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Über dieses Buch

Die Beiträge in diesem Buch beleuchten verständlich und fundiert unternehmensethische Aspekte eines zeitgemäßen Managements. Im Zentrum steht dabei der Begriff der Verantwortung. Verantwortung wird zunehmend von Unternehmen eingefordert – nicht zuletzt unter aktuellen Schlagworten wie Corporate Social Responsibility (CSR). Doch oft bleiben die mit CSR oder ähnlichen Begriffen assoziierten Konzepte unscharf und erklärungsbedürftig. Die in diesem Buch behandelten Themen hingegen eröffnen interessierten Managern und Führungskräften ein profundes Verständnis einer zeitgemäßen Verantwortung von Unternehmen. So ergänzt der Band das bereits vorhandene betriebswirtschaftliche Know-how von Unternehmensführern um das heute nicht minder notwendige unternehmensethische Wissen einer verantwortungsbewussten "Führung in Verantwortung".

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Verantwortung oder Pragmatismus? Zeitgemäßes Management in dynamischen Gesellschaften

Zusammenfassung
Unternehmen sind immer mit einer komplexen Umwelt verwoben, in der zunehmend gesellschaftliche Verantwortung eingefordert wird. Modernes Management muss heute zunehmend auch die normative Perspektive in den Blick nehmen, und dafür gibt es mindestens zwei Gründe: Zum einen beobachten wir im Umfeld von Organisationen dynamische Wandlungs- und Veränderungsprozesse. Diese führen dazu, dass längerfristige, belastbare Prognosen und Planungen quasi unmöglich geworden sind und nachgerade zu einem Erstarren der Organisation führen müssten. Zum anderen ergibt sich die notwendige Änderung der Perspektive daraus, dass die Dimension normativer Verantwortung in den eingeübten klassischen Instrumenten des strategischen Managements nicht ohne weiteres abgebildet werden kann. Wie können Unternehmen in einer unberechenbaren und nicht planbaren Welt ihrer Verantwortung gerecht werden?
Matthias Schmidt, Jan Hendrik Quandt

Kapitel 2. Verantwortung in einer globalisierten Wirtschaft

Zusammenfassung
Dieser Beitrag widmet seine Begriffsarbeit dem Verantwortungskonzept: Herstellung, Vertrieb und Konsum von Produkten, die zu Niedriglöhnen, durch Kinderarbeit oder auf ökologisch bedenkliche Weise erzeugt wurden, werden als unmoralisch kritisiert. Inwiefern machen sich Unternehmen und Konsumenten schuldig und angreifbar? Das können Begriff und Konzept der Verantwortung klären helfen. Es zeigt sich, dass zumindest die sogenannte Konsumentenverantwortung nur sehr begrenzt sein kann. Dabei stellt sich die Frage, ob Produktionsbedingungen andernorts nach unseren moralischen Maßstäben beurteilt werden dürfen. Der ethische Relativismus bestreitet das. Der Artikel argumentiert jedoch, gerade in Bezug auf die Menschenrechte, für eine Verwerfung dieses ethischen Relativismus als praktischer Option.
Thomas Petersen

Kapitel 3. Unternehmensethik und Verantwortung

Zusammenfassung
In der gegenwärtigen Unternehmensführung ist „Verantwortung“ ein beherrschender Begriff. Unternehmen selbst oder vielmehr ihre Entscheidungsträger sprechen sich selbst Verantwortung in vielfältiger Weise zu. Sie tragen Verantwortung für ihre Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten, und Verantwortung gegenüber ihren Geldgebern und Aktionären. Indessen bleibt doch häufig durchaus unklar, was mit der Verantwortung von Unternehmen eigentlich gemeint ist. Ist es doch nur eine leere Phrase? Dass der Anschein bloßer Rhetorik beim Gebrauch des Verantwortungsbegriffs überhaupt entsteht, ist maßgeblich dem Umstand geschuldet, dass es sich bei der Verantwortung um einen mehrdeutigen und darüber hinaus zweideutigen Begriff handelt. Deswegen werden hier zunächst Bedeutungen und Arten der Verantwortung unterschieden, um Umfang und Grenzen der Verantwortung bestimmen zu können.
Thomas Petersen

Kapitel 4. Verantwortung in Wirtschaft und Unternehmen: Zur gesellschaftlichen Verantwortung eines korporativen Bürgers

Zusammenfassung
Wirtschaftliche Unternehmen sind heute nicht mehr einfach Organisationen, die nur um des eigenen Vorteils willen existieren. Sie tragen eine Corporate Social Responsibility (CSR), eine korporative gesellschaftliche Verantwortung. Gesellschaftliche oder soziale Verantwortung trägt in der Demokratie der Bürger. Die Bürger sind in ihrer Gesamtheit verantwortlich, das heißt zuständig für das Wohlergehen ihres Gemeinwesens. Was heißt es dann, wenn sich ein Unternehmen als „korporativer Bürger“ (Corporate Citizenship) versteht? Denn der Begriff des Bürgers ist heute mehrdeutig. Neben den Citoyen und sein staatsbürgerliches Engagement tritt der egoistische, nur um sein privates Wohl besorgte Bourgeois. Kann aber ein Unternehmen nicht nur korporativer Bourgeois, sondern auch korporativer Citoyen sein? Dieser Aufsatz sucht die Bedingungen dafür zu klären.
Thomas Petersen

Kapitel 5. Was ist Eigentum?

Zusammenfassung
Die moderne Marktwirtschaft beruht auf der Institution des Eigentums, genauer: des Privateigentums. Doch was ist Eigentum eigentlich? Ist es primär eine Beziehung zwischen einer Person und einer Sache oder eine Beziehung zwischen Personen? Als Beziehung zwischen einer Person und einer Sache sieht das Eigentum John Locke, als Beziehung zwischen Personen begreift es Immanuel Kant. Diese Differenz ist nicht von bloß theoretischer oder akademischer Bedeutung. Politische Philosophie als Teil der praktischen Philosophie will über das rechte Handeln und über mögliche politische Optionen verständigen. In Bezug auf solche Optionen aber stehen Konzeptionen in der Lockeschen Tradition staatlicher Umverteilung oder Marktregulierung deutlich reservierter gegenüber als solche, die mehr oder weniger dem von Kant exponierten Paradigma folgen.
Thomas Petersen

Kapitel 6. Was ist Gerechtigkeit?

Zusammenfassung
Gerechtigkeit wird häufig mit Chancengleichheit identifiziert, insbesondere mit „gleichen Chancen auf Bildung“. Andere sehen Gerechtigkeit in der Gleichverteilung von Gütern realisiert, oder man fordert, der Anteil an Gütern und Einkommen, den man erhält, solle der eigenen Leistung entsprechen. Was aber ist Gerechtigkeit? Hängt es nur von subjektiven Stimmungen ab, ob man die soziale Realität für gerecht hält oder nicht? Zur Bestimmung des Gerechtigkeitsbegriffes in der Marktwirtschaft spannt dieser Aufsatz den Bogen von der antiken Philosophie über die Gerechtigkeitsdefinitionen der Neuzeit bis hin zu den modernen Positionen. Bestimmend ist für ihn die Frage, ob, „das moderne Wirtschaftsgeschehen als ein naturwüchsiger und unregulierter Prozess“ anzusehen ist, der nur „so gerecht oder ungerecht ist wie das Wetter“ sein kann? Oder ob die moderne Marktwirtschaft nicht vielmehr als eine Institution zu begreifen ist, die dem Einzelnen die selbstbestimmte Möglichkeit zur Partizipation am Wirtschaftsgeschehen bieten sollte? Damit wäre der Gewinn von Ansehen und schlussendlich die Führung einer angemessenen Lebensweise und ein Mitwirken am Gemeinwohl möglich.
Thomas Petersen

Kapitel 7. Wertorientierte Unternehmensführung. Zwischen Preis und Würde

Zusammenfassung
Die Wertorientierte Unternehmensführung will sich, einen Begriff der Ethik des 19. Jahrhunderts aufgreifend, an Werten als feste ethische Prinzipien ausrichten. Doch auch bei Werten lässt sich mit Immanuel Kant fragen, ob es absolute Werte sind, die eine (ethische) Würde besitzen, oder nur relative, die einen Preis haben. Interpretiert man zum Beispiel die „Grundwerte“ eines großen Unternehmens der chemischen Industrie vor dem Hintergrund von Nietzsches Philosophie des „Willens zur Macht“, dann zeigt sich, dass die Wertorientierte Unternehmensführung die Kantische Unterscheidung unterläuft. Unternehmensethik und Wertorientierte Unternehmensführung können, gerade wenn sie ihre Prinzipien ernst nehmen, die Handlungsmöglichen des Unternehmens erweitern statt sie zu beschränken.
Thomas Petersen

Kapitel 8. Führung, Macht und Ethik

Zusammenfassung
Führung kann nicht im bloßen Geben von Anordnungen bestehen, die von den Geführten nur zu befolgen sind. Für das Verständnis der Führung und ihrer Anforderungen ist die Aristotelische Unterscheidung von despotischer und politischer Herrschaft hilfreich. Während die despotische Herrschaft nur Befehle gibt, setzt die politische Herrschaft ein gemeinsames Ziel von Herrschern und Beherrschten voraus. Ebenso ist auf der Seite der Beherrschten oder Geführten sowohl Einsicht als auch selbstständiges Handeln nötig. Auch Führung im Unternehmen setzt die Bereitschaft und die Fähigkeit zu eigenständigem Engagement voraus – und damit das, was die Ethik des Aristoteles als Tugend bezeichnet. So lassen sich Bezüge zwischen dieser Ethik und einer zeitgenössischen Konzeption der Unternehmensethik herstellen.
Thomas Petersen

Kapitel 9. Massenmedien, öffentliche Meinung und Ethik

Zusammenfassung
Massenmedien kommunizieren einerseits Meinungen, andererseits Nachrichten oder Informationen. Meinungen müssen sich immer auf Fakten, und damit auf Informationen, beziehen, und umgekehrt fließt in die Information oder in die Darstellung von Sachverhalten auch die Meinung ein. Denn jede Darstellung muss unter unterschiedlichen Aspekten der Sache auswählen und diese Aspekte gewichten. Das Thema Medienethik wird hier im Lichte der als problematisch zu wertenden Aspekte des Verhältnisses zwischen Massenmedien und (öffentlicher) Meinung betrachtet. Dabei werden ausführlich Thesen und Grundsätze der Diskursethik beleuchtet und Differenzen sowie Gemeinsamkeiten zwischen den Positionen von Habermas, Hegel und Luhmann gezeigt.
Thomas Petersen

Kapitel 10. Individualethik und Kooperation im Spannungsfeld von Gesellschaft und Gemeinschaft

Zusammenfassung
Das Leben der Menschen beruht offenbar weitgehend darauf, dass Menschen miteinander kooperieren. Kann es aber Kooperation ohne Moral oder Ethik geben? Dieser Aufsatz beleuchtet die Frage, ob denn Ethik und Moral in der modernen Wirtschaft eine Rolle spielen. Er setzt sich mit unterschiedlichen Positionen in der neoklassischen Wirtschaftswissenschaften auseinander, bevor er die Begriffsverständnisse und Beziehungsverhältnisse von (Wirtschafts-)Ethik, Gemeinschaft und Gesellschaft vertieft und daraus schlussendliche mögliche Ansätze für eine Ethik der Kooperation in der Wirtschaft aufzeigt und reflektiert.
Thomas Petersen

Kapitel 11. Einfache Antworten auf komplexe Fragen? Werteorientierte Führung im Netz konkurrierender gesellschaftlicher Ansprüche

Zusammenfassung
Unternehmen und ihre Führungskräfte stehen unter einer kritischen Beobachtung und Bewertung und sie sind zur Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung aufgefordert. Vor allem dann, wenn ein aktueller Skandal aufgedeckt und in den Medien omnipräsent diskutiert wird, wird auch der Ruf nach mehr Moral und Ethik in der Wirtschaft und nach einer werteorientierten Führung laut. Auch Konzepte wie Corporate Social Responsibility oder Vorstellungen des Ehrbaren Kaufmanns sind dann schnell bei Hand, um kritische Fragen, die aus der Gesellschaft an Unternehmen herangetragen werden, zu beantworten. Doch in komplexen und pluralistischen Gesellschaften greifen einfache Antworten zu kurz. Werteorientiertes Management muss vielmehr divergierende und auch widersprechende normative Haltungen wahrnehmen und aushalten, um in diesem Geflecht sich selbst als Führungskraft und auch seine Mitarbeitenden sowie die Organisation als Ganzes zu entwickeln und zu führen.
Matthias Schmidt, Jan Hendrik Quandt

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