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2024 | Buch

Gesundheitsbetriebslehre

Praxishandbuch betriebswirtschaftlicher Grundlagen für Gesundheitseinrichtungen

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Über dieses Buch

Mit Hilfe dieses Buches verschaffen sich Angehörige der Heilberufe (Ärzte, Heilpraktiker, Pflegekräfte, Krankenhausmitarbeiter usw.) schnell das betriebswirtschaftliche Hintergrundwissen, das für die Ausübung ihrer Berufe erforderlich ist. Eine zusammenfassende Betriebswirtschaftslehre für das Gesundheitswesen existiert bislang noch nicht. Aufgrund der steigenden Probleme, der zahlreichen Reformversuche und der demografischen Entwicklung wird sie jedoch über die nächsten Jahre hinaus an Bedeutung gewinnen. Andreas Frodl versteht es aufgrund seiner umfangreichen Erfahrung, Medizinern die für sie eher fremde Ökonomie erfolgreich nahezubringen. Auf den Gesundheitsmarkt bezogen, macht er die wesentlichen betriebswirtschaftlichen Teildisziplinen (Management, Finanzwesen, Marketing, Personalwesen, Organisation, Logistik, Rechnungswesen) verständlich. Neben aktualisierten Inhalten gibt die Neu-auflage der Gesundheitsbetriebslehre auch so gut wie möglich einen Überblick über den Stand vonLehre und Forschung der Betriebswirtschaft im Gesundheitswesen wieder.
Die dritte Auflage wurde umfassend aktualisiert und um einige Abschnitte zu den Themen Compliance, kritische Infrastruktur und Nachhaltigkeit ergänzt.
Der AutorDipl.-Kfm. Dr. rer. pol. Andreas Frodl, Wirtschaftswissenschaftler, Autor zahlreicher Fachbücher für das Management von Gesundheitsbetrieben, Führungsfunktionen in Verwaltung, Logistik, Organisation und Weiterbildung verschiedener öffentlicher Einrichtungen, langjähriger Lehrbeauftragter an der FH München und der Hamburger Fern-Hochschule, Mitglied der Prüfungskommission der Bundeswirtschaftsprüferkammer.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter
Kapitel 1. Einleitung
Zusammenfassung
Ähnlich wie beispielsweise die Industriebetriebslehre, Handelsbetriebslehre oder Bankbetriebslehre befasst sich die Gesundheitsbetriebslehre mit einer speziellen Betriebsart, den Gesundheitsbetrieben. Ausgehend von dem System der Wissenschaften, das sich in Formal- und Realwissenschaften unterteilen lässt, ist sie somit bei den Realwissenschaften angesiedelt, da sie über Eigenschaften von Gesundheitsbetrieben als reale Objekte oder über reale betriebliche Sachverhalte im Gesundheitswesen informiert. Indem sie auch das menschliche Verhalten in Gesundheitsbetrieben analysiert und das betriebliche Geschehen durch Interessen und Verhaltensweisen der dortigen Mitarbeiter stark beeinflusst wird, sind die Sozialwissenschaften innerhalb der Realwissenschaften ein Bereich, dem sich die Gesundheitsbetriebslehre wiederum zuordnen lässt.
Andreas Frodl
Kapitel 2. Rahmenbedingungen
Zusammenfassung
Der Gesundheitsbetrieb ist in das deutsche Gesundheitssystem integriert, welches die Beziehungen im Gesundheitswesen zwischen dem Staat, den Kostenträgern, den Leistungserbringern, den versicherten Patienten und anderen, ihren Verbänden und ihren Selbsthilfeorganisationen sowie sonstigen im Gesundheitswesen tätigen eingebundenen Gruppierungen regelt. Die Rechtsgebiete, die über die allgemeinen betrieblichen Rechtsgrundlagen hinaus spezielle Rahmenbedingungen für den Gesundheitsbetrieb darstellen, betreffen insbesondere die betriebliche Organisation, die Betriebsangehörigen, die betriebliche Leistungserstellung, die Gebühren – und damit die Situation der Einnahmenerzielung – sowie die Patienten. Die Behandlung ethischer Fragen im Gesundheitsbetrieb bezieht sich zum einen auf die betriebliche Ethik im Sinne einer Unternehmens- und Wirtschaftsethik und zum anderen auf die konkreten Problemstellungen, die sich in Zusammenhang mit der Aufgabenwahrnehmung im Gesundheitswesen ergeben.
Andreas Frodl
Kapitel 3. Betriebsführung
Zusammenfassung
Ausgehend von strategischen Erfolgspotenzialen, die überragende, wichtige Eigenschaften des Gesundheitsbetriebs darstellen und mit denen er sich auch dauerhaft von vergleichbaren Einrichtungen abgrenzen kann, ist das längerfristig ausgerichtete, planvolle Anstreben der strategischen Ziele zu planen. Die Planung in Gesundheitsbetrieben ist eine wichtige Aufgabe, die unterschiedlichste Planungsbereiche umfasst: Sie reicht von der betrieblichen Finanzplanung im Finanzwesen, über die Planung der Leistungserstellungsprozesse (Behandlungsplanung, Belegungsplanung, Therapieplanerstellung, Erstellung von Hygieneplänen, Schichteinsatzplan etc.) bis hin zur Strategischen Planung des gesamten Gesundheitsbetriebs. Die Entscheidung zählt zusammen mit der Planung, der Zielsetzung, der Information, der Kontrolle u. a. zu den übergeordneten Prozessen (Meta-Prozessen) des Gesundheitsbetriebs. Ihre Bedeutung ist jedoch im Vergleich zu beispielsweise produzierenden Betrieben weitaus größer, da sich ihre Konsequenzen oft unmittelbar auf das leibliche Wohl der Patienten auswirken. Für die Mitarbeitendenführung gilt: Wie in kaum einem anderen Dienstleistungsbereich machen die Mitarbeitende einen wesentlichen Teil der Leistungsfähigkeit eines Gesundheitsbetriebs aus. Sie stellen das entscheidende Potenzial für die Bewältigung der hohen Anforderungen im heutigen und zukünftigen Gesundheitswesen dar. Aufgabe der Personalbereitstellung in Gesundheitsbetrieben ist es, geeignete Mitarbeitende in der benötigten Anzahl und zum richtigen Zeitpunkt einzusetzen. Die Vielfalt der Ausbildungsmöglichkeiten im Gesundheitswesen ist im Vergleich zu den meisten anderen Dienstleistungsbereichen besonders groß. Im Mittelpunkt der Weiterbildung im Gesundheitsbetrieb steht die Verbesserung der persönlichen und fachlichen Qualifikation der Mitarbeiter. Die erfolgreiche wirtschaftliche Steuerung eines Gesundheitsbetriebes zwingt dazu, sich Ziele zu setzen, sie als Leistungsanreize vorzugeben und ihr Erreichen zu kontrollieren, da ohne ein Controlling der Einhaltung dieser Vorgabewerte die Planung wirkungslos ist. Die Einrichtung eines Risikomanagements im Gesundheitsbetrieb wird in Gesetzen sowie von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und Haftpflichtversicherungen gefordert. Es handelt sich dabei um die systematische Erfassung und Bewertung von Risiken im Gesundheitsbetrieb, sowie deren Steuerung und möglichste Vermeidung durch geeignete Präventionsmaßnahmen.
Andreas Frodl
Kapitel 4. Betriebsorganisation
Zusammenfassung
Neben externen Ordnungsfaktoren, wie beispielsweise Gesetze, Verordnungen und Bestimmungen, benötigt ein Gesundheitsbetrieb wie jedes System, in dem Menschen arbeiten, um Leistungen zu erstellen, eine interne Ordnung der einzelnen Arbeitsabläufe sowie Regeln, die die tägliche Arbeit bestimmen. Die der Aufbauorganisation kommt durch die Zusammenfassung von mehreren Stellen zu hierarchischen Einheiten zustande. Bei der Prozessmodellierung im Gesundheitsbetrieb geht es um die grafische Darstellung der Abläufe, mit den Zielen, die Prozesse zu dokumentieren und Kenntnisse über sie zu erlangen, gleichzeitig aber auch, um neue Organisationsstrukturen einzuführen, Abläufe umzugestalten oder zu straffen und organisatorische Veränderungen zu begleiten. Eine Möglichkeit, die optimale Abfolge und Terminierung der wichtigsten Interventionen zu erreichen, ist die Festlegung klinischer Behandlungspfade. Die Hygieneorganisation nimmt im Gesundheitsbetrieb einen hohen Stellenwert ein, denn hygienegerechtes Arbeiten ist eine wichtige Form der Gesundheitsvorsorge nicht nur für die Patienten, sondern auch für die Mitarbeitenden.
Andreas Frodl
Kapitel 5. Betriebliche Leistungserstellung
Zusammenfassung
Einerseits lässt sich die Leistungserstellung im Gesundheitsbetrieb als eine Phase des betrieblichen Prozesses definieren, die zwischen der Beschaffung der Einsatzfaktoren und der Absatzwirtschaft angesiedelt ist, andererseits stellt die Leistungserstellung wie jedes betriebliche Geschehen einen Faktorkombinationsprozess dar, bei dem die Einsatzfaktoren zum Zwecke der Leistungserstellung miteinander kombiniert werden. Leistungserstellungsfunktionen im Gesundheitsbetrieb weisen eine hohe Individualität auf, weswegen sich die Aufstellung einer mathematisch formulierten Input-Output-Beziehung, vergleichbar einer Produktionsfunktion, als schwierig erweist. Die Gestaltung medizinischer Leistungen des Gesundheitsbetriebs basiert weitestgehend auf den Erkenntnissen des Patientenmarktes und dem Entwicklungsstand in der medizinischen Forschung. Mit Normierung und Standardisierung bei der medizinischen Leistungserststellung im Gesundheitsbetrieb wird versucht, Beiträge zur Qualitätsverbesserung von Behandlungen, Erhöhung der Patientensicherheit, Verringerung von Über- und Unterversorgung im Gesundheitssystem und zur Gesundheitsökonomie zu leisten. Die Leistungserstellung von Gesundheitsbetrieben ist in der Regel mit dem Einsatz von medizinischem Verbrauchsmaterial verbunden. Der Materialbestandsführung kommt im Gesundheitsbetrieb eine wichtige Aufgabe zu. Nach einem bekannten Grundsatz in der Logistik muss das richtige medizinische Material, in der richtigen Art und Menge, zum richtigen Zeitpunkt, am richtigen Ort, in der richtigen Qualität bereitstehen. Die Entsorgung von Verbrauchsmaterialien in Gesundheitsbetrieben variiert entsprechend dem Einsatzzweck der Materialien, ihrer Umweltbelastung, Zusammensetzung und ihrem Zustand erheblich, was sich auf die Art und Weise der Entsorgung auswirkt. Die Betriebsmittel eines Gesundheitsbetriebs setzen sich aus der gesamten medizintechnischen Ausstattung zusammen, die für die betriebliche Leistungserstellung benötigt wird, und übernehmen Hilfs-, Schutz- und Ersatzfunktionen menschlicher medizinischer und pflegerischer Arbeit. Ein systematisches medizinisches Qualitätsmanagement hilft dem Gesundheitsbetrieb, die Qualität der Behandlungsleistungen permanent zu verbessern und zu sichern. Es besteht aus der Planung und Verwirklichung aller Maßnahmen, die notwendig sind, die Leistungen des Gesundheitsbetriebs und deren Entstehung so zu gestalten, dass die Patientenbedürfnisse erfüllt werden.
Andreas Frodl
Kapitel 6. Betriebliche Absatzwirtschaft
Zusammenfassung
Durch das Marketing, der marktbezogenen Führung eines Gesundheitsbetriebs, besteht die Möglichkeit, die Bedürfnisse der Patienten besser verstehen zu lernen, um hierauf aufbauend bessere Behandlungs-, Therapie- und Beratungsleistungen entwickeln zu können und damit eine höhere Patientenzufriedenheit zu erzielen. Die Patientenkommunikation des Gesundheitsbetriebs umfasst die planmäßige Gestaltung und Übermittlung der auf den Patientenmarkt gerichteten Informationen, mit dem Zweck, die Meinungen, Einstellungen und Verhaltensweisen der Patientenzielgruppe im Sinne der Zielsetzung des Gesundheitsbetriebs zu beeinflussen. Die Gestaltung von Behandlungsleistungen ist von zentraler Bedeutung für die Stellung des Gesundheitsbetriebs im Wettbewerb, denn ihr obliegt die zweckmäßige, attraktive Gestaltung des Behandlungsangebots.
Andreas Frodl
Kapitel 7. Betriebsfinanzierung
Zusammenfassung
Der Gesundheitsbetrieb muss seinen fälligen kurz-, mittel- oder langfristigen Verbindlichkeiten möglichst jederzeit, uneingeschränkt und fristgerecht nachkommen können, damit ein Liquiditätsmangel nicht zur Zahlungsunfähigkeit führt bzw. die Ursache für eine Insolvenz darstellt. Die Liquiditätskontrolle hat zur Aufgabe, einen Abgleich zwischen den Liquiditätsplanwerten des Gesundheitsbetriebs und den Istwerten durchzuführen, bei Abweichungen Maßnahmen auszulösen, die eine finanzielle Schieflage vermeiden und die Ursachen der Abweichungen zu ergründen. Die Finanzierung im Gesundheitsbetrieb beinhaltet die Beschaffung und Rückzahlung der finanziellen Mittel, die für betriebliche Investitionen notwendig sind. Nach der Mittelherkunft und der Funktion der Mittelgebenden lässt sie sich in externe und interne bzw. Eigen- und Fremdfinanzierung unterscheiden.
Andreas Frodl
Kapitel 8. Betriebliches Informationswesen
Zusammenfassung
Die Kosten- und Leistungsrechnung des Gesundheitsbetriebs dient nicht nur der Informationsbereitstellung für die kurzfristige Planung der Kosten sowie deren Kontrolle anhand von Ist-Daten, sondern auch zur Erfassung und Planung der Erlössituation. Das Rechnungswesen des Gesundheitsbetriebs erfasst dessen Geld- und Leistungsströme zahlenmäßig, lückenlos, vergangenheits- bzw. zukunftsorientiert und liefert sowohl intern nutzbare, quantitative Informationen für die Steuerung des Gesundheitsbetriebs, als insbesondere auch Informationen, um gegenüber Außenstehenden, wie den Kostenträgern im Gesundheitswesen, Eigentümern, Banken, Finanzbehörden etc. Rechenschaft ablegen zu können. Der Gesundheitsbetrieb ist zugleich Nutzer von E-Health-Anwendungen, als auch Bestandteil von E-Health-Netzwerken und Prozessen. Beispielsweise lassen sich die Anwendungsgebiete des E-Health in behandlungsorientiertes, informations- und ausbildungsorientiertes sowie forschungsorientiertes E-Health einteilen. In Gesundheitsbetrieben kommen häufig informations- und kommunikationstechnische Systeme zum Einsatz, die unter den Oberbegriffen Heim-Software, Praxisverwaltungssystem (PVS) oder Krankenhausinformationssystem (KIS) zusammengefasst werden. Sie verwalten zum einen Identifikationsdaten, Versicherungsdaten, Leistungsdaten sowie medizinische Daten über die Patienten, aber auch Daten über das eigene Personal sowie Daten über die von der jeweiligen Person vorgenommenen medizinischen und pflegerischen Maßnahmen. Die Folgen von Schäden im Bereich der Informations- und Datensicherheit im Gesundheitsbetrieb können erhebliche Ausmaße annehmen, die zu finanziellen Einbußen, Vertrauensverlust bei Patienten, Schadensersatzansprüche oder gar zu Behandlungsfehlern oder Fehlmedikamentationen führen.
Andreas Frodl
Backmatter
Metadaten
Titel
Gesundheitsbetriebslehre
verfasst von
Andreas Frodl
Copyright-Jahr
2024
Electronic ISBN
978-3-658-44206-4
Print ISBN
978-3-658-44205-7
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-44206-4

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