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2022 | Buch

Gestaltung digitalisierter Arbeitswelten

Handlungsfelder und Praxisbeispiele zur Umsetzung digitalisierter Arbeit

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Über dieses Buch

Im Zukunftsprojekt Industrie 4.0 stand bisher die Frage im Fokus, was technisch möglich ist. Mit der Digitalisierung der Arbeit rücken allerdings soziale Aspekte der Arbeitsgestaltung verstärkt in den Vordergrund. Gebraucht werden innovative Konzepte für die Arbeit in produzierenden Unternehmen.

Im Buch werden die Ergebnisse des Spitzencluster-Projekts »Gestaltung der Arbeitswelt in der Industrie vor dem Hintergrund der Digitalisierung« vorgestellt. Grundlage bildet eine durchgeführte Praxisstudie mit sechs Industrieunternehmen, in der die Herausforderungen einer digitalisierten Arbeitswelt untersucht und Potenziale aufgedeckt wurden. Die Autoren zeigen eine Systematik auf und belegen anhand von Praxisbeispielen, wie sie anzuwenden ist: Von der Definition von Zielzuständen über die Entwicklung und Einführung von Assistenzsystemen bis hin zur Arbeitsgestaltung und Organisationsentwicklung.

Entstanden sind vielfältige anwendungsorientierte Methoden zum Umgang mit der zunehmenden Digitalisierung der Arbeit und praktische Leitfäden, um Produktions- und Organisationsprozesse nachhaltig zu verbessern und die Akzeptanz der Mitarbeiter zu erhöhen.

Im Technologie-Netzwerk Intelligente Technische Systeme OstWestfalenLippe (kurz: it’s OWL) haben sich rund 200 Unternehmen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Organisationen zusammengeschlossen, um gemeinsam den Innovationssprung von der Mechatronik zu intelligenten technischen Systemen zu gestalten. Gemeinsam entwickeln sie Ansätze und Technologien für intelligente Produkte und Produktionsverfahren, Smart Services und die Arbeitswelt der Zukunft. Das Spektrum reicht dabei von Automatisierungs- und Antriebslösungen über Maschinen, Fahrzeuge, Automaten und Hausgeräte bis zu vernetzten Produktionsanlagen und Plattformen. Dadurch entsteht eine einzigartige Technologieplattform, mit der Unternehmen die Zuverlässigkeit, Ressourceneffizienz und Benutzungsfreundlichkeit ihrer Produkte und Produktionssysteme steigern und Potenziale der digitalen Transformation erschließen können.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter
Kapitel 1. Einführung
Zusammenfassung
Die zunehmende Durchdringung des Maschinenbaus und verwandter Branchen mit Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) bietet faszinierende Möglichkeiten für die Kreation technischer Systeme. Schon heute lässt sich der Trend erkennen, dass technische Systeme unserer realen Umgebung durch eingebettete Software in das weltumspannende Kommunikationsnetz integriert werden.
Michael Bansmann
Kapitel 2. Grundlagen
Zusammenfassung
Für die inhaltliche Umsetzung des Innovationssprungs hin zu Arbeit 4.0 sind die adressierten Kompetenzfelder Big Data, Assistenzsysteme sowie der Faktor Mensch in neuartigen Interaktionstechniken essentiell. Vor diesem Hintergrund gliedern sich die nachfolgenden Ausführungen entlang dieser inhaltlichen Themenstellungen und nicht der zeitlich orientierten Gliederung entlang der drei Handlungsfelder (Identifikation der Potentiale digitalisierter Arbeit, Gestaltung digitalisierter Arbeit und Breitentransfer).
Michael Bansmann
Kapitel 3. Transfer von Arbeit 4.0-Anwendungsszenarien
Zusammenfassung
In der globalen Informationsgesellschaft durchdringen Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) alle Hierarchieebenen von Unternehmen (Dumitrescu et al. 2015). Infolge der rasant fortschreitenden Bedeutung des Internets vollzieht sich ein Wandel mit fundamentalen Auswirkungen – die digitale Transformation.Dies konfrontiert Unternehmen mit einem grundlegenden Paradigmenwechsel (Andersch 2015; Bloching et al. 2015). Neben Veränderungen in Wertschöpfungsnetzen, Geschäftsmodellen und -abläufen wirkt sich der Wandel insbesondere auf die Arbeitswelten produzierender Unternehmen aus (Bauer et al. 2018).
Michael Bansmann, Roman Dumitrescu, Christian Fechtelpeter
Kapitel 4. Zukunftswerkstatt COMBICON – PHOENIX CONTACT
Arbeit 4.0: Wie eine technologisch-organisatorische Transformation mit einer Veränderung der Arbeit einhergeht
Zusammenfassung
Das in dem Beitrag dargestellte Projekt beschreibt die Reorganisation eines Produktionsbereichs bei dem Unternehmen Phoenix Contact, bei der Mensch, Organisation und Technik gleichermaßen berücksichtigt wurden. In dem Kapitel wird dabei ein Vorgehen erläutert, wie veränderte Anforderungen an Qualifikationen, die durch neue Technologien und Organisationsformen verursacht wurden, effizient ermittelt und umgesetzt werden können.
Tim Kleineberg, Sven Hinrichsen, Klaus Lütkemeier
Kapitel 5. Entwicklung eines Leitfadens für die Einführung von Werkerassistenzsystemen
Ganzheitliche Einführung von Assistenzsystemen in der Montage: Integration von Technikgestaltung, Change Management-Erfolgsfaktoren und Beteiligung der Betriebsparteien
Zusammenfassung
Für eine erfolgreiche Einführung von Assistenzsystemen in der Produktion bedarf es eines nutzerzentrierten Einführungsprozesses. Der erarbeitete Einführungs- und Gestaltungsprozess ist einerseits auf Basis einer Auswertung von Literatur und andererseits über Interviews zum durchgeführten Projekt und einer Reihe von Workshops entstanden. Damit wird die Lücke eines fehlenden Einführungsprozesses geschlossen. Zusätzlicher Nutzen besteht in der ganzheitlichen Betrachtung des Einführungsprozesses. Mensch, Organisation und Technik werden gleichermaßen im Soll-Prozess berücksichtigt. Der Prozess ermöglicht ferner die Entwicklung einer aktiven partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Anwendern, Führungskräften und Betriebsräten in solchen Projekten.
Tim Kleineberg, Sven Hinrichsen, Felix Busch
Kapitel 6. Wissenstransfer und Industrial Connectivity bei Weidmüller
Zusammenfassung
Durch die zunehmende Globalisierung und die damit häufig einhergehende Notwendigkeit, in der räumlichen Nähe zu Kunden zu produzieren, erhöht sich vermehrt die internationale Produktionskapazität von Weidmüller. Dies erfordert es, dass die komplexen Arbeitsprozesse, die in den deutschen Werken zuverlässig gemeistert werden, auch sicher und qualitativ hochwertig im internationalen Einsatz verwendet werden.
Dominik Bentler, Agnieszka Paruzel, Katharina Schlicher, Günter W. Maier
Kapitel 7. Arbeit4.0@Hettich – Berufliche Handlungskompetenz in der Umsetzung des Auftragsdurchlaufs von morgen
Zusammenfassung
Im Rahmen des in diesem Beitrag vorgestellten Projekts wurde der Fokus auf die sozialverträgliche, mitarbeitergerechte Gestaltung digitaler Arbeitsplätze gelegt und die Beantwortung der Frage „Wie kann Arbeit unter Bedingungen der Digitalisierung weiterhin motivierend sowie kompetenz- und gesundheitsförderlich gestaltet werden?“ angestrebt. Diese Forschungsfrage wurde in die Erhebung dreier Forschungsschwerpunkte übersetzt: a) Analyse der Arbeitsgestaltung digitalisierter Arbeitsplätze, b) Analyse des Qualifizierungsbedarfs der Beschäftigten bei der Arbeit an digitalisierten Arbeitsplätzen und c) Begleitung des Change Management für die Einführung neuer Technologien für die Erarbeitung von Handlungsempfehlungen. Die Projekterkenntnisse und -ergebnisse werden in diesem Beitrag berichtet.
Katharina Schlicher, Dominik Bentler, Agnieszka Paruzel, Günter W. Maier
Kapitel 8. Qualitätssteigerung durch Informationsrückführung – Assistenzsysteme in der Montage (Diebold Nixdorf)
Zusammenfassung
Die zunehmende Durchdringung des Maschinenbaus und verwandter Branchen mit Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) bietet faszinierende Möglichkeiten für die Kreation technischer Systeme. Schon heute lässt sich der Trend erkennen, dass technische Systeme unserer realen Umgebung durch eingebettete Software in das weltumspannende Kommunikationsnetz integriert werden. Die zugehörige Entwicklung, Produktion und der Betrieb werden dabei mehr und mehr als komplexes, informationsverarbeitendes System verstanden, in dem die durchgängige Unterstützung durch IKT eine herausragende Rolle spielt.
Holger Fischer, Gunnar Schomaker
Kapitel 9. Mehrwert Mitgestaltung – Der ganzheitliche Weg zu Arbeit 4.0
Analyse und Ausblick ganzheitlicher Mitgestaltung aus Sicht der IG Metall und Betriebsräten
Zusammenfassung
Aus den Erfahrungen vieler Gespräche mit Beschäftigten in den Betrieben wird deutlich, dass die Stichworte „Industrie 4.0“ und „digitale Technologien“ oft widersprüchliche Gefühle auslösen: Auf der einen Seite ist es die neugierige Offenheit, auf der anderen die Angst der Beschäftigten vor Verlust ihres Arbeitsplatzes und Überforderung. Umfassende Beteiligung ist entscheidend für einen konstruktiven Umgang mit diesen Herausforderungen.
Wolfgang Nettelstroth, Oliver Dietrich, Gabi Schilling, Inger Korflür, Ralf Löckener, Thomas Gebauer
Kapitel 10. Ausblick
Zusammenfassung
Die Digitalisierung der Arbeitswelt hat weitreichende Auswirkungen auf Beschäftigte und Organisationen des produzierenden Gewerbes. Dies konkretisiert sich in Szenarien digitalisierter Arbeit. Deren Chancen und Risiken sowie die entsprechenden Gestaltungsfragen machen deutlich, dass nicht nur die technische Perspektive im Mittelpunkt digitalisierter Arbeitswelten steht. Vielmehr müssen auch die Perspektiven der Organisation und des Menschen in den Fokus gerückt werden.
Michael Bansmann
Metadaten
Titel
Gestaltung digitalisierter Arbeitswelten
herausgegeben von
Roman Dumitrescu
Copyright-Jahr
2022
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
Electronic ISBN
978-3-662-58014-1
Print ISBN
978-3-662-58013-4
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-662-58014-1