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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Ökologische Aktionsgruppen, Friedensinitiativen und Dritte-Welt-Gruppen als eine gemeinsame „Überlebensbewegung“

Zusammenfassung
„Szenario: Kriegsschauplatz Deutschland:
Montag, 13.00 Uhr MEZ, 3. September 19. .
Nachdem die öllieferungen von Persien und Saudi-Arabien an die USA vor zwei Monaten endgültig gestoppt wurden, entschließen sich die USA, ihre mobile Eingreiftruppe zu entsenden …
Wolfgang Beer

2. Bildung und Lernen als Elemente politischer Widerstandsarbeit

Zusammenfassung
Die Praxis politischer Widerstandsarbeit in der Friedens-, Ökologie-und Dritte-Welt-Bewegung bewirkt und erfordert eine Menge sehr intensiver, umfassender inhaltlicher und politischer Lernprozesse und Lernleistungen. Politische Arbeit hat in diesem Kontext neben der jeweiligen Sachebene immer auch eine Erfahrungs- und Lernebene. In Bürgerinitiativen, in friedens- oder entwicklungspolitischen Aktionsgruppen findet ein sehr zielgerichtetes, auf alltägliche Arbeit und Probleme bezogenes ständiges Lernen statt. Es ist für alle Initiativmitglieder eine Notwendigkeit, ohne die sie ihre politische Arbeit — Argumente gegen staatliche Planung sammeln, Alternativkonzeptionen entwickeln, Betroffene mobilisieren, öffentlichen Druck erzeugen, Widerstand organisieren usw. — nicht erfolgreich bewältigen können; zumal die meisten oder doch viele der Beteiligten all dies noch nie oder in ganz anderen Zusammenhängen getan haben. Dieses Lernen vollzieht sich im Kontext der politischen Arbeit quasi nebenbei, wird oft gar nicht von den Betroffenen als bewußtes Lernen geschweige denn als Form von Bildung wahrgenommen.1
Wolfgang Beer

3. Selbstorganisierte Lernprojekte in der Überlebensbewegung

Zusammenfassung
„Das Haus selbst und seine Einrichtung haben schon eine wichtige Signalfunktion. Wenn ich ein Stahlregal an die Wand stelle, vermittel’ich ein Signal, symbolisiere ein schematisiertes eingeübtes Verhalten des Lernenden. Wenn ich das aber nicht bringe, dann ist derjenige, der hierher kommt frei für andere Wege des Denkens und Lernens, er könnte frei werden für unmittelbares Denken. Wenn er aber ein Signal, wie ein Stück Kreide und eine Schulwandtafel sieht, dann rastet sofort die langjährig eingeübte Mittelbarkeit des Lernens und Denkens ein. Er erwartet dann z. B. ein Dia von der Pflanze auf der Leinwand und nicht die Pflanze selbst. Das rastet ganz automatisch ein. Dazu ist er viel zu gut in der Schule darauf getrimmt worden. Und genau das muß ich knacken durch die Gestaltung dieses Hauses und dadurch, daß man hier über seine Gewohnheiten stolpert. Und wenn ich mich bemühen würde, hier Stahlregale hinzustellen und Teppichböden auszulegen, dann wäre alles kaputt hier, dann würde der beabsichtigte offene Lernprozeß nicht mehr gehen.
Wolfgang Beer

4. Das andere Lernen: Chancen und Risiken selbstorganisierter Bildungsarbeit

Zusammenfassung
Zwei wesentliche Strukturmerkmale, die durchgängig alle Bereiche — Frieden, Ökologie und Dritte Welt — der neuen Bewegungen kennzeichnen, sind Dezentralität der Organisationsformen und Vielfalt der Erscheinungsformen. Sie setzen sich aus unzähligen, oft sehr kleinen Initiativgruppen vor Ort zusammen, deren überregionale Zusammenführung in der Regel nur punktuell und vorübergehehend auf zahlreichen Koordinationstreffen erfolgt. Auch dort, wo sich überregionale Strukturen herausgebildet haben, wie z.B. im Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) bleibt der Institutionalisierungsgrad relativ niedrig. Dies gilt mit Abstrichen auch für die Parteiorganisation der Grünen, deren grundlegendes Merkmal neben der inhaltlichen Vielfalt der Positionen das Prinzip der basisdemokratischen Entscheidungsfindung ist, das zu einer relativen Stärke der regionalen und lokalen Gliederungen und zu einer relativen Schwäche der Spitzengremien, dem Vorstand, führt. Dezentralität und Vielfalt werden innerhalb der ,Überlebensbewegungen’ als konstitutive Merkmale der von ihnen angestrebten alternativen Politik begriffen. Konsequenterweise wird auf Versuche einer organisatorischen Vereinheitlichung, auf die Entwicklung zentraler Organisations- und Entscheidungsformen nicht nur bewußt verzichtet, sondern große Aufmerksamkeit und Energie darauf verwandt, sie zu vermeiden.
Wolfgang Beer

Backmatter

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