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Über dieses Buch

Gerechter Frieden wird im deutschen Diskurs, anders als im ökumenischen Kontext, als politisch-ethisches Leitbild verstanden. Im Mittelpunkt des Bandes steht die Auseinandersetzung mit dem Begriff des Leitbildes. Dieses bewegt sich zwischen handlungsleitender normativer Orientierung und Interpretationsoffenheit wie zwischen Träger- und Adressatenkreisgebundenheit und allgemeiner Geltung. Damit verbinden sich zugleich Fragen nach der theologischen Verortung und empirischen Anwendbarkeit des gerechten Friedens in konkreten politischen Entscheidungssituationen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Der gerechte Frieden als politischethisches Leitbild?

Eine Einführung
„Selig sind die Friedfertigen, denn sie werden Gottes Kinder heißen“ (Mt 5,9). Dieses biblische Wort steht am Anfang des sogenannten Afghanistanpapiers, der Stellungnahme der Kammer für Öffentliche Verantwortung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), aus dem Jahr 2013. In dem Zitat aus dem Matthäusevangelium kommt gleichsam der normative Rahmen christlicher Friedensethik zum Ausdruck.
Sarah Jäger

Politik und gerechter Frieden

Überlegungen aus ethischer Sicht
Nach dem Ende des Kalten Krieges, der die Welt an den Rand einer nuklearen Katastrophe brachte, schien es, als bewegten sich die Völker auf einen umfassenden Friedenszustand zu. Das Ende des Wettrüstens zwischen Ost und West, der Zerfall der Sowjetunion und schließlich der Mauerfall wiesen für viele Zeitgenossen in diese Richtung. Enthusiastische Stimmen sprachen bereits von einem „Ende der Geschichte“ (Fukuyama 1992), womit der Zustand einer universalen Durchsetzung der westlichen Prinzipien von Demokratie und Marktwirtschaft gemeint ist.
Christoph Seibert

Leitbild

Theoretischer Anspruch und moralische Orientierung
Im Rahmen der Konsultationsreihe zum gerechten Frieden, der die vorliegende Publikation entspringt, hat sich die Frage ergeben, ob und inwiefern von einem Leitbild als „ethische Kategorie“ gesprochen werden könnte. Diesem Impuls verdankt sich der vorliegende Beitrag an erster Stelle: Was unter einer „ethischen Kategorie“ verstanden werden beziehungsweise inwiefern ein Leitbild eine solche „ethische Kategorie“ darstellen könnte, wird deshalb Gegenstand der nachfolgenden Überlegungen sein. Dies mit dem Ziel, einen Beitrag zu leisten zur Diskussion einer Frage, die mit Blick auf das Leitbild des gerechten Friedens auch nach einer lang anhaltenden Debatte immer noch ungeklärt scheint.
Jean-Daniel Strub

Theologische Verankerung des Leitbildes und friedensethische Maximenbildung

Der friedensethische Diskurs hierzulande entfaltet die Überlegungen zum gerechten Frieden an bedeutenden Stellen unter dem Begriff des Leitbildes. Als herausragendes Beispiel dafür kann die Denkschrift „Aus Gottes Frieden leben ‒ für gerechten Frieden sorgen“ (EKD 2007) gelten, die das „Leitbild des gerechten Friedens“ als „stellvertretend für die ganze Gesellschaft formulierte[n] Konsens“ (EKD 2007, Vorwort; vgl. zu diesem Anspruch auch Anselm 2017, S. 53; Mielke 2017, S. 31) begreift. Dabei knüpft sie an das Papier der Deutschen Bischofskonferenz „Gerechter Friede“ (2000) und weitere frühere kirchliche Stellungnahmen an (vgl. Mielke 2018, S. 5; Strub 2010, S. 59).
Tobias Zeeb

Friedenspraxis

Der Praxisbezug der Friedensdenkschrift
In der Ideengeschichte finden wir unterschiedliche Motive, die Menschen zur Philosophie, zur Friedensphilosophie oder zur Praxis, sich für einen Frieden einzusetzen, führen. Wenn das Erstaunen (taumazein) für den (platonischen) Sokrates der Anfang der Philosophie ist, so ist mit Dolf Sternberger (1997, S. 8) „das Erschrecken der Anfang der Friedensphilosophie“. Und für Immanuel Kant bedeutet die Zuwendung zum zukünftigen Frieden die Übernahme einer „Aufgabe“.
Christina Schües

Die Rolle des Gewissens im politischethischen Leitbild des gerechten Friedens

Frieden ist kein Zustand, der einfach besteht oder der angestrebt und – wenn auch in „einer ins Unendliche fortschreitenden Annäherung“, wie es bei Immanuel Kant heißt (1977b [1796], S. 251) – erreicht werden kann. Er ist eine Aufgabe jedes Augenblicks in einer sich ständig verändernden Welt. In Zeiten des Krieges ist er eine Aufgabe des Friedensschlusses, in Friedenszeiten eine Aufgabe des Aufbaus und der Bewahrung einer Friedensordnung, in der Konflikte ohne Gewalt gelöst werden können.
Pascal Delhom

Frieden – Ethik – Politik

Versuch einer Zusammenschau
Die in diesem Band versammelten Beiträge behandeln unterschiedlichste Facetten einer Frage, welche die Debatte um das Leitbild des gerechten Friedens begleitet, seit sie zum Ende der 1980er-Jahre in Gang gekommen ist. Im Grunde ist die Frage aber noch viel älter, schwingt sie doch bereits seit frühmittelalterlichen Auseinandersetzungen um die Legitimität von Kriegsgründen und die Legitimität der Kriegsführung in den Kontroversen mit. Und erst recht kommt sie zum Ausdruck, wenn das Motto „Si vis pacem, para pacem“ in Erinnerung gerufen wird, wie es beispielsweise Christina Schües in ihrem Beitrag tut.
Jean-Daniel Strub

Backmatter

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