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Über dieses Buch

Walter Hehl eröffnet in seinem Buch einen neuen Blick auf die Person Galileo Galilei und dessen Leistungen – sowohl im Kontext der Wissenschaft im Zeitalter der Renaissance als auch aus Sicht der heutigen Physik. Dies ermöglicht Lesern eine bessere Einschätzung der Epoche und ein gesteigertes Verständnis der Geschichte um Galilei. Der Autor greift die neue Sichtweise auf, in der Galilei vom wissenschaftlichen „Heiligen“ zu einer wenigstens teilweise umstrittenen Person geworden ist. Eine Zeittafel mit Kontextdaten sowie ein Glossar fassen zentrale Begriffe und Eckdaten zusammen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einleitung: Galilei, eine Hagiographie

Galilei wurde in Pisa geboren am 15. oder 16. Februar 1564 nach dem alten, julianischen Kalender (das heißt 25. oder 26. Februar gregorianisch). Er entstammt einer verarmten Patrizierfamilie; sein Vater Vincenzo war Tuchhändler, Lautenspieler und Musiktheoretiker. Er wurde in das Ende der Renaissance hineingeboren, in eine Zeit zwischen Mittelalter und Neuzeit.
Walter Hehl

2. Galilei vermisst die Hölle

Nach vier Jahren des Medizinstudiums (auf Wunsch des Vaters) und bereits ausgebildet in Astrologie verlässt Galilei die Universität von Pisa aus finanziellen Gründen ohne Abschluss. Er begann, Mathematik zu lehren und nach einer „mathematischen“ Anstellung zu suchen.
Walter Hehl

3. Galilei, der Astrologe

Einstein hat recht mit dieser Bemerkung. Zu babylonischen Zeiten war es noch akzeptabel, in den wundersamen Schleifen der Planeten göttliche Zeichen zu sehen. Ist es nicht wirklich erstaunlich, etwa eine dreifache Konjunktion von Jupiter und Saturn zu beobachten? Bei einer solchen dreifachen Konjunktion begegnen sich die Planeten, während sie gerade die jährliche Planetenschleife vollführen: Jupiter überholt Saturn, kehrt um und läuft dann hinter Saturn, kehrt wieder um und überholt Saturn endgültig, um ihm dann davon zu eilen – und dies im Laufe einiger Wochen. Das hat doch etwas für die Zukunft zu bedeuten? Nur was? Und für wen? Allerdings kann man diese Schleifen seit etwa dem 3. Jahrhundert v. Chr. vorausberechnen und sie sind insoweit entmystifiziert.
Walter Hehl

4. Galilei, die Kinematik und die Festigkeitslehre

„Selbst im Hirn des weisesten Mannes gibt es einen törichten Winkel.“
Aristoteles, griechischer Philosoph, 384–322 v. Chr.
„Meine Herren, der Glaube an die Autorität des Aristoteles ist eine Sache, Fakten, die mit Händen zu greifen sind, eine andere.“
Bertolt Brecht, in „Leben des Galilei“, geschrieben 1939
Walter Hehl

5. Die frühen Fernrohre und Fernrohrbeobachter

In der Tat: Mit dem Fernrohr (und entsprechend mit dem Mikroskop) überschreitet der Mensch eine Grenze.
Walter Hehl

6. Galilei und die Weltmodelle

Das Fernrohr mit den Beobachtungen der Pioniere hat zu Beginn des 17. Jahrhunderts zwar noch keine harten Beweise für das eine oder andere Weltmodell gebracht, aber es verändert die Gewichtungen der verschiedenen Systementwürfe der Welt, zum Beispiel:
  • Die Mondberge zeigen, dass der Mond „jetzt nur ein Klumpen Erde ist“ (wie Galileis Freund Cremonini sagt): Also nicht aristotelisch himmlisch, sondern irdisch.
    Wie bleibt er dann am Himmel? Lösung erst durch neue Physik mit Newton.
  • Die Jupitermonde:
    Ein System, das nicht die Erde umkreist, und Monde, die nicht zurückbleiben hinter Jupiter wie es Aristoteles denken würde, sondern mühelos mitgezogen werden oder doch einfach nur jetzt sichtbar gewordene Epizyklen (antike Hilfskonstruktionen, s. u.) nach Johann Georg Locher, in den Disquisitiones Mathematicae, 1614.
  • Viel mehr Sterne als mit blossem Auge sichtbar:
    Warum gibt es sie? Nicht für uns Menschen? Ist das Universum doch noch grösser als gedacht? Sind wir Menschen so wichtig, dass es so viele gibt?
  • Das Fernrohr vergrössert auch die Empfindlichkeit für die Beobachtung von eventuellen jährlichen Verschiebungen der Sterne (die Parallaxe). Aber es wird keine beobachtet. Ob das Universum noch grösser ist als schon gedacht? Kann sich dann so etwas Gewaltiges in 24 Stunden um uns drehen?
Walter Hehl

7. Galilei, seine Wissenschaft und die Kirche

Galilei hatte in seinem professionellen Leben in drei Gebieten Probleme mit der Kirche: In der Astrologie, in der Astronomie (Philosophie) mit dem Heliozentrismus und in der Physik (Philosophie) mit der Atomtheorie. Zur Einordnung in Galileis Leben sind hier die zugehörigen Jahresdaten von seinen Kontakten mit der Inquisition:
  • 1564 Galilei geboren in Pisa,
  • 1604 Anzeige und Vorladung wegen des Verdachts auf justizielle Astrologie (und unsittlichen Lebenswandel),
  • 1615 Anzeige wegen eines Briefes an Grossherzogin Christina mit Verteidigung der Lehre des Kopernikus; Verdacht der Ketzerei,
  • 1616 Verwarnung Galileis und Verbot der kopernikanischen Lehre,
  • 1632 Verurteilung wegen Übertretung des Verbots und Beginn des Hausarrests,
  • 1642 Galilei stirbt in Arcetri bei Florenz.
Walter Hehl

8. Galilei – die finalen Schlüsse

Galilei beginnt 1610 im Alter von 46 Jahren, wissenschaftlich zu publizieren mit dem Nuncius Sidereus, dem schlichten Bericht, was „man“ am Sternenhimmel mit einem einfachen Teleskop sehen kann. Seinen ersten Versuch um 1590, das Büchlein De Moto (von der Bewegung) hat er nie veröffentlicht. Neben einer Vielzahl Briefen (etwa 4200) sind es einige wissenschaftliche Arbeiten und Messberichte (über das Schwimmen und das Fallen von Körpern, über Kometen und Gezeiten) und vor allem der Dialog über die beiden Weltsysteme und die Unterredungen über zwei neue Wissenschaften. Aber auf der Sekundärseite stehen vermutlich 10.000 Bücher und Veröffentlichungen – viele zueinander im Widerspruch! Mark Twain hat mit beiden Zitaten hier Recht: Es sind viele Verdrehungen, Verzerrungen und Vermutungen dabei. Die Verzerrungen beginnen schon mit und durch Galilei selber.
Walter Hehl

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