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Über dieses Buch

​Auf Grundlage eines rezeptionsästhetischen Literaturverständnisses und einer „sinnorientierten Didaktik“ (Gebhard & Combe 2007) rekonstruiert Elisabeth Bracker in ihrer Arbeit Schülergespräche mithilfe der dokumentarischen Methode, die sich an einem literar-ästhetischen Gegenstand im Englischunterricht entzünden. Über die Rekonstruktion ermöglicht die Autorin Einblicke in sprachliche, inhaltliche und interaktional-soziale (Sinnstiftungs-)Prozesse, die sich in einem schulisch inszenierten „literarischen Erfahrungsraum“ abspielen. Insgesamt versteht sich die Arbeit als Plädoyer für die Realisierung bildender Erfahrungsräume im Unterricht.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

0. Einleitung

Zusammenfassung
Was spielt sich eigentlich ab, wenn sich Englischlernende, die sich beinahe am Ende ihrer Schullaufbahn befinden, mit einem literarischen Text auseinandersetzen? Diese Frage – in all ihrer Offenheit – bildet den Ausgang und gleichermaßen den Kern dieser Arbeit. In mir – als Studentin und Lehrende der Literaturdidaktik und -wissenschaft, als neugierige Forscherin, als angehende Englisch- und Deutschlehrerin und nicht zuletzt als leidenschaftliche Leserin – wuchs in den vergangenen Jahren immer mehr das Interesse, einen empirischen Blick auf einen Gegenstand zu werfen, der einen Forschungsbereich darstellt, der bislang noch nicht systematisch erschlossen wurde: Auf interaktive Aushandlungsprozesse, die sich an einem deutungsoffenen, ästhetischen Gegenstand entzünden.
Elisabeth Bracker

Theoretische Überlegungen

Frontmatter

1. Fremdsprachliche Literaturdidaktik

Zusammenfassung
Literarische Texte haben eine lange Geschichte im Fremdsprachenunterricht, vor allem an den Gymnasien. Dort wurde literarische Bildung traditionell als Ausdruck und Ausweis von Zugehörigkeit zu gesellschaftlichen Eliten angesehen. Diese Funktion wird nicht erst seit dem Aufflammen der aktuellen Debatte um Kompetenzorientierung im Bildungswesen auf einen harten Prüfstand gestellt. Doch in der jüngsten Vergangenheit steht die fremdsprachliche Literatur als Unterrichtsbereich in neuer Weise unter besonderem Legitimationsdruck, indem sie ihr besonderes Potenzial in Bezug auf die Förderung bestimmter Kompetenzen herauszustellen aufgefordert ist (vgl. Decke-Cornill/Küster 2010: 243).
Elisabeth Bracker

2. Sinnkonstruktions- und Interaktionsprozesse im Literaturunterricht

Zusammenfassung
In den theoretischen Überlegungen zum Verständnis von Literatur und Kultur wurde bislang hauptsächlich vom Gegenstand – vom literarischen Text – ausgehend gedacht. Es ging darum, grundsätzlich zu erörtern, welches Potenzial der Einsatz von Literatur in (fremdsprachlichen) Bildungskontexten birgt. Dabei wurde deutlich, dass literarisches und (trans-)kulturelles Lernen in einem engen, wechselwirkenden Verhältnis zueinander stehen, das sich ausgezeichnet in ein Verständnis vom fremdsprachlichen Klassenzimmer als potenziellem „kulturelle[m] Begegnungs- und Diskursraum mit hybridem Charakter“ (Hallet 2002: 32) einfügt.
Elisabeth Bracker

3. An der Gelenkstelle zwischen Theorie und Empirie: Erkenntnisinteresse und Forschungsfrage

Zusammenfassung
Dieses Kapitel bildet das Scharnier zwischen den theoretischen Überlegungen und der empirischen Untersuchung, deren methodologischen und methodischen Rahmenbedingungen wie auch der Darstellung ihrer Ergebnisse. Es wird an dieser Stelle noch einmal Bilanz gezogen, was an theoretischer Grundhaltung bislang erarbeitet wurde, wo sich die vorliegende Arbeit damit verortet sieht und was daraus folgt.
Elisabeth Bracker

Methodologischer und methodischer Zugang

Frontmatter

4. Empirischer Zugang zur Forschungsfrage

Zusammenfassung
Auf welche Weise lassen sich Schülerdiskussionen, die sich auf Grundlage eines deutungsoffenen literarischen Textes entzünden, dokumentieren und damit beschreibbar machen?
Elisabeth Bracker

5. Methodologie: Die Grundannahmen der rekonstruktiven Sozialforschung

Zusammenfassung
Mein Erkenntnisinteresse gilt der empirischen Untersuchung von Interaktionsprozessen, die sich in schülerselbstgesteuerten Kleingruppendiskussionen im Setting des fremdsprachlichen Literaturunterrichts abspielen. Dieses Setting im Speziellen und Fremdsprachenunterricht im Allgemeinen werden dabei als Ort „intergenerationeller und interkultureller Kommunikation“ gefasst, „bei der komplexe Prozesse der Sinnkonstruktion ablaufen“ (Bonnet mit Verweis auf Peukert 2012: 289). Ein solches Verständnis wurde im Rahmen der Überlegungen zu Interaktions- und Bedeutungsaushandlungskonzepten im theoretischen Teil dieser Arbeit herausgearbeitet (Kapitel 2).
Elisabeth Bracker

6. Methode: die dokumentarische Methode zur Rekonstruktion der Schülergespräche

Zusammenfassung
Die dokumentarische Methode, die sich mit ihren einzelnen Interpretationsschritten auf das vorgestellte methodologische Gerüst stützt, wird im folgenden Teilkapitel vorgestellt. Dabei wird zum einen herausgestellt, über welche Schritte die Methode den bereits angesprochenen Wechsel vom Was zum Wie, also von der Ebene des kommunikativen auf die Ebene der konjunktiven Wissens- und Erfahrungsbestände der miteinander interagierenden und im Interesse der Rekonstruktion stehenden Personen kommt. Dabei wird mitunter die wichtige Funktion der vergleichenden, der komparativen Analyse diskutiert.
Elisabeth Bracker

Ergebnisse der Untersuchung

Frontmatter

7. Einzelfalldarstellungen

Zusammenfassung
Im Nachfolgenden wird eine Gruppendiskussion aus dem Sample einer ausführlichen Analyse unterzogen. Dabei wird die Darstellung in sequenzanalytischer Ausdifferenzierung erfolgen, welche der methodischen Nachvollziehbarkeit dient. Im Sinne der dokumentarischen Methode gilt es an dieser Stelle, „die Besonderheiten oder Gesamtgestalt des Falles [als] oberste[n] Bezugspunkt von Analyse und Darstellung“ zu wählen (Bohnsack 2010: 137; Herv. i. Orig.). Für die Darstellung der weiteren Analysen werden zusammengefasste Interpretationen genutzt, die eine pointiertere Lesbarkeit der Ergebnisse gewährleisten.
Elisabeth Bracker

8. Fallübergreifende Ergebnisdarstellung

Zusammenfassung
Im letzten Kapitel wurden eine Kleingruppendiskussion ausführlich in ihrer gesamten Diskurslogik und vier weitere Fälle des Samples in ihren jeweiligen Besonderheiten dargestellt. Dabei wurde deutlich, dass sich die Diskussionen hinsichtlich des jeweiligen Umgangs mit der Fremdsprache, der thematischen Ausgestaltung des literarischen Gegenstands und in ihrem interaktiven Gefüge unterscheiden. Es konnte gezeigt werden, dass die drei Ebenen auf komplexe Weise ineinander wirken und in ihrer Wechselbeziehung den Orientierungsrahmen der Lernenden zum Setting bilden. Jede Gruppe weist sich durch eine ihr eigene Orientierung aus, die sich über ein Spektrum von fachlich-konjunktiv und engagiert über subversiv bagatellisierend bis hin zu einer den literarischen Gegenstand ablehnenden Haltung erstreckt.
Elisabeth Bracker

Resümee und Ausblick

Frontmatter

9. Diskussion der Ergebnisse – Möglichkeiten und Grenzen der schülerselbstgesteuerten Anschlusskommunikation

Zusammenfassung
Ausgehend von der Frage, was geschieht, wenn sich Englischlernende der Sekundarstufe II über einen deutungsoffenen literarischen Text in Kleingruppen in der Fremdsprache austauschen, wurden Schülergespräche, die in Kleingruppen ohne Beisein einer moderierenden bzw. allgemein auf das Gespräch einwirkenden Lehrkraft im Anschluss an die Rezeption des Textes „Girl“ von Jamaica Kincaid gefüht wurden, mit Hilfe der dokumentarischen Methode rekonstruiert. Ziel war es, ausgehend von einem rezeptionsästhetischen Verständnis literarischer Bedeutsamkeit, nach welchem der literarische Text den Leser mit einem Sinnangebot konfrontiert, welches erst in dieser Konfrontation und damit im Rezeptionsprozess an Bedeutsamkeit gewinnt, das Lern- bzw.
Elisabeth Bracker

Backmatter

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