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EZB senkt erneut Zinsen und erweitert Spielraum für Investitionen

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Die europäischen Währungshüter haben den Einlagenzins ein weiteres Mal um 0,25 Prozentpunkte gesenkt. Beobachter hoffen, dass dieser Schritt Investitionen in nachhaltige und technologische Entwicklungen fördert. Experten erwarten weitere Zinsschritte im Einklang mit der Inflation und Wirtschaftsdaten.

Mit ihrer aktuellen Zinsentscheidung folgt die EZB ihrem geldpolitischen Kurs, der sich unter anderem an der Inflation orientiert. 


Die Europäische Zentralbank (EZB) hat nach nur gut einem Monat erneut die Zinsen im Euroraum gesenkt. Wie von Beobachtern erwartet, geht der Einlagenzins, den Banken für bei der Notenbank geparkte Gelder erhalten, um 0,25 Prozentpunkte auf 3,25 Prozent zurück. Mit dieser Entscheidung schaffen die Währungshüter "mehr Raum für dringend notwendige Investitionen in die technologische und nachhaltige Anpassung unserer Wirtschaft", kommentiert Ulrich Reuter, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), den aktuellen Beschluss. Dieser Schritt stärke die Wettbewerbsfähigkeit des Euroraums und Deutschlands. 

EZB reagiert auf sinkende Inflation

Erst Mitte September hatte die Notenbank den Zinssatz gesenkt. "Mehrere kleinere Schritte, dafür zeitlich näher beieinander, passen zum datenabhängigen Vorgehen der EZB", so Reuter. Die Währungshüter hatten vor rund fünf Wochen betont, sich am mittelfristigen Inflationsziel von zwei Prozent zu orientieren und hierbei einen restriktiven geldpolitischen Kurs zu setzen. Zinsbeschlüsse seien von der jeweiligen Inflationsentwicklung und wirtschaftlichen Daten abhängig, betonte das Institut seinerzeit. 

Laut einer im Vorfeld veröffentlichten Schätzung des europäischen Statistikamts Eurostat haben sich Waren und Dienstleistungen im September nur noch um durchschnittlich um 1,7 Prozent gegenüber dem Vormonat verteuert. Verantwortlich für den Rückgang ist die Entwicklung der Energiepreise. Diese fielen im Jahresvergleich um 6,1 Prozent. Die Dienstleistungspreise legten dagegen mit 3,9 Prozent besonders deutlich zu. Im Vergleich zum Vormonat sanken die Verbraucherpreise insgesamt um 0,1 Prozent.

Der DSGV geht von weiteren Zinsschritten aus. "Der Wille dazu scheint bei der EZB jedenfalls vorhanden zu sein. Nicht zuletzt deshalb, weil es international einen entsprechenden Zinstrend gibt", so der Verbandschef. Auch die Federal Reserve zeige sich zu Zinssenkungsschritten bereit, wenngleich noch auf einem höheren Zinsniveau.  

Inflation könnte zum Jahresende wieder anziehen

"Die schnelle dritte Zinssenkung seit Juni steht im Einklang mit den Rahmendaten", urteilt auch der Heidelberger Universitäts-Professor Friedrich Heinemann. "Die Euro-Inflationsrate ist unter zwei Prozent abgesackt und die Wachstumsprognosen gefallen. Der Rückgang der Inflation würde bei konstanten Zinsen die Realzinsen steigen lassen, erläutert der Leiter des Forschungsbereichs Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft am ZEW Mannheim. "Das wäre konjunkturpolitisch falsch." Er hält die aktuelle Zinssenkung für geldpolitisch gut begründet.

Bemerkenswert sei, dass sich aktuell die fallenden Leitzinsen nicht in sinkende Renditen für langfristige Euro-Staatsanleihen übertragen. "Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Märkte nicht an eine inflationsfreie Zukunft glauben", so Heinemann. Auch die Notenbank selbst erwartet, dass die Inflation zum Jahresende wieder etwas anzieht. 

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