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31.01.2017 | Funktionswerkstoffe | Interview | Onlineartikel

"Begeisterung für Werkstoffthemen wecken"

Autor:
Dr. Elena Winter
Interviewt wurde:
Prof. Dr.-Ing. Peter Wellmann

Peter Wellmann ist Professor am Lehrstuhl für Materialien der Elektronik und Energietechnologie an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg, ist aktives Mitglied in mehreren Gesellschaften und wurde 2013 mit dem "Preis für gute Lehre 2012" ausgezeichnet.

Ob Mikroelektronik, Optoelektronik oder Photovoltaik: Die Fortschritte in diesen Disziplinen lassen sich oft an innovativen Materialien festmachen. Springer-Autor Peter Wellmann spricht im Interview über die Herausforderungen für Forschung und Lehre.

Springer Professional: Elektronische Materialien sind Ihr Metier: Wie schätzen Sie den Stand der Forschung ein?

Peter Wellmann: Seit dem Aufkommen der Halbleiter in den 50er Jahren wurden elektronische Materialien immer weiter erforscht und entwickelt. Die Fortschritte der Mikroelektronik, die heute aus dem Lebensalltag kaum noch wegzudenken ist, sind beachtlich. Das zeigt, dass es eigentlich nie eine Verschnaufpause gab. Die Mikroelektronik, die Optoelektronik und die Photovoltaik sind heute schon sehr weit entwickelt. Wir haben es hierbei mit sehr ausgereiften Technologien zu tun.

Bei welchen Materialien oder Fragestellungen besteht noch besonders großer Forschungsbedarf?

Durch den Hunger des Menschen nach immer leistungsfähigeren und neuartigen Technologien ist selbstverständlich auch der Forschungsbedarf unerschöpflich. Dabei geht es nicht nur um Materialverbesserungen, sondern auch um neue, innovative Materialien. Bedarf besteht zum Beispiel bei Halbleitern im Sinne einer noch schnelleren Mikroelektronik und einer noch effizienteren Optoelektronik und Photovoltaik. Hinzu kommen Hochtemperatursupraleiter für die elektrische Energieübertragung, hartmagnetische Materialien für Elektromotoren oder funktionale Dünnschichtsysteme wie Graphen für Sensoranwendungen, an denen weiter geforscht wird.

Empfehlung der Redaktion

2017 | Buch

Materialien der Elektronik und Energietechnik

Halbleiter, Graphen, Funktionale Materialien

Der Schwerpunkt dieses Lehrbuchs liegt auf elektronischen Materialien (Leiter, Dielektrika, anorganische und organische Halbleiter) und deren Anwendungen. Physikalische Grundlagen werden bei den allgemeinen Anwendungen beschrieben und Unterkapitel …


Welche Zukunftsthemen sind es, bei denen elektronische Materialien einen wichtigen Beitrag leisten können? Und welche Materialien oder Materialeigenschaften halten Sie für besonders geeignet?

Hier fällt mir als erstes die regenerative Energiegewinnung ein. Zukunftsweisend in diesem Bereich sind meines Erachtens zum Beispiel Halbleitermaterialien für neue Solarzellen der dritten Generation mit Wirkungsgraden von 40 bis 50 Prozent. Auch Graphen für Anwendungen in der Mikroelektronik und in der Sensorik sowie Hochtemperatursupraleiter für die effiziente elektrische Energieübertragung werden in Zukunft sicher eine große Rolle spielen.

Was war Anlass für das Lehrbuch "Materialien der Elektronik und Energietechnik"?

Studierende sollen die Möglichkeit bekommen, den Lernstoff daheim nachlesen und inhaltlich vertiefen zu können. Es macht mir persönlich einfach Spaß an der Uni in Erlangen zu lehren. Das Buchprojekt ist ein Teil davon.

2013 wurden Sie mit dem "Preis für gute Lehre" ausgezeichnet. Worin besteht Ihrer Ansicht nach gute Lehre? Was sollte sie leisten?

Gute Lehre hat viele Facetten. Vor allem sollte der Lernende dazu angeregt werden, selbständig weiterzudenken und eine eigene Begeisterung für das Thema zu entwickeln. Wer Wissen weitergibt, sollte dabei versuchen sich in den Lernenden hineinzuversetzen und dessen Vorwissen und dessen fachlichen Hintergrund als Grundlage seiner Lehre sehen. Sehr wichtig scheint mir auch zu sein, dass komplexe Zusammenhänge anschaulich erläutert werden.

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

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