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25.01.2018 | Führungsqualität | Im Fokus | Onlineartikel

Mitarbeiterbindung ist ein entscheidender Hebel

Deutschland befindet sich bei der Bindung von Mitarbeitern weltweit nur im Mittelfeld. Ein Viertel aller Arbeitnehmer hat hierzulande gedanklich bereits die Kündigung eingereicht. Wie Unternehmen gegensteuern können. 

Ein 40-jähriges Dienstjubiläum – davon können die meisten Mitarbeiter heute nur noch träumen. Arbeitete der eigene Vater noch von der Ausbildung bis zum Rentenalter in der gleichen Firma, wechselt die aktuelle Mitarbeitergeneration in Deutschland häufiger das Unternehmen. Das Pflichtgefühl deutscher Mitarbeiter hält sich in Grenzen. Lediglich 15 Prozent sind ihrem Unternehmen treu ergeben. In den USA stehen Angestellte dem eigenen Arbeitgeber loyaler gegenüber. 33 Prozent aller Arbeitnehmer im Land der unbegrenzten Möglichkeiten fühlen sich emotional sehr an ihren Brötchengeber gebunden. 

Diese Zahlen gehen aus der Vergleichsstudie "State of the Global Workplace" hervor, für die das dänische Marktforschungsinstitut Gallup mit Deutschlandsitz in Berlin eine Datenerhebung in insgesamt 155 Länder durchgeführt hat. In den Jahren von 2014 bis 2016 befragte Gallup in Durchschnitt 1.000 Personen pro Land. Mitarbeiterbindung ist außerdem das Top-Thema im HR-Management, hat eine Onlineumfrage des Personaldienstleister Hays ergeben. 

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"Sind die elementaren Bedingungen wie ein angemessenes Grundgehalt erfüllt, spielen neben der Arbeitszufriedenheit die emotionale Verbundenheit mit dem Arbeitgeber (Commitment) und besonders die Begeisterung bei der Arbeit (Engagement) eine große Rolle bei der Entscheidung zu bleiben oder zu gehen", wie Springer-Autorinnen Sophia Gesing und Ulrike Weber im Buchkapitel "Das Konzept: Feelgood-Management" (Seite 13) festhalten.

Die bedeutenden Industrienationen schwächeln

In den  G7-Ländern bilden bei der Mitarbeiterbindung Italien, Frankreich und Japan die Schlusslichter. Nur fünf bis sechs Prozente der Mitarbeiter in diesen Ländern hängen an ihrem Unternehmen. Fast jeder dritte Italiener (30 Prozent), aber auch jeder vierte Franzose (25 Prozent) und Japaner (23 Prozent) hat innerlich bereits gekündigt. 


"Wenn sich in hoch entwickelten Industriestaaten ein substantieller Teil der Beschäftigten in die innere Kündigung zurückzieht, gefährdet das den Erfolg der gesamten Volkswirtschaft. Denn Mitarbeiterbindung ist ein entscheidender Hebel für die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen", kommentiert Marco Nink, Senior Practice Consultant bei Gallup Deutschland, die Ergebnisse. Dass es in den Betrieben an emotionaler Mitarbeiterbindung mangelt, führt Gallup auf Schwächen in der Unternehmenskultur und auf Defizite in der Personalführung zurück. Oftmals werden demnach grundlegende Mitarbeiterbedürfnisse wie Erwartungsklarheit, Zielorientierung und Prioritäten zu setzen von Führungskräften einfach nicht bedient. 

Um die emotionale Bindung an das Unternehmen zu erhöhen, setzen vor allem Start-ups auf so genannte Feelgood Manager, "deren alleinige Aufgabe ist es, sich um das Wohlbefinden der Mitarbeiter zu kümmern", wie Springer-Autorin Clarissa Greve in einem Buchkapitel über den Einfluss des Feelgood Managements auf die Arbeitnehmerzufriedenheit erklärt. (Seite 174) "Die Positionen des Feelgood-Managers werden mit Quereinsteigern aus den unterschiedlichsten Bereichen besetzt. Aufgrund des jungen Berufsbildes ist meist auch die Ausgestaltung der Stelle Teil der Tätigkeit. Häufig ist der Feelgood Manager als Stabsstelle der Geschäftsführung oder der Personalabteilung in die Organisation eingebunden und hat als neutrale Position keine arbeitsrechtliche Verantwortung" (Seite 180).

Innere Kündigung kostet die Wirtschaft Milliarden

Den meisten Firmenchefs ist nicht klar, dass unmotivierte Mitarbeiter unbewusst einen immensen finanziellen Schaden verursachen. Der Aufwand für Neuausschreibungen, Einarbeitung und der Know-how Verlust ist hoch. Hinzu kommt, dass Mitarbeiter, die sich innerliche bereits verabschiedet haben, mit angezogener Handbremse arbeiten und ein Verhalten an den Tag legen, mit dem sie bewussten eine Schädigung des aktuellen Arbeitgebers in Kauf nehmen. Laut der Gallup-Studie sind diese Angestellten weniger kundenorientiert, es mangelt ihnen an Ideenreichtum und sie fehlen häufiger. 

Angestellte, die vierzig Jahre in einem Unternehmen arbeiten, werden immer seltener. In unseren schnellen Zeiten kann sich die Chefetage jedoch auf die Schultern klopfen, wenn Mitarbeiter zehn Jahre und länger dem Unternehmen die Treue halten. Ob ein Feelgood Manager, in Bezug auf die Mitarbeiterfluktuation, allein Abhilfe schaffen kann, ist fraglich.

Gallup empfiehlt vielmehr, ein Performance Management zu etablieren, "das Führungsqualität honoriert und Mitarbeiterbindung zur entscheidenden Kennzahl macht." Denn letztendlich kündigen die meisten Mitarbeiter nicht, weil ihnen der Job und die Aufgaben nicht mehr gefallen, sondern wegen schlechter Führungskräfte.

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