deutschen Freiwilligensurveys 2019

Zusammenfassung
Der Abschnitt fasst die wesentlichen Ergebnisse des Berichts zusammen. Dazu zählen: Der Anteil freiwillig engagierter Menschen ist in den letzten zwanzig Jahren gestiegen. Die Beteiligung im freiwilligen Engagement unterscheidet sich nach Bevölkerungsgruppen und zwischen Regionen. Neue Formen, Schwerpunkte und der Wandel der Ausgestaltung prägen das Bild des freiwilligen Engagements. Politische Partizipation und Demokratieeinstellungen sind bedeutsam für eine funktionierende Zivilgesellschaft und hängen mit freiwilligem Engagement zusammen.
Julia Simonson, Nadiya Kelle, Corinna Kausmann, Clemens Tesch-Römer

Einführung

Frontmatter

Open Access

Kapitel 2. Einleitung: Zwanzig Jahre Deutscher Freiwilligensurvey

Zusammenfassung
Der Freiwilligensurvey ist seit zwanzig Jahren die Basis für die Berichterstattung zum aktuellen Stand und zur Entwicklung des freiwilligen Engagements in Deutschland. Als freiwilliges Engagement werden Tätigkeiten gefasst, die freiwillig und gemeinschaftsbezogen ausgeübt werden, im öffentlichen Raum stattfinden und nicht auf materiellen Gewinn gerichtet sind. Gesellschaftliche Veränderungen schaffen Potenziale für neue Engagementformen und wirken sich auf die Ausgestaltung zivilgesellschaftlichen Handelns aus. Die Veränderungen finden durch neu aufgenommene Themen Eingang in den Survey.
Julia Simonson, Nadiya Kelle, Corinna Kausmann, Clemens Tesch-Römer

Open Access

Kapitel 3. Daten und Methoden des Deutschen Freiwilligensurveys

Zusammenfassung
Der Freiwilligensurvey ist eine repräsentative telefonische Befragung der Wohnbevölkerung Deutschlands ab 14 Jahren zum freiwilligen Engagement. Im Jahr 2019 nahmen 27.762 Personen teil. Die Interviews wurden wie bereits 2014 in sechs Sprachen über Festnetz und Mobilfunk geführt. Die Angaben zum freiwilligen Engagement wurden anhand eines Kriterienkatalogs geprüft. Das Gewichtungskonzept wurde angepasst, indem zusätzlich die Bildungsinformation einbezogen wird. Dadurch ergeben sich für alle Erhebungsjahre um jeweils drei bis vier Prozentpunkte niedrigere Engagementquoten als bisher berichtet.
Julia Simonson, Nora Karnick, Nadiya Kelle, Nicole Hameister

Freiwilliges Engagement in Deutschland

Frontmatter

Open Access

Kapitel 4. Freiwilliges Engagement im Zeitvergleich

Zusammenfassung
Der Anteil freiwillig engagierter Menschen ist in den letzten zwanzig Jahren gestiegen. Zwischen 1999 und 2014 ist dabei ein Anstieg zu beobachten, zwischen 2014 und 2019 ist die Quote stabil geblieben. Diese Entwicklungen stehen in Verbindung mit gesellschaftlichen Veränderungen, sind in Teilen aber auch auf methodische Entscheidungen zurückzuführen. Der neu eingeführte Gewichtungsfaktor Bildung beeinflusst die Höhe der Engagementquoten, der Trend des Anstiegs der Engagementquote über die Zeit ändert sich durch die Hinzunahme der Bildung als Gewichtungsfaktor nicht wesentlich.
Julia Simonson, Nadiya Kelle, Corinna Kausmann, Clemens Tesch-Römer

Open Access

Kapitel 5. Unterschiede und Ungleichheiten im freiwilligen Engagement

Zusammenfassung
Die Beteiligung im freiwilligen Engagement unterscheidet sich nach Bevölkerungsgruppen und Regionen, mit unterschiedlichen Entwicklungstrends. Erstmals seit 1999 unterscheiden sich Frauen und Männer 2019 nicht hinsichtlich der Engagementbeteiligung, auch die Engagementquoten in Ost- und Westdeutschland haben sich angenähert. Personen mit niedriger Bildung sind anteilig besonders selten engagiert, seit 1999 haben die Unterschiede in der Engagementbeteiligung zwischen Bildungsgruppen noch weiter zugenommen.
Julia Simonson, Nadiya Kelle, Corinna Kausmann, Clemens Tesch-Römer

Open Access

Kapitel 6. Gesellschaftliche Bereiche des freiwilligen Engagements

Zusammenfassung
Im Freiwilligensurvey werden vierzehn gesellschaftliche Bereiche unterschieden, in denen sich Menschen freiwillig engagieren. Diese reichen von Sport, Kultur oder Freizeit über Politik und Soziales bis zu Umwelt und Tierschutz. Der größte Zuwachs an freiwillig Engagierten zwischen 2014 und 2019 ist im Bereich Umwelt, Naturschutz oder Tierschutz auszumachen. Berücksichtigt man die Entwicklung in den letzten zwanzig Jahren von 1999 bis 2019, hat der Anteil Engagierter am stärksten im sozialen Bereich, in den Bereichen Kultur und Musik, Sport und Bewegung sowie Schule und Kindergarten zugenommen.
Corinna Kausmann, Christine Hagen

Open Access

Kapitel 7. Motive für freiwilliges Engagement, Beendigungsgründe, Hinderungsgründe und Engagementbereitschaft

Zusammenfassung
Die Motive für freiwilliges Engagement können sehr unterschiedlich sein. Am häufigsten geben aktuell engagierte Personen Spaß sowie Hilfe für andere als Motiv für ihr Engagement an. Ebenso vielfältig sind die Beendigungsgründe ehemaliger engagierter Personen sowie Hinderungsgründe nie engagierter Personen. Am häufigsten werden berufliche Gründe als Beendigungsgrund für freiwilliges Engagement genannt. Der am häufigsten genannte Hinderungsgrund ist fehlende Zeit. Mehr als die Hälfte der aktuell Nicht-Engagierten kann sich allerdings vorstellen, in Zukunft eine freiwillige Tätigkeit aufzunehmen.
Céline Arriagada, Nora Karnick

Open Access

Kapitel 8. Geldspenden und freiwilliges Engagement

Zusammenfassung
Sowohl für Geldspenden als auch für freiwilliges Engagement müssen Ressourcen aufgewendet werden. Anders als für das freiwillige Engagement, das vorrangig zeitliche Ressourcen beansprucht, sind für das Spenden von Geld finanzielle Ressourcen notwendig. Mehr als die Hälfte der Menschen ab 14 Jahren hat 2019 Geld gespendet, wobei jede vierte Person Geldspenden leistet, die Kindern und Jugendlichen zugutekommen. Freiwillig Engagierte spenden im Vergleich anteilig häufiger Geld als Nicht-Engagierte.
Corinna Kausmann, Nora Karnick

Ausgestaltung des freiwilligen Engagements

Frontmatter

Open Access

Kapitel 9. Zeitlicher Umfang und Häufigkeit der Ausübung der freiwilligen Tätigkeit

Zusammenfassung
Zeit ist ein knappes Gut – jeder Person steht nur eine begrenzte Anzahl an Stunden zur Verfügung, die sie über den Tag verteilt für Aktivitäten nutzen kann. Im Trendvergleich hat sich die Zeitverwendung für die freiwillige Tätigkeit gewandelt. Seit 1999 zeigt sich ein fortlaufender Trend zu einer weniger zeitintensiven Ausübung der freiwilligen Tätigkeit. Weiterhin zeigt sich eine Tendenz hin zu seltener ausgeübten freiwilligen Tätigkeiten, die vor allem in den letzten zwei Erhebungsjahren 2014 und 2019 zu erkennen ist.
Nadiya Kelle, Corinna Kausmann, Céline Arriagada

Open Access

Kapitel 10. Organisationsformen und Leitungsfunktionen im freiwilligen Engagement

Zusammenfassung
Freiwilliges Engagement ist in unterschiedliche Organisationsformen eingebettet. Etwa die Hälfte der freiwillig Engagierten übt die freiwillige Tätigkeit in einem Verein oder Verband aus. Im Zeitvergleich ist dieser Anteil rückläufig, dagegen gewinnen individuell organisierte Gruppen dazu. Die meisten Engagierten sind Mitglied in der Organisation, in der sie ihre freiwillige Tätigkeit ausüben. Jede vierte freiwillig engagierte Person hat 2019 eine Leitungs- oder Vorstandsfunktion in ihrer freiwilligen Tätigkeit, im Zeitvergleich ist dieser Anteil rückläufig.
Nora Karnick, Julia Simonson, Christine Hagen

Open Access

Kapitel 11. Zielgruppen der freiwilligen Tätigkeit und Engagement für Geflüchtete

Zusammenfassung
Menschen engagieren sich für die verschiedensten Personengruppen. 2019 richtet sich die zeitaufwendigste freiwillige Tätigkeit anteilig am häufigsten an Kinder und Jugendliche, Familien und ältere Menschen. Rund acht Prozent aller freiwillig Engagierten geben Geflüchtete oder Asylsuchende als Zielgruppe ihrer aktuellen freiwilligen Tätigkeit an. Während Frauen sich anteilig häufiger für diese Zielgruppe engagieren als Männer, zeigen sich nahezu keine Unterschiede zwischen den Altersgruppen.
Corinna Kausmann, Julia Simonson, Nicole Hameister

Open Access

Kapitel 12. Nutzung des Internets für die freiwillige Tätigkeit

Zusammenfassung
Digitale Informations- und Kommunikationstechnologien gewinnen in nahezu allen öffentlichen und privaten Lebensbereichen an Bedeutung. Etwas mehr als die Hälfte der freiwillig Engagierten verwenden das Internet im Rahmen ihrer freiwilligen Tätigkeit. Seit 2009 ist dieser Anteil kaum gestiegen. Die digitale Spaltung zeigt sich auch im Kontext des freiwilligen Engagements. Es gibt erhebliche Unterschiede nach Geschlecht, Alter und Bildung. Nur ein sehr geringer Anteil aller freiwillig Engagierten üben ihre Tätigkeit überwiegend oder ausschließlich im Internet aus („Internet-Engagement“).
Clemens Tesch-Römer, Oliver Huxhold

Open Access

Kapitel 13. Kostenerstattungen, Geldzahlungen und Sachzuwendungen für die freiwillige Tätigkeit

Zusammenfassung
Freiwillige Tätigkeiten sind der Definition nach nicht auf materiellen Gewinn ausgerichtet. Im freiwilligen Engagement gibt es jedoch die Möglichkeit der Kostenerstattungen für geleistete Auslagen sowie die Möglichkeit Sachzuwendungen und Geldzahlungen zu erhalten. Bei der Ausübung der freiwilligen Tätigkeit entstehen fast der Hälfte aller Engagierten Kosten, wobei bei weitem nicht alle von einer Kostenerstattung Gebrauch machen können. Weiterhin erhält etwa ein Fünftel der Engagierten Geldzahlungen sowie Sachzuwendungen für die freiwillige Tätigkeit.
Nadiya Kelle, Nora Karnick, Laura Romeu Gordo

Freiwilliges Engagement, politische Partizipation und Einstellungen zur Demokratie

Frontmatter

Open Access

Kapitel 14. Politische Partizipation

Zusammenfassung
Zivilgesellschaftliches Handeln umfasst neben freiwilligem Engagement auch die Beteiligung am politischen Geschehen. Etwa die Hälfte der befragten Personen nimmt an mindestens einer der folgenden Formen politischer Partizipation teil: Mitarbeit in einer politischen Partei, Teilnahme an einer Demonstration, Kontaktaufnahme zur Politik, Teilnahme an einer Unterschriftenaktion oder Produktboykott. Die Anteile variieren je nach Beteiligungsform stark. Freiwillig engagierte Personen geben deutlich häufiger mindestens einer Form politischer Partizipation an als Nicht-Engagierte.
Céline Arriagada, Clemens Tesch-Römer

Open Access

Kapitel 15. Einstellungen gegenüber gesellschaftlichen Institutionen und der Demokratie

Zusammenfassung
Im Freiwilligensurvey 2019 werden erstmals das Institutionenvertrauen sowie Demokratieeinstellungen der Befragten erfasst. Die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland vertraut wichtigen gesellschaftlichen Institutionen. Unter freiwillig Engagierten ist das Institutionenvertrauen höher als unter Nicht-Engagierten. Eine positive Einstellung zur Demokratie als Regierungsform äußern neun von zehn Personen und etwas mehr als zwei Drittel sind zufrieden mit dem Funktionieren der Demokratie. Engagierte bewerten die Demokratie in beiden Fällen häufiger positiv als Nicht-Engagierte.
Nora Karnick, Julia Simonson, Clemens Tesch-Römer

Fazit und Implikationen

Frontmatter

Open Access

Kapitel 16. Freiwilliges Engagement – Bedeutung für Gesellschaft und Politik

Zusammenfassung
Das Kapitel verknüpft verschiedene, im Sammelband vorgestellte Ergebnisse, wobei der Fokus auf die Unterschiede und Ungleichheiten im freiwilligen Engagement sowie auf die Demokratieförderung durch freiwilliges Engagement gerichtet wird. Ebenso wird die Erfassung freiwilligen Engagements vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Wandels in den Blick genommen.
Corinna Kausmann, Nadiya Kelle, Julia Simonson, Clemens Tesch-Römer
Weitere Informationen