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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Theoretische Grundlagen: Ein elementarer Überlick

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1. Kapitel. Allgemeine Gleichgewichtstheorie: Ein Abriß

Geldtheorie ist eine spezielle Theorie des Tauschs. Soweit wir uns auf den Fall eines gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts beschränken, und das tun wir in diesem Buche, liefert uns also die Theorie des „Allgemeinen Gleichgewichts“ oder „Totalen Konkurrenzgleichgewichts“ die erforderlichen Grundlagen. Zwar heißt es regelmäßig, Geld komme in ihr nicht vor. Aber das stimmt nicht. Wir haben uns daran gewöhnt, in dieser Theorie Geldpreise zu benutzen — also Geld als Rechnungseinheit zu verwenden —, und es gehört nicht viel Phantasie dazu, sich in ihr auch die Verwendung von Geld als Zahlungsmittel vorzustellen. Was es in der herkömmlichen Version der Theorie des Totalen Konkurrenzgleichgewichts nicht gibt, ist Kassenhaltung. Sie läßt sich nur begründen, wenn Transaktionskosten berücksichtigt werden, was in der Theorie des Totalen Konkurrenzgleichgewichts gewöhnlich nicht der Fall ist. Aber damit stecken wir bereits mitten in der Problematik dieses Buches. Sie ist grundlegender Natur, weshalb wir nur allmählich und in kleinen Schritten vorgehen werden.

Rudolf Richter

2. Kapitel. Kapitaltheorie

Geld und Kredit werden in engem Zusammenhang gesehen: Zug-um-Zug-Tausch mit Geldgebrauch einerseits, Gelddarlehen andererseits; zum einen geht es um die Erklärung der Güterpreise, zum anderen um die Erklärung der Geldzinssätze. Was die Individuen letztlich interessiert, ist ihre Güterversorgung. Man muß sich das in der Geldtheorie immer wieder vor Augen halten. Die güterwirtschaftliche Grundlage der Theorie der Gelddarlehen oder Finanzmärkte ist die Kapitaltheorie. In ihren Grundlagen läßt sie sich auf einfache Weise aus der Theorie des Totalen Konkurrenzgleichgewichts herleiten. Wir brauchen nur das üblicherweise auf eine Periode bezogene neoklassische Modell in eine mehrperiodige Theorie umzuwandeln. Wir erhalten so eine Theorie der optimalen Allokation der Ressourcen im Zeitverlauf, die Kapitaltheorie1) (Helmstädter 1969, 4: Allokationstheorie des Kapitals). Kapital- und (Real-)Zinstheorie hängen unmittelbar zusammen, ja die Erklärung der Rolle des (Real-)Zinses ist das zentrale Problem der (mikroökonomischen) Kapitaltheorie. Wir beschränken uns auf eine elementare Darstellung der Kapitaltheorie, die gerade ausreicht, unseren geldtheoretischen Überlegungen eine güterwirtschaftliche Basis zu geben. Zuerst werden die Bestimmungsgründe des Realzinses bei Annahme zweckrationalen Verhaltens der Individuen und vollständiger Konkurrenz herausgearbeitet. Anschließend wird ein realwirtschaftliches Langfristmodell entwickelt, das Generationenmodell, das die Grundlagen unserer weiteren geldtheoretischen Analyse bildet.

Rudolf Richter

3. Kapitel. Institutionenokonomik *)

Zum güterwirtschaftlichen Hintergrund der Geldtheorie gehören nicht nur die Theorien der Güter- und Finanzmärkte, wie sie uns in idealisierter Form das Modell des Totalen Konkurrenzgleichgewichts liefert. Es gehört dazu auch das ökonomische Verständnis des institutionellen Rahmens der Güter- und Finanzmärkte. „Geld“ ist eine Institution par excellence. Die Geldtheorie — die ökonomische Analyse des Geldgebrauchs — kann deshalb nicht vor dem Geld selbst haltmachen. Die Institution des Geldes ist jedoch ihrerseits eng verknüpft mit den Institutionen „Markt“ und „finanzieller Mittler“. Eine genaue Abgrenzung, wo die eine Institution anfängt und die andere aufhört, ist schwierig.

Rudolf Richter

Geldtheorie

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4. Kapitel. Das Wesen des Geldes

Wir befassen uns in diesem Kapitel mit der ökonomischen Begründung zweier Phänomene: dem Geldgebrauch und dem institutionellen Rahmen einer Geldwirtschaft. Beide hängen eng miteinander zusammen. Wir untersuchen beide unter Verwendung der im vorhergehenden Kapitel dargestellten institutionenökonomischen Konzepte. Dabei benutzen wir insbesondere das Konzept der legitimen Ordnung und ihrer Garantie — außer dem für die Begründung des Geldgebrauchs bereits traditionell angewandten Transaktionskostenansatz. Es erweist sich als zweckmäßig, zuerst den institutionellen Rahmen einer Geldwirtschaft zu beschreiben und in ein System zu fassen. Danach versuchen wir, den Geldgebrauch und seinen Ordnungsrahmen — die Währungsordnung — ökonomisch zu begriinden. Abschließend kommen wir auf die Frage der Garantie einer Währungsordnung — auf das Verhältnis zwischen Staat und Währung — zu sprechen.

Rudolf Richter

5. Kapitel. Eine abstrakte Buchgeldwirtschaft

Welche Rolle spielt das Preisziel einer Währungsordnung bei der Bestimmung von Güterpreisen, Geldzinsen und Wechselkursen der zugehö;rigen Währungsgemeinschaft? Welche Konsequenzen ergeben sich, wenn sich das Preisziel im Zeitverlauf ändert? Inwieweit läßt es sich durch Zins- oder Wechselkursziele ersetzen? Wie sieht ein konsistentes Preis-, Zins-, Wechselkurs-Zielbündel aus — falls es so etwas gibt? Mit diesen elementaren Fragen befassen wir uns im vorliegenden Kapitel unter den für unseren Zweck denkbar einfachsten Bedingungen: denjenigen des Modells des Totalen Konkurrenzgleichgewichts mit Transaktionskosten von Null (der Pure Futures Economy oder NTK-Welt).

Rudolf Richter

6. Kapitel. Geldmenge und Güterpreise

Im vorhergehenden Kapitel betrachteten wir eine abstrakte Geldwirtschaft, in der sich Kassenhaltung nicht lohnte. Geld (Buchgeld) wurde nicht als Wertaufbewahrungsmittel benutzt. Das ändern wir jetzt. Wir nehmen an, es gibt Transaktionskosten; Tausch mit Geldgebrauch lohnt sich. Insbesondere gibt es Kosten der Transaktion von Geld in Bonds und zurück; Kassenhaltung lohnt sich. Wir nehmenan, daß die Währungsgemeinschaft aus Individuen sich überlappender Generationen besteht; die Verwendung von Außengeld läßt sich ökonomisch rechtfertigen. An der Annahme vollständiger Konkurrenz halten wir fest. Was als Geld (Zahlungsmittel) benutzt wird, Buchgeld oder Stückgeld, ist für die Ausführungen in diesem Kapitel gleichgültig. Es erleichtert jedoch die Vorstellung, wenn wir uns Geld als Stückgeld denken. Wir nehmen deshalb an, daß sich die Geldmenge allein aus Münzen oder Noten zusammensetzt.

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7. Kapitel. Geldwertsicherung: Einige elementare institutionelle Lösungen

In diesem Kapitel wird die Theorie der Währungsordnung auf einfache Weise komplettiert. Der letzte Regelungspunkt der elementaren Währungsordnung, die Regelung der Zahlungsmittelversorgung, wird behandelt anhand des im vorhergehenden Kapitel entwickelten stationären Zweigenerationenmodells mit Kassenhaltung. Wir tun dies für die zwei Grundtypen der Währungsordnung, den Waren- und den Papierstandard, — jeweils für den Fall einer und zweier Währungen (einer „nationalen“ und einer „internationalen“ Währungsordnung). Jede Währungsgemeinschaft hat eine Zentralstelle, die Notenbank. Sonstige Banken oder finanzielle Mittler gibt es nicht. Auf sie kommen wir im nächsten Kapitel zu sprechen.

Rudolf Richter

8. Kapitel. Geld und Banken

In den beiden vorhergehenden Kapiteln beschäftigten wir uns allein mit originären Währungsgemeinschaften. Wir nahmen an, die Zentralstellen der jeweiligen Währungsgemeinschaften verwirklichten den Buchungsteil ihrer elementaren Währungsordnung durch Ausgabe von Papiergeld als Zahlungsmittel und den Wertsicherungsteil entweder i.S. des Warenstandards mit Einlöseversprechen in ein Geldgut und 100%iger Deckung der Noten in diesem Gut oder i.S. des Papierstandards ohne jegliches Einlöseversprechen, d. h. durch Emission von definitivem Papiergeld. Papier- oder Buchgeld kann jedoch auch im Tausch gegen Geldbetragsforderungen gegenüber Privaten „geschaffen“ (emittiert) werden. Das tun typischerweise Geschäftsbanken, die wir auch als Zentralstellen subsidiärer Währungsgemeinschaften auffassen können. Die Geschäftsbanken emittieren Buchgeld, das in das Geld einer originären Währungsgemeinschaft einlösbar ist. Aber auch die Zentralstellen originärer Währungsgemeinschaften geben ihr Geld im Tausch gegen Geldbetragsforderungen an Private aus, z.B. durch Ankauf von Handelswechseln.

Rudolf Richter

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