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Über dieses Buch

Das Buch bietet einen umfassenden und aktuellen Überblick zur Gestaltung sozialer Innovationen im Sozial- und Gesundheitswesen. Neben theoretischen Analysen stehen vor allem Praxisperspektiven für das ‚Management‘ von Innovationen im Zentrum. Dazu werden Rahmenbedingungen für soziale Innovationen in Deutschland, Österreich und der Schweiz analysiert, Akteure des Wandels dargestellt und Fragen der Finanzierung, Wirkungsmessung und Skalierung diskutiert. Dieses Orientierungswissen soll eine kritisch reflektierte Praxis bei der Initiierung, Steuerung und Gestaltung von Innovationsprozessen unterstützen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Soziale Innovationen werden in den Diskursen über Soziale Arbeit und Sozialmanagement in allen drei Ländern – Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH) – intensiv diskutiert und hinsichtlich ihrer Vor- und Nachteile kritisch reflektiert. Drängende soziale Probleme erfordern neue Bearbeitungsformen und Lösungsansätze, beispielsweise die Versorgung alter Menschen oder die Inklusion marginalisierter Menschen, die spätestens seit der UN-Behindertenrechts-Konvention, aber auch angesichts der aktuellen Flüchtlings- und Migrationsbewegungen, eine erhöhte Relevanz erhalten hat (Nock 2013).
Johannes Eurich, Markus Glatz-Schmallegger, Anne Parpan-Blaser

Kapitel 2. Innovationen im Bereich des Sozial- und Gesundheitswesens

Innovationen üben eine große Faszination aus, nicht zuletzt weil mit dem Neuen die Hoffnung auf das Bessere verknüpft wird. Dabei sind Innovationen „zwar immer etwas Neues, aber nicht alles, was neu ist, ist eine Innovation“ (Mai 2014, S. 9). Damit etwas eine Innovation ist, müssen mindestens zwei Kriterien erfüllt sein: die neue Lösung muss der älteren überlegen sein und sie muss Anerkennung und Verbreitung gefunden haben.
Johannes Eurich

Kapitel 3. Organisationen des Sozialwesens als Ort von Innovationen

„Anders als interdisziplinär und bereichsübergreifend ist ein komplexes Phänomen wie das der Innovation nicht angemessen zu beschreiben und zu reflektieren“, schreibt Mai (2014, S. 13). Allerdings gibt es im Sozialwesen und in den Praxisbereichen Sozialer Arbeit Besonderheiten, deren Einfluss auf Innovation und auf die Innovativität der Organisationen massgebend ist und die damit eine eigenständige Betrachtung nahelegen. Das vorliegende Kapitel geht vor diesem Hintergrund der Frage nach, welche Möglichkeiten und Grenzen sich für innovative Entwicklungen in Organisationen des Sozialwesens zeigen.
Anne Parpan-Blaser

Kapitel 4. Akteure des Wandels in Organisationen des Sozialwesens

Normative und Strategische Herausforderungen
Die Beschäftigung mit Akteuren des Wandels in Organisationen des Sozialwesens setzt voraus, zunächst zu klären, was unter Wandel verstanden werden soll, um dann zu analysieren, welche Akteursgruppen für diesen Wandel relevant sind. Diese gilt es dann im Hinblick auf ihren Beitrag und ihre Begrenzungen zu Wandlungsprozessen zu reflektieren. Anschließend werden die normativen und strategischen Herausforderungen dieser Akteure des Wandels abgeleitet und abschließend bewertet.
Andreas Schröer

Kapitel 5. Rahmenbedingungen für Innovationen im deutschen Sozialsektor

Der Begriff der sozialen Innovation ist zwar noch relativ neu, hat allerdings in den letzten Jahren Karriere gemacht und wird in Zielvorstellungen der EU an zentraler Stelle genannt. Dabei wird ein Innovationsbegriff verwandt, der über naturwissenschaftlich-technische Produkt- oder Marktinnovationen hinausgeht und die Neukonfiguration sozialer Arrangements mit einbezieht. Somit wird der Blick auf heterogene Akteure, Interdisziplinarität und Reflexivität gerichtet.
Rolf G. Heinze

Kapitel 6. Innovationsmanagement im österreichischen Sozialwesen

Sozial- und wohlfahrtsstaatliche Arrangements der Innovation
Das Neue ist nicht per se das Gute (Bechmann 2016). Vielmehr ist das kapitalistische Anthropozän (besser: Kapitalozän) eine Epoche der Deterioration der Lebensbedingungen Lohnabhängiger (OECD 2008). Das Neue ist auch nicht notwendigerweise innovativ.
Nikolaus Dimmel

Kapitel 7. Sozialstaatliche Rahmenbedingungen sozialer Innovationen in der Schweiz

Der Sozialstaat in der Schweiz ist ein hybrides Konstrukt, mit dem schon Esping-Andersen (1990), als er seine drei Regimes von Wohlfahrtsstaaten entwickelte, seine Mühe bekundete. Im „welfare mix“ der Schweiz dominiert zwar die Erwerbsarbeit als primäre Quelle sozialer Sicherheit, aber auch die Familie als sekundäre Quelle spielt in vielerlei Zusammenhängen eine überaus wichtige Rolle für den sozialen Schutz und die gesellschaftliche Teilhabe. Konzentriert man sich auf den Sozialstaat selber, finden sich auch dort liberale, konservative und sozialdemokratische Elemente in einem komplexen Zusammenspiel von Sozialversicherungen, Bedarfsleistungen und der Sozialhilfe.
Carlo Knöpfel

Kapitel 8. Impulse an der Schnittstelle von Gesundheits- und Sozial-Wirtschaft

Das hier reflektierte Beispiel der „readyforhealth GmbH“ organisiert innovative unternehmerische Antworten auf die gesellschaftliche Herausforderung der in Fallzahlen gemessen stark wachsenden psychischen Belastungen am Arbeitsplatz. Und es ist als „social impact business“ selbst eine von einer Gesetzesnovelle angestoßene Innovation. Der gesellschaftliche Nutzen für die Reduktion psychischer Belastungen am Arbeitsplatz wird im ersten Teil dieses Beitrags diskutiert.
Markus Glatz-Schmallegger, Erwin Gollner

Kapitel 9. Alternative Formen der Finanzierung von sozialen Dienstleistungen

Der vorliegende Beitrag konzentriert sich auf alternative Finanzierungsformen im Bereich sozialer Dienstleistungen. Alternativen lassen sich nur thematisieren, wenn sie gegenüber gängigen Formen abgegrenzt werden. Was sind nun die gängigen Finanzierungsformen von sozialen Dienstleistungen? Selbst diese Frage lässt sich nicht eindeutig beantworten.
Christian Schober

Kapitel 10. Finanzierung sozialer Innovationen auf europäischer und nationaler Ebene

Der Begriff der Innovation und der sozialen Innovation im Besonderen kennt zahlreiche Beschreibungen und wird in unterschiedlichen Kontexten verwendet. Hier soll einleitend besonders der Kerngehalt sozialer Innovation hervorgehoben werden, der von der Annahme ausgeht, dass sich hinter „innovativ“ mehr verbirgt als lediglich die Charakterisierung einer Aktion oder Dienstleistung als „neu“. Innovation ist mehr als nur neu, sie löst idealerweise einen „Aha-Effekt“ aus und entsteht in drei Schritten, der Invention, der eigentlichen Innovation und der Diffusion (u. a. Diakonie Deutschland 2016, S. 31).
Thomas Eisenreich, Stephanie Scholz

Kapitel 11. Zur Relevanz und „Relevierung“ von Wissen im Innovationsprozess

Fasst man „Organisation“ zunächst in einem allgemeinen systemtheoretischen Verständnis als Ordnungs- und Musterbildung, so wird deutlich, dass (Selbst-) Organisation auf der einen Seite und destabilisierende, disruptive Entwicklungen (also Musterveränderungen, die ein dominantes Muster brechen und zu Ordnungs-Ordnungs-Übergängen führen) auf der anderen Seite Prozesse einer Systementwicklung sind, die sich nicht zum gleichen Zeitpunkt am gleichen Ort ereignen. Diese Betrachtung kann nicht 1:1 auf das Verhältnis von Organisation als spezifischem sozialem Gebilde in der modernen Gesellschaft und Innovation als erfolgreicher Neuerung (im Bereich des Angebots, der Interventionsmethoden, der Organisationsformen etc.) übertragen werden. Die systemtheoretische Perspektive kann aber als ein erster Hinweis dienen, dass die typischen, kontinuitätssichernden und steuernden Funktionen einer Organisation in latentem Widerspruch zum Innovationsphänomen stehen.
Matthias Hüttemann, Maria Solèr

Kapitel 12. Steuerung und Gestaltung von Innovationsprozessen

Ist es überhaupt möglich, Innovationen zu steuern und zu gestalten? Während Planung und Steuerung bedeutet, auf der Basis von möglichst früh und umfassend vorhandenen Informationen und deren Analyse Handlungsschritte gedanklich vorwegzunehmen und die Erreichung eines Ziels anzustreben, steht die Gestaltung von Innovation in hohem Maß für Kreativität, Offenheit und ein agiles Denken in flexiblen Szenarien. Die Steuerung und Gestaltung von Innovationsprozessen gleicht deshalb einem Eiertanz, dessen Rhythmus von einem analytisch-planenden Zugang und einer kontextbezogenen Flexibilität (Brown und Waterhouse, S. 109) bestimmt wird. Da Innovation in diesem Sinn eher ein suchender als ein linearer Prozess ist, wird im Folgenden vorzugsweise von der „Gestaltung von Innovationsprozessen“ statt von „Innovationsmanagement“ die Rede sein.
Anne Parpan-Blaser

Kapitel 13. Wirkung und Wirkungsmessung von Innovationen in Organisationen des Sozialwesens

Das Thema Wirkungsmessung bzw. Wirkungsanalyse wird in unterschiedlichen Kontexten seit geraumer Zeit diskutiert – sei es in der Evaluationsforschung, im Bereich des Rechnungswesens, der Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfung, der Forschung zu Non-Profit-Organisationen und Organisationen des Sozialwesens, im Zusammenhang mit sozialem Unternehmertum oder hinsichtlich des Themas Corporate Social Responsibility (CSR) bzw. Unternehmensethik (Schober und Rauscher 2014). Die im Laufe der Zeit entwickelten und nunmehr verfügbaren Ansätze sind mehr oder weniger elaboriert und unterscheiden sich in Inhalt und Ausrichtung zum Teil wesentlich.
Konstantin Kehl, Volker Then, Olivia Rauscher, Christian Schober

Kapitel 14. Skalierung und Verbreitung sozialer Innovationen

Wir gehen davon aus, dass soziale Innovationen Reaktionen auf ungelöste Probleme sind, auf unbefriedigende Lösungen sozialer Probleme und ungestillte Bedürfnisse von Individuen. Diese entstehen zum Teil aus Veränderungen in der Gesellschaft oder in ihrer Umwelt, häufig auch in Reaktion auf veränderte normative Erwartungen oder neuen Vorstellungen vom guten Leben. Diejenigen, denen soziale Innovationen zu Gute kommen sollen, gehören dabei zu ganz unterschiedlichen Teilen der Bevölkerung.
Georg Mildenberger, Björn Schmitz

Kapitel 15. Kommunikation in Innovationsprozessen

Kommunikation im Kontext von Innovationsprozessen ist unbestritten von größter Relevanz und wird dennoch häufig unterschätzt oder in ihrer Rolle und Bedeutung gar fehlinterpretiert. Diese Tatsache spiegelt ein schwer fassbares Phänomen besonders im sozialen Sektor wider, der bis heute an vielen Stellen ein verkrampftes oder zumindest ambivalentes Verhältnis zu seiner „Öffentlichkeitsarbeit“ aufweist. Warum das so ist, wird in diesem Beitrag gestreift. Der klare Fokus jedoch gilt den Chancen und Möglichkeiten, die in einem professionellen und ausgereiften Kommunikationsmanagement in Zusammenhang mit Innovationen in Unternehmen des Sozialwesens liegen.
Ulrike Posch

Backmatter

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