Skip to main content
main-content

12.01.2016 | Geothermie | Im Fokus | Onlineartikel

Umweltauswirkungen der Tiefen Geothermie bewertet

Autor:
Julia Ehl
2 Min. Lesedauer

Wie stark belastet die Nutzung der Tiefen Geothermie unsere Umwelt? Eine Studie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe bewertet die Risiken als beherrschbar.


Die Tiefe Geothermie nutzt die Temperaturen von über 60 Grad Celsius, die unterhalb von 2.000 Metern in der Erde  herrschen zur Energiegewinnung. Um Fließwege für die erforderliche Wasserzirkulation des Geothermie-Kraftwerks zu schaffen, kann es erforderlich sein, Wasser mit hohem Druck in die Gesteinsschichten zu pressen. Das so genannte Fracking erfolgt nur bei Kalkstein unter dem Zusatz von verdünnten Säuren. Bei allen anderen Gesteinen wird für den Aufbau der Zirkulation nur Wasser ohne Zusätze verwendet.

Wissenschaftler der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) haben die Umweltauswirkungen durch hydraulische und chemische Stimulationen in der Tiefen Geothermie untersucht. Dabei wurden abgeschlossene Studien und Informationen von Projektbetreibern ausgewertet. Hauptsächlich wurden in der auf der Grundlage einer Verwaltungsvereinbarung zwischen dem Umweltbundesamt und der BGR erstellten Studie die Umweltauswirkungen durch die induzierte Seismizität und mögliche Beeinträchtigungen der Grundwasserleiter und Oberflächengewässer zur Trinkwasserversorgung bewertet.

Empfehlung der Redaktion

2014 | OriginalPaper | Buchkapitel

Thermisches Regime der Erde

Die Erde ist schalenförmig aufgebaut. Im Inneren Erdkern rechnet man mit Temperaturen um 5000 °C, die mittlere Temperatur der Erdoberfläche beträgt 14 °C. Um die nicht einheitliche Temperaturverteilung im Erduntergrund zu bestimmen, werden Wärmes

Studie bewertet Tiefe Geothermie positiv

Die Wissenschaftler heben in der Studie hervor, dass eine Beeinträchtigung des Grundwassers im Zusammenhang mit den hydraulischen und chemischen Stimulationen durch die Tiefe Geothermie in Deutschland faktisch ausgeschlossen ist. Selbst beim Zusatz der verdünnten Säuren in Kalkstein halten die Wissenschaftler die Art und Menge aus trinkwasserhygienischer Sicht für nicht relevant. Voraussetzung hierfür ist aber sowohl die Einhaltung der bestehenden Vorschriften und Regelwerke als auch die Beachtung des Standes von Wissenschaft und Technik. Auch das Auftreten von seismisch spürbaren Ereignissen kann durch die Verwendung von Monitoringsystemen in Kombination mit einem Reaktionsplan minimiert werden.

Ausgereifte Technik macht Tiefe Geothermie sicher

Mit Umweltauswirkungen bei der Tiefen Geothermie beschäftigen sich auch Ingrid Stober und Kurt Bucher in ihrem Buchkapitel "Potenzielle Umweltauswirkungen bei der Tiefen Geothermie". Auch die Springer-Autoren kommen eindeutig zum Ergebnis, dass durch die Verwendung von hochwertigen Baumaterialien und einer sehr ausgereiften Technik mit zahlreichen Sicherungseinrichtungen in Deutschland schädliche Umwelteinflüsse durch die Energiegewinnung in Geothermie-Kraftwerken mit Tiefer Geothermie nahezu ausgeschlossen sind.

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2014 | OriginalPaper | Buchkapitel

Thermisches Regime der Erde

Quelle:
Handbuch Tiefe Geothermie

2014 | OriginalPaper | Buchkapitel

Potentielle Umweltauswirkungen bei der Tiefen Geothermie

Quelle:
Geothermie

2015 | OriginalPaper | Buchkapitel

Nutzung geothermischer Energie

Quelle:
Energietechnik

2015 | OriginalPaper | Buchkapitel

Energieversorgung

Quelle:
Umweltgeologie

Das könnte Sie auch interessieren

    Bildnachweise