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04.09.2017 | Führungsqualität | Im Fokus | Onlineartikel

Das Mantra junger Führungskräfte heißt Transparenz

Autor:
Annette Speck

Die alte Garde der Top-Manager handelt oft nach dem Motto "Wissen ist Macht". Die neue Führungskräfte-Generation setzt dagegen auf Kommunikation und Transparenz und bringt Arbeitgeber in Zugzwang.

Wenig karriereorientiert, dafür immer online: Um die Digital Natives ranken sich diverse "Mythen" zu ihrem Lebensstil und ihrer Einstellung zur Arbeit. Die Studie "Global Perspectives Barometer 2017 – Voices of the Leaders of Tomorrow" von GfK und St. Gallen Symposium rückt das Bild nun zurecht. Zumindest soweit es den potenziellen Führungsnachwuchs betrifft.

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Ich-Markenmanagement via Social Media

Zwar sind die jungen High Potentials mit dem Internet aufgewachsen und nutzen soziale Medien ganz selbstverständlich, jedoch steuern sie der Studie zufolge ihre digitale Präsenz sehr gezielt. So trennen beispielsweise Dreiviertel der Befragten ihre privaten und beruflichen Profile. Denn die Online-Präsenz wird als wichtiger Bestandteil der "Ich-Marke" verstanden, die es auch im Hinblick auf die Karriere optimal zu managen gilt. Schließlich halten es 53 Prozent der Leaders of Tomorrow für unmöglich, ohne eigene Social-Media-Präsenz interessante Jobs zu ergattern.

Kaum verwunderlich also, dass die Millennials das Unterschätzen des Nutzens sozialer Medien auch für den größten Fehler der alteingesessenen Führungsriege halten. Eine aktuelle Studie des PR-Netzwerks Ecco zu den CEO-Aktivitäten der größten börsennotierten Unternehmen in 20 Ländern bestätigt einmal mehr die reservierte Social-Media-Haltung in den etablierten Chefetagen: Nur jeder siebte CEO dieser Top-Unternehmen ist auf Twitter aktiv. Immerhin haben aber 41 Prozent einen Account auf dem Karriereportal Linkedin. Am aktivsten zeigen sich in dem internationalen Social-Media-Vergleich französische CEOs. Deutschland und Russland rangieren hingegen auf dem letzten Platz.

Informationen werden geteilt

Geprägt durch die digitalen Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten legt die neue Generation der Führungskräfte auch im Job großen Wert auf Vernetzung und Austausch. Transparenz ist für sie dabei ein wesentlicher Aspekt einer guten Unternehmenskultur. Dies belegen die Kernergebnisse des "Global Perspectives Barometer", für das rund 1.000 junge Top-Talente in mehr als 80 Ländern Auskunft über ihr Arbeits- und Führungsverständnis gaben.

Kernergebnisse des
Global Perspectives Barometer 2017
Leaders of Tomorrow verfolgen einen Lebensstil der kontrollierten Transparenz. 
  • Ausgewählte persönliche Informationen werden online geteilt.
  • Die Kontrolle über die eigenen Daten hat Priorität.
Leaders of Tomorrow verschieben die Macht von der Arbeitgeber- zur Arbeitnehmerseite. 
  • Informationen und Bewertungen zu Arbeitgebern werden – ebenso wie bei Produkten – online gesucht und auch selbst ins Netz gestellt.
  • Für Arbeitgeber wird ein gutes Online-Feedback früherer und aktueller Mitarbeiter immer wichtiger.
Leaders of Tomorrow betrachten Transparenz als Grundlage für einen langfristigen Unternehmenserfolg.
  • Bis auf explizit vertrauliche Informationen sollte Wissen im Unternehmen grundsätzlich geteilt werden.
  • Bevorzugung einer offenen Fehlerkultur 
Leaders of Tomorrow agieren als Whistleblower: Mehr Transparenz hilft öffentliches Anprangern vermeiden.
  • Unethisches Verhalten innerhalb der Firma würden 59 Prozent vorzugsweise intern klären.
  • Gegebenenfalls würden 53 Prozent aber auch anonym die Öffentlichkeit informieren.

Vertrauen schaffen durch Transparenz

Die Erkenntnis, dass streng hierarchische Strukturen und geheimnistuerisches Machtgehabe überholt sind, greift zwar auch in Führungsetagen um sich, doch mit der Veränderung tun sich viele schwer. Frank H. Baumann-Habersack plädiert daher für eine neue Haltung zur Autorität. Wie er in seinem "Ausblick: In Zukunft führen" erklärt, "rücken Werte wie Vertrauen, Transparenz, Einfachheit, Nachhaltigkeit und direkte Kommunikation in den Mittelpunkt." (Seite 164) Denn am meisten mache Führungskräften die fehlende wirkliche Vertrauensebene zu Kollegen zu schaffen. Gefühle von Einsamkeit und Isolation, Misstrauen und Furcht vor Benachteiligung seien die Folge.

Die hochqualifizierten, kreativen Nachwuchsführungskräfte der Generationen Y und Z locken solche Aussichten jedenfalls kaum. Sie springen auf Führungsmethoden aus dem 19. und 20. Jahrhundert auch nicht mehr an, glaubt Springer-Autor Baumann-Habersack. 

"Geraten sie in derartige Systeme, so kündigen sie (zuweilen mit ihrem gesamten Freundeskreis), suchen sich einen besseren Job oder gründen selbst eigene Unternehmen. Loyalität gilt heute ohnehin nicht mehr vorrangig einem Arbeitgeber, sondern dem eigenen Netzwerk. Wenn Unternehmen diese Wissensarbeiter künftig für sich gewinnen wollen, müssen sie nach deren Spielregeln spielen." Frank H. Baumann-Habersack, Seite 172

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