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Über dieses Buch

Martina Grabau geht der Frage nach, wie sich die energiepolitischen Beziehungen zwischen der EU und Russland infolge der Ukraine-Krise zukünftig entwickeln werden. Sie untersucht die Akteurspositionen der EU-Mitgliedstaaten sowie der EU-Kommission vor und nach Beginn der Ukraine-Krise und entwickelt mittels einer spieltheoretischen Simulation ein Zukunftsszenario für die europäische Erdgasaußenpolitik. Die Autorin zeichnet ein umfassendes Bild der Handlungsmuster sowie des Wandels in den Policypositionen der Akteure infolge der Ukraine-Krise und diskutiert Faktoren zur Begünstigung und Einschränkung dieser Wandlungsprozesse. Darüber hinaus zeigt sie den methodischen Mehrwert einer Verbindung von formaler Modell- und Policyanalyse auf.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Chapter 1. Einleitung

Die EU steht in der Erdgaspolitik in den kommenden Jahren und Jahrzehnten vor sehr großen Herausforderungen. Im Jahr 2013 stellte Erdgas in der EU den zweitwichtigsten Energieträger dar, der Anteil am Energiemix der 28 EU-Mitgliedstaaten lag insgesamt bei 23,2% (Eurostat o. J.). Berechnungen der International Energy Agency (2014b: 137, 139) zufolge wird die Erdgasnachfrage in der EU bis 2040 noch weiter ansteigen.
Martina Grabau

Chapter 2. Methodische Grundlagen der Untersuchung

Simulationen sind in der Politikwissenschaft noch ein junges Feld (vgl. Axelrod 2007: 90; Saam 2015: 2). Insbesondere in der deutschen Politikwissenschaft wurden sie als Methode lange Zeit nur selten angewandt. Gleichwohl haben Simulationen im Zuge der „Verwissenschaftlichung“ (Kittel 2009: 580) der Politikwissenschaft und dem damit einhergehenden größeren Stellenwert von methodologischen Fragen im politikwissenschaftlichen Diskurs international – besonders im angelsächsischen Raum – in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung zur Generierung und Überprüfung von Theorien gewonnen (vgl. Garson 2009: 267; Kittel 2009: 578; Saam 2015: 2–3).
Martina Grabau

Gas Game I: Post-diction der EU-Erdgasaußenpolitik vor der Ukraine-Krise

Frontmatter

Chapter 3. Erdgasaußenpolitik der EU – Zentrale Konfliktlinien

Erdgas besitzt als Energieträger eine zentrale Bedeutung für die Energieversorgung in der EU. Zum einen zeichnet sich Erdgas durch eine weltweit gute Versorgungssituation aus, die insbesondere durch die Produktion von LNG sowie die Schiefergasförderung mittels Hydraulic Fracturing in den USA zusätzlich stabilisiert wird. Zum anderen wird der Erdgasverbrauch in Europa bis 2040 voraussichtlich weiter ansteigen (vgl. International Energy Agency 2014b: 137, 139; Proedrou 2012: 6–7; U.S. Energy Information Administration 2011a: 43–44).
Martina Grabau

Chapter 4. Entwicklung und performance test des Gas Game I

In Kapitel 3 wurde die europäische Erdgasaußenpolitik als Policy-Subsystem vorgestellt und die zentrale Konfliktlinie zwischen den EU-Mitgliedstaaten in diesem Feld – die Politik gegenüber Russland als Erdgasexporteur – näher betrachtet. Dazu wurden die beiden grundlegenden Interpretationen der Energiebeziehung zwischen der EU und Russland – Dependenz und Interdependenz – sowie die damit verknüpften Politikansätze – Diversifizierung und Energiepartnerschaft – skizziert. Letztere wurden beispielhaft an den drei Pipelineprojekten Nord Stream, Nabucco und South Stream veranschaulicht.
Martina Grabau

Chapter 5. Policy-Output

Nachdem im vorangegangenen Kapitel für alle Spieler die Werte für die vier Inputvariablen festgelegt worden sind, kann die Simulation nun durchgeführt und der von der Simulation generierte Policy-Output ermittelt werden. Im Folgenden wird zunächst das Simulationsergebnis des Gas Game I mit den in Kapitel 4 ermittelten Werten vorgestellt (Abschnitt 5.1). Daran anschließend wird in Abschnitt 5.2 das Simulationsergebnis mit dem Status der realen EU-Erdgasaußenpolitik gegenüber Russland vor der Ukraine-Krise verglichen.
Martina Grabau

Chapter 6. Zwischenfazit

Das Ziel dieses ersten Abschnitts bestand darin, in Form des Gas Game eine Simulation zu entwickeln, die die reale Erdgasaußenpolitik der EU gegenüber Russland möglichst adäquat abbildet, so dass Rückschlüsse von der virtuellen Welt auf die reale Welt gezogen werden können. Dazu wurden in das Modell empirische Daten aus der Periode zwischen 2000 und 2010 eingearbeitet, um im Rahmen einer post-diction zu testen, ob das Gas Game dazu in der Lage ist, den Status der europäischen Erdgasaußenpolitik im November 2013 ex post vorherzusagen. Die damit zu ermittelnde Konkordanz zwischen Simulationsergebnis und realem Policy- Output gilt als notwendige Bedingung, dass eine Analogie zwischen virtueller und realerWelt besteht.
Martina Grabau

Gas Game II: Prediction der EU-Erdgasaußenpolitik nach der Ukraine-Krise

Frontmatter

Chapter 7. Die Zusammenhänge zwischen der Ukraine-Krise 2014 und den Energiebeziehungen zwischen der EU und Russland

Der Ukraine-Konflikt begann im November 2013 infolge der Nichtunterzeichnung des EU-Assoziierungsabkommens durch den damaligen ukrainischen Präsidenten Wiktor Janukowytsch und entwickelte sich zur größten zwischenstaatlichen Krise in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Im folgenden Unterkapitel soll zunächst erläutert werden, inwiefern die Auseinandersetzungen zwischen EU, Russland und Ukraine um das ukainische Assoziierungsabkommen im Kontext der Integrationskonkurrenz zwischen der EU und Russland im postsowjetischen Raum betrachtet werden müssen, um die Implikationen des Abkommens und des sich aus diesem entwickelnden Konflikts für die Beziehungen zwischen der EU und Russland nachvollziehen zu können.
Martina Grabau

Chapter 8. Entwicklung des Zukunftsszenarios (Gas Game II)

In Kapitel 3 wurde aufgezeigt, dass die hohe Abhängigkeit der EU von russischem Erdgas eine stete Quelle von Auseinandersetzungen zwischen den EUMitgliedstaaten über die Ausgestaltung der europäischen Erdgasaußenpolitik war. Im vergangenen Jahrzehnt wurde diese Problematik insbesondere im Kontext der Pipelineprojekte Nord Stream, South Stream und Nabucco sowie der Gaskrisen 2006 und 2009 diskutiert. Im gegenwärtigen Jahrzehnt rückten der Ukraine-Konflikt (Abschnitt 7.1) und die mit diesem verbundene dritte russisch-ukrainische Gaskrise (Abschnitt 7.2.1) die Erdgasbeziehungen zwischen der EU und Russland wieder auf die politische Agenda.
Martina Grabau

Chapter 9. Policy-Output

Im Kontext der Ukraine-Krise wurde zwischen den EU-Mitgliedstaaten eine virulente Debatte um die zukünftige Ausgestaltung der europäischen Erdgasaußenpolitik gegenüber Russland geführt. In den vorangegangenen Abschnitten wurden die Modifizierungen, die sich durch die veränderten Kontextbedingungen in der realen Welt für die vier Inputvariablen Policyposition, Einfluss, Priorität und Kompromissbereitschaft des Gas Game ergeben, operationalisiert, um die identifizierten realen Veränderungen in der virtuellen Welt der Simulation nachzubilden. Im Folgenden wird das durch die modifizierten Inputvariablen generierte Simulationsergebnis präsentiert und mit dem Simulationsergebnis des Gas Game I verglichen.
Martina Grabau

Chapter 10. Fazit

In der Einleitung zur vorliegenden Arbeit wurde aufgezeigt, dass die Erdgasaußenpolitik der EU gegenüber Russland bislang vornehmlich durch die Internationalen Beziehungen unter einem geopolitischen Paradigma betrachtet wurde, während policy-analytische Fragestellungen, die sich auf den inner-europäischen politischen Raum beziehen, erst in den letzten Jahren an Bedeutung gewannen und insgesamt noch fragmentiert sind. Es wurde zugleich darauf hingewiesen, dass es speziell an Prozessanalysen mangelt, die untersuchen, wie Kontroversen zwischen den EUAkteuren in der Erdgasaußenpolitik gelöst werden, wie im Entscheidungsprozess das institutionelle Setting mit den Präferenzen der Entscheidungsakteure sowie ihren divergierenden Machtressourcen interagiert und welche Wirkungen diese Interaktion erzeugt.
Martina Grabau

Backmatter

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