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18.04.2017 | Geldpolitik | Im Fokus | Onlineartikel

Anleger sehen ein Ende niedriger Zinsen

Autor:
Christian Kemper

Die Inflation zieht wieder an. Welche Folgen das für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank hat und was die privaten Haushalte in der Bundesrepublik erwartet.

Die Verbraucherpreise in Deutschland sind im März wieder etwas gesunken. Das Statistische Bundesamt meldete eine Teuerung um 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Februar hatte sie noch 2,2 Prozent betragen. Auch in der Eurozone ist die Teuerungsrate im März leicht gefallen, nachdem sie im Februar auf zwei Prozent gestiegen war, wie das europäische Statistikamt Eurostat mitteilte. "Damit ist das von der Europäischen Zentralbank (EZB) angestrebte Ziel von zwei Prozent erreicht", berichtet die Journalistin Carmen Mausbach in der Anlage Praxis 4/2017. Dennoch werde die Notenbank mittelfristig nicht an den Leitzinsen und an den umstrittenen Anleihekäufen rütteln, wie EZB-Präsident Mario Draghi deutlich machte. Gründe dafür sind laut Mausbach die auseinanderklaffenden Inflationsraten und konjunkturellen Aussichten zwischen den einzelnen Euro-Mitgliedsstaaten. 

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In Belgien lag die Inflationsrate im Januar 2017 bei 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, in Deutschland bei 1,9 Prozent und in Irland bei 0,2 Prozent. Die Differenz der nationalen Inflationsraten beträgt damit 2,9 Prozent. Ähnlich ungleich verteilt sind die Bruttoinlandsprodukte. Laut Eurostat stiegen die Konsumausgaben der privaten Haushalte im Euroraum im vierten Quartal 2016 um 0,4 Prozent und in den 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Auch die Beschäftigungszahlen in der Eurozone wichen im Januar deutlich voneinander ab. Deutschland verzeichnete eine Arbeitslosenquote von 3,8 Prozent, Griechenland brachte es auf 23 Prozent.

Die Folgen steigender Zinsen

Eine Straffung der Geldpolitik in der Eurozone birgt die Gefahr, so Mausbach, dass Länder mit geringen Wachstumsraten und hoher Arbeitslosigkeit ausgebremst werden, während konjunkturell stabile Mitgliedsstaaten auf eine Zinserhöhung hoffen. Der Fokus der EZB liege daher auf der Europäischen Währungsunion als Ganzes. Hinzu kommt, dass die höhere Teuerungsrate vornehmlich auf die gestiegenen Energiepreise zurückgeführt werden kann. Dank einer Produktionskürzung, beschlossen vom Opec-Kartell und anderen Förderländern, haben die Energiepreise im Februar 2016 um insgesamt 9,2 Prozent zugelegt. Lebensmittel, Alkohol und Tabak sind mit 2,5 Prozent gegenüber 1,8 Prozent im Januar ebenfalls deutlich teurer geworden. Die Kerninflationsrate, die diese schwankungsanfälligen Größen ausschließt, betrug im Februar hingegen unverändert 0,9 Prozent. Legt man diesen Wert zugrunde, ist es bis zur Zielmarke der EZB von zwei Prozent Inflation noch weit.

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