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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Blickwinkel und Ansatzpunkte einer kulturorientierten Wirtschaftslehre

Zusammenfassung
Das Thema „Fundamente der Ökonomie. Ökologie und Kultur“ ist reichlich komplex, und der Anspruch, es in einer monographischen Abhandlung bearbeiten zu können, ist unbescheiden. Immerhin handelt es sich um zwei zentrale, je für sich schon überaus schwierige und vielleicht kühne Fragestellungen, zwischen denen ein Brückenschlag versucht werden soll:
  • Die theoretischen und daraus folgend auch pragmatischen Schwächen der traditionellen Betriebswirtschaftslehre hängen mit bestimmten Denk- und Wissenschaftstraditionen der Ökonomie zusammen, denen zufolge der normative Charakter des Gegenstandsbereichs “Wirtschaft” und damit bestimmte Aspekte des praktischen Geschehens teils gar nicht, teils nur unscharf, teils falsch, jedenfalls höchst unbefriedigend erkannt und theoretisch ausgedeutet werden.
  • Wirtschaften als Praxis findet immer in einem geschichtlichen Raum statt, der kulturell verfaßt ist, und diese kulturelle Verfassung schließt insbesondere die Sphäre des Umgangs mit der Natur und ihren Ressourcen ein. Nicht ein einziger Handgriff in die Natur kann ohne die ihn tragenden und ihm Sinn gebenden Normen der Kultur erfolgen und verstanden werden. Wenn heute von ökologischen Krisen und vom notwendigen Umbau der Industriegesellschaft die Rede ist, so muß bedacht werden: Es ist eine Kulturkrise, keine Krise der Natur. Und eine ökonomische Krise ist es insofern, als es sich hauptsächlich um jene Bereiche der Kultur handelt, in denen die das Wirtschaften rechtfertigenden Normen verfaßt sind.
Peter Bendixen

2. Problematische Grundorientierungen der Betriebswirtschaftslehre

Zusammenfassung
Standorte und Wege des Denkens in einer weit gefächerten Wissenschaft zu beschreiben, um darin kritikbedürftige Grundorientierungen zu bestimmen, muß als ein gewagtes Unterfangen gelten vor allem dann, wenn dies in verdichteter und daher um viele Einzelheiten vereinfachter Weise geschehen soll. Dieses Wagnis bewegt sich auf zwei Ebenen. Die erste bezieht sich darauf, daß der Betrachtungsgegenstand, die Betriebswirtschaftslehre, nicht als geschlossenes und „stilistisch“ einheitliches Gebäude existiert, dessen Räumlichkeiten man lediglich systematisch abzuschreiten hätte. Die zweite Problemebene ergibt sich daraus, daß selbst ein geschlossener Block zusammengefügter Theorien und Lehrgebiete von unermeßlich vielen perspektivischen Positionen beschrieben und analysiert werden kann, von denen die gerade gewählte sich aus dem besonderen Standort des Betrachters ergibt.
Peter Bendixen

3. Erklärungen und Erscheinungen des Wirtschaftens

Zusammenfassung
Der Begriff des Wirtschaftens setzt sich aus zwei erklärungsbedürftigen Komponenten zusammen, nämlich dem Inhalt dessen, was wir als Wirtschaft bezeichnen, und dem auf Praxis bezogenen Aspekt des Handeins als absichtsgeleitetem Tun. Gäbe es nicht ausdrückliche Gegenpositionen aus der Perspektive einer verhaltenswissenschaftlich und zugleich kritisch-rationalistisch orientierten Betriebswirtschaftslehre, wonach nicht Handeln, sondern Verhalten das Wesen wirtschaftenden Tuns ausmache, müßten wir nicht aus unserer Sicht auch zu dieser Frage Stellung beziehen. Die dahintersteckende Kontroverse ist aber grundsätzlicher, als die einander an sich nahestehenden Begriffe Handeln und Verhalten vermuten lassen.
Peter Bendixen

4. Wirtschaft als isoliertes System-Modell

Zusammenfassung
Die meisten ökonomischen Theorien — ob Kreislauf- oder Konjunkturtheorien, ob Produktions- oder Preistheorien — thematisieren, analysieren, erklären und modellieren Zusammenhänge in der Objektsphäre des Wirtschaftens, d.h. sie beziehen sich auf Güter und Güterbewegungen. Und die Lehrbücher teilen die Wirtschaft nach Kriterien der Güterart oder der materiellen Bearbeitungsart ein in Branchen, Produktionsstufen, Fertigungs-Technologien, Gebrauchszwecke, Betriebsformen. Ob sich das Wirtschaften in der realgüterliehen oder der geldlichen Sphäre abspielt, immer sind es die Objekte (die Güter), auf die sich die Begriffsbildungen beziehen und von denen her das komplizierte Bild der Wirtschaft entworfen wird1. Nicht zuletzt aber sind die von der Theorie ins Zentrum gerückten ökonomischen Phänomene der Güterknappheit, der Arbeitsteilung und des Tauschs selbst dingliche Haupt-Kategorien, die das Gegenständliche hervorheben, während gleichzeitig die intentionale Ebene der handelnden Subjekte, ihr Wollen und normativ verfaßtes Handeln im konkreten historischen Raum, auf eine Dispositionslogik reduziert wird.
Peter Bendixen

5. Normative Aspekte betriebswirtschaftlicher Grundkategorien

Zusammenfassung
An verschiedenen Stellen haben wir auf die in der Ökonomie üblichen Formalisierungen normativer Kategorien hingewiesen, so etwa das Gewinnmaximierungsprinzip und das ökonomische Rationalprinzip. Die Reduktion von Inhalten, die sich hinter Begriffen wie Gewinn und Effizienz verbergen, auf ihre Form schottet wissenschaftliche und pragmatische Kalküle gegen die Weitläufigkeit und Undurchschaubarkeit des Alltagsgeschehens und seiner normativen Verflechtungen ab und macht sie handhabbar. Umgekehrt aber sind die Formen, will man sich gestaltend oder nur interpretative auf Realitäten beziehen, quasi Einfallstore für die Mannigfaltigkeit historischer Handlungsmöglichkeiten. Als Theoretiker und Modellkonstrukteur muß man auf diese hintergründigen oder besser: bodenständigen Gehalte formalisierter Normen gefaßt sein. Ihre praktischen Implikationen sind gerade dadurch, daß sie modelltechnisch eliminiert werden, indirekt eben stets präsent. Wir fragen uns in diesem Abschnitt also, welche normativen Implikationen sich aus der modellhaft angelegten, in weiten theoretischen Bereichen formalisierten Betriebswirtschaftslehre ergeben könnten.
Peter Bendixen

6. Bausteine einer kulturorientierten Wirtschaftslehre

Zusammenfassung
Alles Wirtschaften bewegt sich in einem konkreten kulturellen Raum, welcher der Art des Umgangs mit den Sachbedingungen der vorgefundenen Natur den normative Boden bereitet. Wirtschaften ist zugleich selektive Aneignung von Stoffen der Natur und deren Umwandlung für menschlichen Gebrauch. Die Kultur der Aneignung und Umwandlung von Stoffen der Natur, die Wirtschaftskultur einschließlich ihrer Technologien, ist eine historische Kategorie, also weder eine unveränderliche noch eine menschlichem Gestaltungswillen unzugängliche Größe.
Peter Bendixen

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