Skip to main content
main-content

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Vorwort

Zusammenfassung
Das Fernsehen heute steht an einem Wendepunkt, ausgelöst durch die sich verändernden technischen Möglichkeiten. War vor dreißig Jahren nur die terrestrische Übertragung möglich - mit einer sehr beschränkten Zahl an Programmen -, so macht die digitale Technik eine fast unbeschränkte Zahl an Übertragungen möglich. In dieser sich verändernden Landschaft müssen die Sender verstärkt Stellung beziehen. Dies betrifft auch das öffentlich-rechtliche Fernsehen. Während das kommerzielle Fernsehen ein Programm zeigt, das sich aus Werbung finanziert - und damit ausschließlich von Ein-schaltquoten abhängig ist, kann das öffentlich-rechtliche Fernsehen auch noch andere Aufträge, die in den Rundfunkgesetzen formuliert sind, mit seinen Programmen erfüllen. Fundierte und seriöse Informationen sind sein Markenzeichen. Aber auch die Bestandsgarantien des öffentlich-rechtlichen Fernsehens sind nur noch befristet: den Beweis, dass es seinen Status zurecht innehat, muss es immer wieder von neuem erbringen, wenn es in der Diskussion um die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Fernsehens selber mitbestimmen will.
Sonja Kretzschmar

Einleitung

Zusammenfassung
Immer mehr Menschen werden heute durch immer mehr Kommunikationstechniken miteinander verbunden. Ob es sich um das Internet, e-mails, Videokonferenzen, die Zunahme der Fernsehsender durch Satelliten oder die Einführung des digitalen Fernsehens handelt — die Kommunikationsbranche ist einer der wenigen Bereiche, der dynamische, neue Impulse gibt. Paradoxerweise steigert die Zunahme der Kommunikation nicht das gegenseitige Verständnis. Weltweit gibt es eine Vielzahl von Konflikten und Kriegen, die mit der Unvereinbarkeit kultureller Gegensätze begründet werden, sei es zwischen verschiedenen Staaten oder Staatengruppen, oder zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen innerhalb eines Staates.
Sonja Kretzschmar

1. Der Andere, der Fremde — interdisziplinäre Auseinandersetzungen mit dem Thema

Zusammenfassung
Das folgende Kapitel soll grundsätzliche Auseinandersetzungen mit dem Thema des Fremden aufzeigen. Dabei ist es in drei Abschnitte aufgeteilt. Im ersten Teil wird anhand eines historischen Überblicks über die Auseinandersetzung mit dem Fremden, mit Menschen fremder Kulturen untereinander gezeigt, welche Brisanz und welche Dynamik in dieser Begegnung liegt. Diese Polarität, die zwischen einer konstruktiven und einer destruktiven Art der Auseinandersetzung besteht, bildet den grundlegenden Ausgangspunkt, sich mit der Fremdheits-Thematik auseinander zusetzen. Im zweiten Teil wird anhand einer etymologischen Herleitung aufgezeigt, welche prinzipiellen Überlegungen der Fremdheits-Diskussion zugrunde liegen, die im dritten Teil anhand der aktuellen philosophischen Diskussion erläutert wird. Am Ende des ersten Kapitels wird auf der Basis der philosophischen Diskussion eine Ethik gegenüber dem Fremden entwickelt, dem Angehörigen einer fremden Kultur, durch deren Umsetzung ein konstruktiver Umgang mit dem Fremden ermöglicht wird.
Sonja Kretzschmar

2. Die Gesellschaft und ihre Auseinandersetzung mit den Fremden — ein Spannungsverhältnis

Zusammenfassung
Im folgenden Kapitel wird die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit Menschen aus fremden Kulturen thematisiert. Dabei teilt sich das Kapitel in fünf Teile. Prinzipielle Strukturen werden in Kapitel 2.1. aufgezeigt, das biosoziale Grundlagen des menschlichen Zusammenlebens in Gruppen und des Umgangs von Gruppen miteinander behandelt.
Sonja Kretzschmar

3. Politischer Umgang mit fremden Kulturen — Kampf der Kulturen versus Multikulturalismus

Zusammenfassung
Nachdem ich im ersten Kapitel dieser Arbeit in einem historischen Rahmen philosophische Konzepte zum Umgang mit dem Fremden vorgestellt und im zweiten Teil die Grenzen ihrer Umsetzung in einem gesellschaftlichen Rahmen aufgezeigt habe, möchte ich im folgenden, dritten Kapitel politikwissenschaftliche Problemstellungen und Lösungsansätze zur Fremdheitsthematik herausarbeiten.
Sonja Kretzschmar

4. Philosophie — Soziologie — Politikwissenschaften: Zusammenfassung der interdisziplinären Theorieansätze zum Umgang mit fremden Kulturen

Zusammenfassung
Rationalitäten sind in Wahrheit nicht von einander getrennt, sondern von Verflechtungen bestimmt. So können wissenschaftliche Disziplinen, wenn sie den komplexen heutigen Problemen konstruktiv begegnen wollen, nicht anders als interdisziplinär arbeiten.1
Sonja Kretzschmar

5. Medien und Fremdheitsproblematik: Die Trends

Zusammenfassung
Im fünften Kapitel soll ein Überblick über den Fernsehbereich in Europa im Hinblick auf Möglichkeiten des kulturellen Dialogs vermittelt werden. Die Fragestellung, inwieweit ein Dialog der Kulturen im europäischen Fernsehen stattfindet und inwieweit es Entwicklungsmöglichkeiten für diese Inhalte gibt kann nicht beantwortet werden, ohne vorher den Rahmen deutlich zu machen, innerhalb dessen diese Frage gestellt werden kann. Im Bereich der Fernsehdokumentationen zu fremden Kulturen der europäischen Länder, auf denen der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt, verbinden sich daher unterschiedliche Themenbereiche. Im folgenden fünften Kapitel wird die generelle Themati-sierung fremder Kulturen in den Medien behandelt. Auch hier wird eine globale Ebene (5.1.) und eine innerstaatliche Ebene (5.2.) unterschieden. Auf der globalen Ebene findet die internationale Kommunikation statt, die sich durch neue technische Entwicklungen stark verändert. Im Bereich der innerstaatlichen Ebene ist die Berichterstattung über Migranten innerhalb der Länder zu nennen, die sich besonders durch Negativberichterstattung auszeichnet. Eine Gemeinsamkeit der Thematisierung von fremden Kulturen sowohl auf globaler als auch auf innerstaatlicher Ebene ist die Stereotypisierung in den Medien (5.3.). Diese drei Bereiche bilden hier Eckpunkte, in denen die Behandlung fremder Kulturen im europäischen Fernsehen zu sehen ist. Eine Zusammenfassung (5.4.) fügt noch einmal die wichtigsten Ergebnisse zusammen.
Sonja Kretzschmar

6. Nicht-fïktionale Filme als Darstellungsform fremder Kulturen — Genre-Definition und ethnographische Filme

Zusammenfassung
Da der Schwerpunkt dieser Arbeit im Bereich der Behandlung fremder Kulturen auf den längeren Fernsehformaten wie den Fernsehdokumentationen liegt, ist als erstes eine Definition der Begriffe Dokumentarfilm / Dokumentation nötig (Kap. 6.1.). Die unterschiedlichen Definitionen der verschiedenen Fernsehkulturen sollen hier kurz skizziert werden. Bedeutsam innerhalb der visuellen Auseinandersetzung mit den fremden Kulturen war innerhalb Europas der ethnologische Film, der heute von den Fernsehschir-men fast vollständig verschwunden ist (Kap. 6.2). Vor diesem Hintergrund und dem der neuen Entwicklung der Dokumentationssender (Kap. 7) können anschließend die Ergebnisse der empirischen Untersuchungen (Kap. 9, 10, 11) eingeordnet werden.
Sonja Kretzschmar

7. Die neuen Dokumentationssender: eine Auswahl

Zusammenfassung
Die transnationalen, teilweise sogar globalen Dokumentationssender sind Teil einer neuen Fernsehprogrammentwicklung, die nationale Grenzen überschreitet. Alle diese Sender decken thematisch auch den Bereich „Reise und Abenteuer“ ab. In den unterhaltungsorientierten neuen Angeboten findet innerhalb dieser Sparte ebenfalls eine Behandlung von fremden Kulturen statt. Um diese neuen Sender und ihre Bedeutung für den europäischen Programmmarkt einordnen zu können, werden sie an dieser Stelle kurz vorgestellt. Dabei stelle ich nur die wichtigsten, europaweit bereits etablierten Sender vor: Discovery, Nationale Geographic und Planéte. Der Sender Phoenix, dessen Sendestart 1997 erfolgte, ist kein kommerzieller internationaler Dokumentationssender wie die anderen drei Sender und ist daher kaum mit ihnen zu vergleichen. Dennoch ist er der einzige deutsche Sender, dessen Programmschwerpunkt neben der Ereignisberichterstattung und den Gesprächssendungen auch bei den Dokumentationen liegt. Daher möchte ich ihn an dieser Stelle ebenfalls kurz vorstellen.
Sonja Kretzschmar

8. Zur Methode

Zusammenfassung
Diese Arbeit gliedert sich in drei verschiedene Teile, die jeweils eigene Informationen liefern. Der theoretische Teil zeigt grundsätzliche Spannungsfelder in der Auseinandersetzung mit dem Fremden auf, fordert einen Paradigmenwechsel im Umgang mit dem Fremden. Der Praxisteil ist wiederum in zwei Bereiche unterteilt. Der erste Teil (Kap. 5 bis Kap. 7) liefert allgemeine Informationen zur Thematisierung von Menschen aus fremden Kulturen im europäischen Fernsehen. Vor diesem Hintergrund werden im zweiten Praxisteil (Kap. 9 bis Kap. 11) eigene quantitativ-qualitative Erhebungen ausgewertet, mit deren Hilfe die Grundfrage dieser Arbeit geklärt werden soll: Inwieweit kann Fernsehen in Europa eine Plattform für den Dialog zwischen den Kulturen sowohl auf globaler als auch auf innerstaatlicher Ebene sein? Dabei ist die Klärung dieser Frage nur ein Teil des Ziels, das diese Arbeit verfolgt: es geht außerdem um das Verstehen: Verstehen‘ umfaßt insofern mehr als ‚erklären‘, weil es versucht, die Bedeutung eines Sachverhalts zu ergründen.“1 Ziel der Erklärung ist es, Tatsachen aus Ursachen und Gegebenheiten von einem Prinzip abzuleiten. Ziel des Praxisteils ist es, die Art der Präsentation der fremden Kulturen auf internationaler Ebene aus den sie bestimmenden Ursachen heraus zu erklären. In Verbindung mit dem interdisziplinären Theorieteil geht es aber um mehr als nur eine Erklärung der Ursachen. Im zweiten Schritt geht es um das Erfassen von Bedeutung: Was bedeutet diese Art des Umgangs mit fremden Kulturen? Zentraler Begriff ist hier das Verstehen. Nach Dilthey wird das Verstehen als „Erkennen eines Inneren an dem Äußeren eines Zeichens“2 definiert. Lässt sich aus den Zeichen, die den jeweiligen Umgang mit fremden Kulturen belegen, ein Inneres erkennen?
Sonja Kretzschmar

9. Analyse von Fernsehprogrammzeitschriften in Deutschland, Frankreich und Großbritannien

Zusammenfassung
Im folgenden Kapitel werden die Ergebnisse der Analyse der Fernsehprogrammzeitschriften vorgestellt.1 Die zentrale Leitfrage war hier:
Welches Programmangebot gibt es im thematischen Bereich der fremden Kulturen für den europäischen Zuschauer?
Sonja Kretzschmar

10. Auswertung von Rezeptionsdaten aus dem Untersuchungszeitraum

Zusammenfassung
Obwohl es zahlreiche europäische Forschungsinstitute gibt, gibt es dennoch keine europäische Institution, die zentral alle Einschaltquoten und Zuschauerzahlen sammelt und auswertet. Vielmehr ist die Femsehforschung, das heißt die Messung und Auswertung der Fernsehnutzung, eine rein nationale Angelegenheit. In den drei Vergleichsländern werden die Fernsehnutzungsdaten von den drei kommerziellen Unternehmen GfK (Deutschland), BARB (Großbritannien) und Médiamétrie (Frankreich) erhoben, die diese Daten im Auftrag der Fernsehsender und der Verbände der Werbungtreibenden erheben. Diese Daten sind nicht offen zugänglich und daher nur über die Medien- forschungsstellen der Fernsehsender zu bekommen. Aufgrund der unterschiedlichen Einwohnerzahl der drei Untersuchungsländer handelt es sich um unterschiedliche Grundgesamtheiten, die jeweils durch verschieden große Panels repräsentiert werden. Obwohl die technischen Messgeräte mittlerweile vergleichbar sind, gibt es dennoch Unterschiede bei der Erhebung der Fernsehnutzungsdaten, zum einen, was die Zusammensetzung der Panels angeht, in Deutschland sind beispielsweise keine Ausländerhaushalte enthalten, aber auch was grundsätzliche Definitionen angeht, z.B. ab wann eine Sendung eigentlich als „gesehen“ gewertet wird. Auf diese Unterschiede gehe ich an späterer Stelle noch einmal ein. Abgesehen von der verschiedenen Art der Fernseh-messung müssen bei der Einordnung der Ergebnisse zusätzlich die Gegebenheiten der verschiedenen Fernsehmärkte berücksichtigt werden.
Sonja Kretzschmar

11. Institutionelle und inhaltliche Faktoren der Programmproduktion: Interviews mit Fernsehprogrammplanern und Fernsehprogrammproduzenten

Zusammenfassung
Die zentrale Frage, die den Intensivinterviews zugrunde lag, war folgende: Welche Faktoren beeinflussen die Produktion und die Programmplanung von Dokumentationen zum Thema der fremden Kulturen in den drei Untersuchungsländern?
Sonja Kretzschmar

12. Ausblick

Zusammenfassung
Neue Kommunikationstechniken verbinden heute immer mehr Menschen aus ganz verschiedenen Kulturen auf immer kürzeren Wegen mit einander. Dieser quantitativen Zunahme von Kommunikation steht paradoxerweise kein zunehmendes Verständnis gegenüber. Im Gegenteil: die Zahl der Konflikte und Kriege, die mit der Unvereinbarkeit kultureller Gegensätze begründet werden, nimmt ebenso zu, wie die Konflikte zwischen Einheimischen und Fremden innerhalb der verschiedenen Staaten, besonders in Europa und besonders in Deutschland.
Sonja Kretzschmar

Backmatter

Weitere Informationen