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Über dieses Buch

Das Buch vermittelt einen ganzheitlichen Führungsstil und dient Führungskräften als Leitfaden mit vielen praktischen Ratschlägen. Stressmanagement, Kreativität und Innovation stehen im Mittelpunkt der Weiterbildung und der Mitarbeiterförderung eines Unternehmens. Keine Idee sollte verloren gehen. Selbst ' schlechte' Ideen können sich später mit anderen Ideen verknüpft als nützlich herausstellen. Führungskräfte müssen lernen, ihre Mitarbeiter für ihre Ziele und Projekte zu gewinnen sowie ihre Ideen zu unterstützen. Dann werden Mitarbeiter ihre Kreativität auch mit Begeisterung für das Unternehmen einsetzen.
Der Autor stellt fünf Denkstrategien und 15 Denktaktiken vor, die die unternehmerische Lebensführung, Kreativität und Innovation fördern. Praxisnahe Beispiele dienen dabei der Veranschaulichung und laden zum Ausprobieren ein.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Fünf Denkstrategien

Frontmatter

Kapitel 1. Denkstrategie: Stressmanagement

In diesem Kapitel erfahren Sie:
  • Denkstrategie 1: Stressmanagement bedeutet, Gelassenheit und Entspannung einstellen und kreativ gestalten zu können. Kreativität und Innovation bilden ein ganzheitliches System. In diesem System sind sechs Komponenten erkennbar: 10 Jahre Mindestausbildung, lebenslange Fortbildung, Innovatives Verhalten, Überzeugungskunst, die fünf Denkstrategien, die fünfzehn Denktaktiken und die zwei Gehirnausrichtungen. Die Komponenten können einzeln oder gemischt Einsatz finden.
    Dieses Zusammenspiel nenne ich auch „Quellen für Kreativität und Innovation“.
    In Teil 1, Abschn. 5.​1 zur Denkstrategie Integrationsdenken folgt eine detaillierte Erklärung des Systems.
  • Stressverursachte Körpersignale sind Anzeichen dafür, dass Gesundheit und Leistung in Gefahr sind.
  • Mein Begriff ‚Stressfallschirm‘ steht für praktische Methoden zum Stressabbau. Packen Sie morgens den Stressfallschirm aus und falten Sie ihn abends für den kommenden Tag wieder fein säuberlich zusammen. Stressmanager eignen sich sehr gut als Krisenmanager, weil sie für sich und andere in Krisensituationen die richtige Mischung von Stress und Entspannung einstellen können.
Alexander Paufler

Kapitel 2. Denkstrategie: Vielfaltdenken

In diesem Kapitel erfahren Sie:
  • Methodenvielfalt, um Ideen zu generieren, ist oberstes Ziel dieser zweiten Denkstrategie. Für die Ideenfindung ist jeder Input wichtig, ganz im Sinne der Bauernregel: Nur grasende Kühe geben Milch (auf Englisch: „No browsing, no milk“). Seien Sie offen für alles, was Gedanken stimuliert: Lesen, TV, Radio, Konzertbesuche, Zuhören, Ausspannen mit Springseil und Sport, Gespräche sowie Hobbys, die erfreuen und neues Wissen bringen.
  • Beschränken Sie Ihre Ideenvielfalt nicht durch einen Qualitätsfilter. Jede Ideensammlung muss anfangs ohne Bewertung erfolgen, damit keine noch so zerbrechliche Anfangsidee verloren geht.
  • Ideenvielfalt bringt Material für weiterführende Gedanken im Verbund mit allen Denkstrategien und Denktaktiken: Je mehr Ideen am Anfang stehen, desto besser ist es für gedankliche Umwege und gewitzte Veränderungen der Ausgangsidee, für Umformungen und Verbesserungen der Ausgangsidee durch die Einbeziehung von Gegensätzen.
Alexander Paufler

Kapitel 3. Denkstrategie: Umwegdenken

In diesem Kapitel erfahren Sie:
  • Der 360-Grad-Rundblick bringt Überraschungsideen, die aus dem üblichen Rahmen fallen. Lernen Sie, im Kreis zu denken, denken Sie upside down, denken Sie unberechenbar, denken Sie breit, denken Sie meilenweit außerhalb der Box, denken Sie kreativ um Ecken. Die Aussage seines asiatischen Assistenten: „Kreis versus Linie“ brachte Richard E. Nisbett auf die Idee, den asiatischen Rundschaublick im Vergleich zur linearen westlichen Denkweise zu studieren (Richard E. Nisbett: The Geography of Thought, Nicholas Brealey 2005, S. xiii.).
  • Japaner wollen oft Problemstellung und Problemlösung in Form einer Gesamtübersicht vor sich sehen. Sie bevorzugen deswegen das große DIN-A3-Format. Deutsche bevorzugen das handliche DIN-A4-Format, weil sie den Hintergrund für die andere Denkart nicht kennen und A3 als unpraktisch ansehen.
  • Umwegdenken ist experimentelles Denken im Sinne von: „JA warum eigentlich nicht, dann probieren wir mal diesen Weg aus, auch wenn er nicht naheliegt.“ Dieser Ansatz bringt in der Regel originellere Lösungen als der direkte Weg, da wir unser Gehirn neuen Dingen und Themen aussetzen und Routine vermeiden. Zur Ideenfindung hilft ein Blick über den Tellerrand in andere Fachgebiete und Kulturen. Das ist im Sinne des japanischen Sprichwortes: Hast Du es eilig, mache einen Umweg. An diesen Rat sollte man gerade bei Hektik, Konfusion und Krisen denken.
Alexander Paufler

Kapitel 4. Denkstrategie: Umformdenken

In diesem Kapitel erfahren Sie:
  • Das japanische Wort für Verbesserung ist Kaizen. Drehen, wenden und verbessern sind die ersten Schritte zur Innovation. Die Asiaten sagen: „Eine gute Kopie kann besser und billiger sein als das Original.“
  • Neue Ideen entwickeln sich aus anderen Ideen. Es ist eine Kettenreaktion.
  • Verbesserung alter Produkte, Dienstleistungen, Prozesse und Ideen entsteht durch Denkschleifen. Wir müssen lernen, anders zu denken, freier zu denken, anzuhalten und nachzudenken, neu zu denken, drum herum zu denken und quer zu denken.
Alexander Paufler

Kapitel 5. Denkstrategie: Integrationsdenken

In diesem Kapitel erfahren Sie:
Alexander Paufler

Die fünf Denktaktiken zur positiven Einstimmung

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Kapitel 6. Denktaktik: Wach auf und freu dich auf etwas im neuen Tag

In diesem Kapitel erfahren Sie:
  • Der Abschnitt: „Wach auf und freu dich auf etwas im neuen Tag“ ist die erste von fünf Denktaktiken zur positiven Einstimmung am Morgen für den ganzen Tag.
  • Die „Wach-auf-Denktaktik“ unterstützt die Denkstrategie Stressmanagement. Eine positive Grundeinstellung stärkt für kommende Gegenwinde im Beruf und Privatbereich.
  • Bereiten Sie den vergangenen Tag gut nach und den kommenden Tag gut vor. Notieren Sie Gutes vom alten Tag und erfreuliche Erwartungen an den neuen Tag. Das erhöht Wohlbefinden im Sinne des Motown Songs: „I feel good“ (James Brown: I feel good; https://​www.​youtube.​com/​watch?​v=​U5TqIdff_​DQ). Schreiben Sie kurze und einfache Notizen, damit Sie sich ohne großes Nachdenken sofort an den Zusammenhang erinnern können.
Alexander Paufler

Kapitel 7. Denktaktik: Genieße Überraschungen

In diesem Kapitel erfahren Sie:
  • Werden Sie zum Sammler der neuen überraschenden Ideen. Lernen Sie, sich an Überraschungen zu erfreuen, genauso wie an einem unerwarteten Airline Upgrade, dem verspäteten Empfang eines handgeschriebenen Geburtstagsbriefes oder an einer plötzlichen Anerkennung.
  • Wenn Sie überrascht werden, geben Sie schnell ein positives Feedback. Ein „Express-Dankeschön“ wirkt wie eine Wertschätzung in Richtung dessen, der die Überraschung initiiert hat.
  • Gehen Sie aufmerksam durch den Tag und sammeln Sie Erkenntnisse und Überraschungen. Wie in Teil 1, Kap. 2 erwähnt, überraschte mich bei einem Hotelaufenthalt der Zuckerbeutel mit der Aufschrift: It is in the little things. – Ein hervorragender Satz, um jungen Mitarbeitern vorbildliche Serviceeinstellung zu erklären.
Alexander Paufler

Kapitel 8. Denktaktik: Verschenke Überraschungen

In diesem Kapitel erfahren Sie:
  • Gewitzte Kommunikation ist Überraschung, um Abwechslung, Bewunderung, Ideen und Freude auszulösen, und um für andere Farbe in den Alltag zu bringen. Überraschung wird als kreative Aufmerksamkeit empfunden und bleibt in Erinnerung. Jeder ist für positive Überraschungen dankbar, da Langeweile ein flächendeckender Stimmungskiller ist.
  • Überraschungsmeetings a la Steve Jobs auf dem Gang sind spontane Zufallsmeetings, die Ideenfindung anregen. Überraschend sind unerwartete Auftritte, interessante Reden mit originellen Inhalten, kurzum ein Handeln und Verhalten, das außerhalb des Gewohnten liegt.
  • Durchdenken Sie Überraschungen gut und spielen Sie alles bis zur Umsetzung durch, damit es eine professionell originelle und keine verrutscht peinliche Überraschung wird. Eine Prise Exzentrik wirkt immer überraschend, aber bitte nicht zu viel. Verstehen Sie Exzentrik als originell, ungewöhnlich und außerhalb der langweiligen Normalität, aber nicht als störende Provokation.
Alexander Paufler

Kapitel 9. Denktaktik: Realisiere Herzenswünsche

In diesem Kapitel erfahren Sie:
  • Do what you want to! als Herzenswunsch kann auch zu einer drastischen Änderung führen (Slomo: The Man Who Skated Right Off the Grid, The New York Times, 1. April 2014; https://​www.​youtube.​com/​watch?​v=​Xn87-mcnoVc).
  • Die Suche nach einer Vielzahl von Optionen ist ein gutes Mittel gegen das Risiko zu scheitern und gegen spätes Bedauern. Mein Ceterum censeo ist immer: „Mit der Anzahl der Alternativen steigt die Qualität der Entscheidung.“ Das entspricht der Denkstrategie 2 Vielfaltdenken: je mehr Ideen, desto besser.
  • FLOW ist ein fast ekstatischer Bewusstseinszustand. Dieser Zustand wird erreicht, wenn man selbstvergessen und mit Begeisterung an etwas arbeitet, das man wirklich gerne macht. Wir brauchen dazu Vertiefung in eine von uns geliebte Arbeit oder faszinierendes Hobby. Im Flow-Zustand vergessen wir alles. Wir sind „in der Zone“ – „in the Zone“ – und mit Ausdauer auf unsere Beschäftigung fokussiert. Flow erzeugt die notwendige Geduld, um hartnäckig das Ziel zu verfolgen: Scheitern, wieder aufstehen und weitermachen. Dieses am Ball bleiben macht den Innovator und Ikonoklasten aus, der nicht nur die Idee hat, sondern die Idee auch gegen Widerstände durchsetzt und umsetzt (Mihály Csíkszentmihályi: Flow, the secret to happiness, https://​www.​youtube.​com/​watch?​v=​fXIeFJCqsPs, Uploaded am 24. Okt. 2008).
Alexander Paufler

Kapitel 10. Denktaktik: Zeit achtsam wie Seneca nutzen

In diesem Kapitel erfahren Sie:
  • Achtsame Lebensführung ist Teil der Vorbildaufgabe von Führungskräften. Die Vorbildaufgabe muss in einem soliden Wertesystem geerdet sein. Das morgendliche Nachdenken ist ideal, um Themen des kommenden Tages vorzubereiten. Digital versierte Mitarbeiter haben oft mehr Informationen zur Hand als Vorgesetzte. Was ihnen aber am Anfang der Karriere fehlt, ist Urteilsvermögen auf der Basis eines soliden Wertesystems. Grund genug, sich mit Senecas pragmatischem Wertesystem aus der Antike zu beschäftigen.
  • Bewusste Zeitnutzung statt ineffizienter Zeitverteilung bringt Zeitwohlstand. Blockieren Sie Ihre Denkbestzeit und kombinieren Sie diese mit einem Besuch der besten Umgebung: Zuhause, Büro, Lieblingsrestaurant, Café, Museum, Garten oder Park.
  • Lebenskünstler verstehen es, sich schnell den veränderten Umständen anzupassen. Lebenskünstler gewinnen Zufriedenheit, auch wenn sie materielle Güter einschränken müssen – so auch Seneca (S. Ausführungen in Teil 1, Kap. 1, bes. Abschn. 1.​2.​3.​6. zur Giftpille 2).
Alexander Paufler

Fünf Denktaktiken zur Ideenfindung

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Kapitel 11. Denktaktik: Freude an Bestleistung

In diesem Kapitel erfahren Sie:
  • Gute Chefs inspirieren mit Kreativität und fachlichem Können. Wählen Sie deswegen einen Beruf, der Sie animiert und stimuliert. Wenn Sie täglich mit Ihrem Signaturtalent kreativ arbeiten können, sind Selbstmotivation und Erfolg gesichert. Machen Sie Ihre Stärken zur persönlichen Brand – zu Ihrem Profil. Dort wo Sie Schwächen haben, sind Sie sich derer hoffentlich bewusst und finden Kollegen, die Ihre Schwachstellen kompensieren.
  • Vermeiden Sie Routine durch kreative Umwege zum Umwegdenken sowie durch lebenslanges Lernen als ein Quell der Kreativität (s. Teil 1, Kap. 5, bes. Abschn. 5.​1.​1) (Stephan Grünewald: Die erschöpfte Gesellschaft, Warum Deutschland neu träumen muss, Herder 2013, S. 175). Das erweitert den Erfahrungshorizont mit neuen Ideen und entwickelt weitere Talente.
  • Signaturtalente fühlen sich durch Inspiration und Kreativität angezogen. Aufgeschlossenheit für Neues, neue Kontakte mit interessanten Menschen und inspirierende Überraschungen wirken attraktiv.
Alexander Paufler

Kapitel 12. Denktaktik: Freud und Leid mit steigender Komplexität

In diesem Kapitel erfahren Sie:
  • Schönwetterunternehmer werden durch vier unternehmerische Jahreszeiten überrascht: 1. Startup (Frühling), 2. Wachstum (Sommer), 3. Downturn (Herbst) und 4. Turnaround (Winter), da globale Entwicklungen unberechenbar sind. Schneller Umgang mit Unberechenbarkeiten ist gefragt. Die proaktive Vorbereitung für alle Fälle ist ratsame Anpassung. Tritt die Krise dann nicht ein – umso besser.
  • Probleme eskalieren mit steigender Komplexität in vier Kategorien: 1. einfach, 2. komplex, 3. bösartig (wicked) und 4. chaotisch (messy). Steigende Komplexität ist zwar interessant, aber ab einem bestimmten Punkt bedrohlich und stressig.
  • Aufgabe der Führungskraft ist es, sich auf Probleme proaktiv vorzubereiten.
Alexander Paufler

Kapitel 13. Denktaktik: Kreativer Arbeitsplatz

In diesem Kapitel erfahren Sie:
  • Gutes Allgemeinbefinden und Kreativität werden auch durch ein gutes Raumgefühl beeinflusst. Der Arbeits- und Lebensraum kreiert Emotionen und wird Teil des Ideenfindungsprozesses.
  • Innenarchitektur und Feng Shui liegen dicht beieinander. Wählen Sie Räume zum Denken und für Besprechungen sorgfältig aus.
  • Ein Raum stimuliert, wenn er ein gutes Gefühl vermittelt. Im umgekehrten Fall wird die Ideenfindung eher negativ beeinflusst. Wechseln Sie Umgebungen ab und testen Sie, was Ihnen am Besten liegt.
Alexander Paufler

Kapitel 14. Denktaktik: Gedankenblitze auslösen und verfolgen

In diesem Kapitel erfahren Sie:
  • Mit der positiven Einstellung: Alles geht! fängt originelles Denken an. Der Ideenfindungs-Prozess ist noch nicht erforscht, deswegen müssen Sie für sich selbst und mit Erfahrungswerten anderer experimentieren, um Ihre eigene Erfahrungen zu sammeln.
  • Un-konventionell durch Ver-rückung zu denken heißt, exzentrisch und außerhalb der allgemeinen Norm denken zu können. Wenn Sie das schaffen – Kompliment (Linda Rottenberg: Crazy is a Compliment – The power of zigging when everyone else zags, Portfolio Penguin 2014; Stefan Stern: Book Review: Crazy is a Compliment …, in: FT, 8. Oktober 2014. – Steve Jobs spricht eine Werbenachricht: „Here’s to the crazy ones …“ auf YouTube, http://​fortune.​com/​2011/​10/​24/​jonathan-ive-on-steve-jobs-and-the-fragility-of-ideas/​ (Min. 11:20 von 12:20)). Folgen Sie Ihren Gedanken. Geben Sie Neugier nach, wenn im Buch vor Ihnen das interessierende Kapitel hinten liegt – überspringen Sie ein paar Kapitel! Auf dem Weg zu neuen Ideen sollten Sie Info-Surfing nur mit Google-Algorythmus vermeiden. Vertrauen Sie auf die kreativen Querverbindungen ihres Gehirns durch fragen, beobachten, experimentieren und assoziieren.
  • Ideen auslösen, Ideen verfolgen und sofort notieren geht Hand in Hand. Nie vergessen: Neue Einfälle aufschreiben. Kleine Ideen können groß werden.
Alexander Paufler

Kapitel 15. Denktaktik: Notiere Ideen sofort

In diesem Kapitel erfahren Sie:
  • Schaffen Sie sich Ihr erinnerungsfestes System zur Ideenerfassung und Aufbewahrung . Beispiele für Ablagenorte wären: Ideenzimmer, Ideenakten, Ideenbücher, Ideenschachteln, elektronische Ideenordner, Ideennotizen in gelesenen Büchern, Ideenkarten. Alles geht! Schreiben Sie Ideen sofort nieder: „Ideen fliegen davon wie Schmetterlinge“ sagte in meiner Vorlesung „Change Management“ an der Hochschule Esslingen eine Studentin. Grund: Gute Ideen kommen selten in gleicher Form zurück. Nach kurzer Zeit ändern sich der Kontext und die Erinnerung ist weg.
  • Die besten Zeiten zum Festhalten und Notieren der Ideen sind die Transferzeiten sofort nach dem Aufwachen, vor dem Einschlafen oder sofort nach dem Tagtraum. Die Präferenz bestimmt Ihr Biorhythmus. Frühaufsteher notieren lieber morgens, weil Notieren das Einschlafen stört, Nachteulen notieren eher abends, weil sie morgens einen längeren Anlauf brauchen.
  • Kreative Unordnung hilft, über den Tellerrand zu sehen und Probleme zu lösen. Das passiert, wenn sich verschiedene Informationen ohne konkrete Verbindungen treffen: Ein Buch liegt zufällig neben einem Artikel auf dem Schreibtisch; ein Memo zur Einführung von KPIs (=Key Performance Indicators, s. Teil 5, Abkürzungsverzeichnis) liegt neben dem Buch zur Balanced Scorecard und Assoziationen führen zur Problemlösung – die Themen verknüpfen sich.
Alexander Paufler

Fünf Denktaktiken zur Ideen-Realisierung auf dem Weg zur Innovation

Frontmatter

Kapitel 16. Denktaktik: Entrepreneur, Intrapreneur, Innovateur

In diesem Kapitel erfahren Sie:
  • Der wichtigste Unterschied von Entrepreneur und Intrapreneur liegt in der Ideenumsetzung. (Larry Myler: Intrapreneurs are just like Entrepreneurs …NOT!, https://​www.​forbes.​com/​sites/​larrymyler/​2014/​01/​15/​intrapreneurs-are-just-like-entrepreneurs-not/​#5e2dd6b4354e). Entrepreneur ist der Gründer- und Startup-CEO. Intrapreneur ist der innovative leitende Angestellte, der Unternehmer im Unternehmen. Sein Arbeitsleben ist formeller als das des Entrepreneurs, was an der Eingliederung in durchorganisierte Hierarchieebenen liegt. Intrapreneure haben weniger Freiheitsgrade , jedoch sind beide Innovateure . Mit neuen Ideen müssen das Unternehmen vorangetrieben und Ideen in Form eines soliden Businessplanes präsentiert werden, sodass die Stakeholder überzeugt sind und die notwendige Unterstützung geben. (William A. Sahlman: How to Write a Great Business Plan, HBR, July-August 1997, S. 98–108, hier S. 100 (Reprint 97409)).
  • Generation Y (geboren zwischen 1980 und 2000) akzeptiert den Top-down-Managementstil nicht mehr so wie die Baby-Boom-Generation. Die Generation Y und die Generation Z (geboren zwischen 1995 und 2010) folgen authentischen Führungskräften, die Respekt und Empathie zeigen, und sich in Krisensituationen glaubwürdig verhalten. Gespräche, Zuhören, Sehen und Mut zur Unfertigkeit bringt neue Ideen im Unternehmen, d. h. nicht: „Ja, aber …“, sondern immer: „Ja, warum eigentlich nicht?.“ (Richard Branson: Business stripped Bare – Adventures of a global Entrepreneur, Virgin Books 2008, S. 242; Peter Wagner: Wie Ideen besser werden, Google Magazin Aufbruch – Sonderheft Ehrenamt, S. 24–27). Unternehmen werben Intrapreneure mit dem Aufruf an: „Wir suchen keine Follower . Sondern Menschen, die uns digital vorantreiben.“ (Vgl. stellvertretend für viele ähnliche HR-Werbeaussagen: www.​porsche.​de/​karriere). Führen, nicht Folgen ist gefragt – auch in Großunternehmen.
  • Denkstrategien und Denktaktiken sind für Entrepreneur und Intrapreneur hilfreiche Instrumente.
Alexander Paufler

Kapitel 17. Anhalten und Nachdenken

In diesem Kapitel erfahren Sie:
  • Anhalten und entspanntes Nachdenken steigern die Ideenqualität. Die Denktaktik Einfach mal innehalten und in Denkschleifen nachdenken ermöglicht es Ihnen, mit allen Denkstrategien, Denktaktiken und mit den gesammelten Informationen zu experimentieren und das neue Ergebnis Revue passieren zu lassen.
  • Verbinden Sie Denkstrategien und Denktaktiken wie beispielsweise die das Vielfaltdenken – „Je mehr, desto besser“ – mit der Denktaktik Halte an und denke nach (Alexander Paufler gegenüber Mitarbeitern: „Stop running and think for a while.“). Lehnen Sie sich müßig zurück, assoziieren Sie und fragen Sie: „Wie geht es jetzt weiter?“ Diese Arbeitsfrage bietet sich an bei schnell notwendigen Verbesserungsschleifen (Denkstrategien 4 und 5: Umform- und Integrationsdenken) und bei Krisen. Man dreht, wendet und verbessert das Problem und arbeitet auch mit der passenden Gehirnausrichtung. Das verhindert, dass Gedanken in alten Ideen stecken bleiben und Realisierung durch Alltagsprobleme z. B. Budgeterstellung, Funding, Abgabe der Steuererklärung usw. nicht weiterkommt.
  • Entspanntes Ausatmen entspannt Ihr Gehirn und lässt Ihre Ideen aus dem Unterbewusstsein aufsteigen. Spielen Sie mit den beiden Gehirnausrichtungen: Fokus (Modus 1) und entspannt ohne Fokus (Modus 2) zu denken (s. Teil 1, Kap. 5, bes. Abschn. 5.​1.​6 Zwei Gehirnausrichtungen).
Alexander Paufler

Kapitel 18. Denktaktik: Offen für Neues, geschlossen beim Denken

In diesem Kapitel erfahren Sie:
  • Offenheit ist eine Form von neugierigem Interesse zur Sammlung von Antworten, Beobachtungen, Experimenten und Problemen. Neugier ist der einfachste Schnellstart für Kreativität. Neugierige Menschen sind gegenüber neuen Themen, Dingen und Personen aufgeschlossen und wissensdurstig.
  • Geschlossenheit ist wichtig sowohl für fokussiertes Denken als auch für den Tagtraum, in dem originelle Einfälle entstehen. Die Innovation entsteht im Nachdenken über Probleme und darüber, wie man sie mit alten und mit neuen Informationen löst.
  • Im Tagtraum und Schlaf assoziiert das Gehirn durch Verknüpfung von Gehirnarealen und Gedanken. Tagtraum und Schlaf sind intensivste Kreativphasen für unser Gehirn. Ideen und Informationen werden durchgeblättert, um durch neue Kombinationen Lösungen zu finden.
Alexander Paufler

Kapitel 19. Denktaktik: Probleme von allen Seiten durchdenken

In diesem Kapitel erfahren Sie:
  • Achten Sie bei Ihrer Innovation auf Trends und disruptive Innovationen. Eine Kehrtwende entfaltet sich oft in Slow Motion. Denken Sie an die vier Jahreszeiten eines Unternehmens (Startup, Wachstum, Downturn, Turnaround), die Anlass zu Änderungs- und Krisen-Management verlangen. Es gilt, rechtzeitig Downturn und Turnaround zu erkennen und proaktiv Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Selbst robuste Trends können wechseln. Was ein Megatrend war, kann durch disruptive Innovation auf einmal einen Gegenkurs bekommen.
  • Rundblick mit vielen Augen und unterschiedlichen Perspektiven rundet Ideen ab: Sammeln Sie Kommentare, neue Informationen, Ratschläge und Ideen in Ihrem Netzwerk der Stakeholder, Berater, Freunde und Kollegen für weitere Prüfungen. Die 360˚-Rundschau ist ein wichtiger Realitätscheck und Staubsauger für neue Ideen.
  • Vorsicht: Sammeln Sie nicht allein mit Herz, Bauchgefühl und Intuition, sondern auch mit Plan, um Auswirkungen der Idee und Innovation zu erfassen.
Alexander Paufler

Kapitel 20. Botschaften überzeugend und erinnerungsfest gestalten

In diesem Kapitel erfahren Sie:
  • Botschaften sollten einfach, glaubwürdig und überzeugend sein und gezielt wiederholt werden, damit sie in Erinnerung bleiben. Diese Erinnerungsqualität nenne ich „erinnerungsfest“.
  • Emotionalisieren Sie Ihre Botschaft und arbeiten Sie mit der 100-50-30 %-Mnemotechnik zur nachhaltigen Erinnerung (vgl. Einführungsabbildung). (Lorenzo Quinn, Sohn des Schauspielers Anthony Quinn, hat die oben abgebildete Skulptur Support entworfen. Der 51-Jährige will mit den Riesenhänden an dem Luxushotel Ca’ Sagredo in Venedig auf den Klimawandel aufmerksam machen, der durch ansteigende Wasserstände auch historische Bauten in der Lagunenstadt gefährde. Quinn hat die Hände eines seiner drei Kinder als Modell genommen. Die Skulptur „soll zu den Leuten auf eine klare, einfache und direkte Art und durch die unschuldigen Hände eines Kindes sprechen“, schreibt er auf Instagram; s. http://​www.​spiegel.​de/​reise/​staedte/​skulptur-von-lorenzo-quinn-riesenhaende-stuetzen-hotel-a-1147961.​html (16.05.2017)). Die Erzeugung von Produktgefühl und Dienstleistungsgefühl in Verbindung mit Sprachgefühl muss Ziel einer guten Unternehmens- und Produktkommunikation sein. Dann bleibt die Botschaft zu 100 % in Erinnerung. Viel Bild und wenig Worte machen erinnerungsfeste Botschaften aus. Aussagen gehören in einen Zusammenhang, der durch Geschichten und zuhörernahe Beispiele die Wellenlänge der Zuhörer trifft.
  • Kommunizieren Sie innerhalb und außerhalb des Unternehmens mit demselben Wortlaut: „Walk your Talk“, denn Verlässlichkeit sichert Glaubwürdigkeit. Die Kunst der Überzeugung und der Verhandlung beruhen entscheidend auf Glaubwürdigkeit. Verlorene Glaubwürdigkeit zerstört Überzeugungskraft, dabei ist nicht allein der Inhalt von Bedeutung, sondern vielmehr der Sprecher und Zeitpunkt. Ist Glaubwürdigkeit erst einmal verspielt, dann wird mit dem fraglichen Führungsstil auch eine erfolgreiche Karriere fraglich.
Alexander Paufler

Anhang

Frontmatter

Kapitel 21. Kleine Hormonfibel

Die sieben Stress-, Leistungs- und Glückshormone: Adrenalin, Cortisol, Dopamin, Endorphin, Serotonin, Testosteron, Oxytocin
Hervorragende Leistung ist nur mit einer Hormonmischung möglich, die gute Stimmung, kluges Verhalten und beste Leistung einstellt. Die Wissenschaft hat noch nicht sehr viele Antworten auf die Frage, wie wir Stresshormone senken und Glücks- oder Leistungshormone natürlich anheben können. Bekannt ist, dass die Einstellung durch geregelten Tagesablauf, regenerierenden Wach- und Schlafrhythmus, „richtiges“ Essen und Trinken, Entspannung durch Qualitätszeit mit sportlicher Bewegung, spirituelle Betrachtungen, bewusste Naturerlebnisse und Gelassenheitsübungen durch Yoga und Meditation erfolgt.
Alexander Paufler

Kapitel 22. Fragebogen zur Ideenfindung – Ideenrealisierung

Christopher John Farley: OH WOW, What do Steve Jobs’s Last Words Really Mean, WSJ, 31. Oktober 2011 (Bronnie Ware: 5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen, Goldmann 2015, S. 61)
  • Sie erfahren mehr über Ihre persönliche Kreativität.
  • Die interessantesten Erkenntnisse und Methoden aus den bisher gesammelten Antworten habe ich am Ende jedes Kapitels zusammengestellt und mit „Die 1000+“ gekennzeichnet. Testen Sie sich selbst durch diesen Fragebogen. Die Antworten finden Sie im Buch.
Alexander Paufler

Kapitel 23. Letzte Worte von Steve Jobs

I have come to the pinnacle of success in business. In the eyes of others, my life has been the symbol of success. However, apart from work, I have little joy. Finally, my wealth is simply a fact to which I am accustomed. At this time, lying on the hospital bed and remembering all my life, I realize that all the accolades and riches of which I was once so proud, have become insignificant with my imminent death.
Alexander Paufler

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