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01.12.2016 | Gebäudeautomation | Im Fokus | Onlineartikel

Plusenergieschule erhält Architekturpreis

Autor:
Christoph Berger

Das Schmuttertal-Gymnasium im bayrischen Diedorf hat den DGNB Preis "Nachhaltiges Bauen" 2016 erhalten.

Das aus vier Gebäuden bestehende Ensemble wurde von Florian Nagler Architekten und Architekten Hermann Kaufmann ZT entworfen. Bauherr war der Landkreis Augsburg. Zum Einsatz kommen in dem Komplex unter anderem hocheffiziente Haustechniksysteme und eine Photovoltaik-Anlage mit einer Gesamtleistung von 433 Kilowatt Peak. So wird mehr Energie erzeugt als verbraucht. So heißt es auch im Kapitel "Trends bei Gebäuden und Prozessen" des Springer-Fachbuchs "Projektmanagement im Hochbau": "Vom Grundgedanken her versorgt ein sogenanntes Plusenergiehaus eben nicht nur sich und seine Bewohner mit Energie, sondern produziert systemisch einen ständigen Überschuss, den es wiederum in andere Netze einspeist."

Empfehlung der Redaktion

2016 | OriginalPaper | Buchkapitel

Energie – Gebäudeperformance in Planung und Betrieb optimieren

Die gesetzlichen und normativen Anforderungen an den Energieverbrauch, sowie die Anforderungen an die Behaglichkeit in Gebäuden nehmen stetig zu. Umso wichtiger ist es dem Thema Energie im Rahmen der integralen Planung hocheffizienter Gebäude entsprechende Aufmerksamkeit zu widmen.


Durch die eingesetzte Lüftungstechnik ist es möglich, 73 Prozent der Wärme zurückzugewinnen. Die Energie zum Heizen kommt aus zwei Holzpelletkesseln. Dazu steht im Kapitel "Biomasse" des Springer-Fachbuchs "Regenerative Energiesysteme": "Holzpelletkessel bieten den Komfort der klassischen Öl- oder Gasheizung, weil der Betrieb automatisiert ist (Beschickung durch Förderschnecke, Entzündung durch Heißluft und Kesselreinigung durch Rütteln). Aufgrund des definierten Grades an Restfeuchte der Pellets und geregelter Verbrennung entstehen geringe Aschemengen. Moderne Pelletheizungen haben einen guten Wirkungsgrad (90...95%) und geringe Abgaswerte."

Kältemaschinen und Holzskelettbauweise

Die Kälteerzeugung in dem Gymnasium erfolgt mittels freier Kühlung und effizienter Kältemaschinen. Im Sommer wird die Schule über Verdunstungskälte der Klimaanlagen temperiert. Laut Angaben des Landkreises Augsburg weist die Primärenergiebilanz im Ergebnis, auch unter Berücksichtigung von nutzerindizierten Verbräuchen, 62,9 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr auf.

Konstruiert wurde das Gebäudeensemble aus Holz, sodass nur wenig graue Energie benötigt und eine gute CO2-Bilanz ermöglicht wurde. Errichtet wurde es in Holzskelettbauweise mit integrierten Holzstahlbetonverbunddecken als tragende Konstruktion.

Spannende Lernlandschaften

Die Jury lobte außerdem die Weise, in der sich die Gebäude in die Landschaft am Rand des Naturparks Augsburg einfügen. Den Planern und Bauherren sei es darüber hinaus gelungen, eine spannende Lernlandschaft mit einer vorbildhaft neuen Entwurfs- und Herstellungsmethodik zu gestalten. Durch die modulare Fertigung konnte die Anlage kostengünstig und in nur zwei Jahren realisiert werden. Es werde unter anderem aufgezeigt, dass eine Modulbauweise nicht zu einem bloßen Funktionsbau führen müsse, sondern spannende und flexible Raumkonfigurationen möglich seien, sagte DGNB Vizepräsident und Jurymitglied Martin Haas.

Nominiert für den DGNB Preis "Nachhaltiges Bauen" 2016 waren auch das von HHS Planer + Architekten konzipierte Geschosswohngebäude "AKTIV-STADTHAUS" in Frankfurt am Main und die von opus Architekten geplante +e Kita "Solarraupe" in Marburg. 

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2016 | OriginalPaper | Buchkapitel

Trends bei Gebäuden und Prozessen

Quelle:
Projektmanagement im Hochbau

2015 | OriginalPaper | Buchkapitel

Biomasse

Quelle:
Regenerative Energiesysteme

2015 | OriginalPaper | Buchkapitel

Skelettbau

Quelle:
Frick/Knöll Baukonstruktionslehre 1

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