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19.11.2021 | Gesundheitsmanagement | Gastbeitrag | Onlineartikel

Mentale Mitarbeitergesundheit ist kein Tabuthema mehr

Autor:
Jolita Gurskytė
3:30 Min. Lesedauer

Weniger soziale Interaktion, fehlender persönlicher Kontakt mit Kollegen und hybrides Arbeiten belasten die Psyche in der Pandemie zusätzlich. Allmählich wird das Thema offener angesprochen. Immer mehr Unternehmen reagieren und unterstützen ihre Mitarbeiter.

Deloitte hat mit einem Mental-Health-Report wichtige Pionierarbeit geleistet. Der Bericht verdeutlicht, wie wichtig es für Unternehmen ist, sich mit der psychischen Gesundheit der Mitarbeitenden zu befassen: Nur mit Aufklärung und stetigem Diskurs, lässt sich eine gesunde Unternehmenskultur herbeiführen.

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Psychische Gesundheit bei der Arbeit

Gefährdungsbeurteilung und Betriebliches Gesundheitsmanagement

Das Buch schlägt die Brücke zwischen Theorie und Praxis. Es klärt die wichtigsten Begriffe rund um das Thema psychische Belastung und geht auf die bestehenden gesetzlichen Verpflichtungen und Aufgabenverteilung ein. 

Betriebe brauchen dafür neue Strategien, um bei Stress und Überforderung eine Stütze für ihre Angestellten zu sein. Keine leichte Aufgabe, denn die psychische Gesundheit jeder Person ist individuell. Dennoch gilt es, eine Wellbeing-Strategie zu etablieren, um Mitarbeitenden unter die Arme zu greifen. Das Ziel: ein gesundes und inklusives Arbeitsumfeld zu schaffen, das auch nach Corona beständig bleibt. Und zwar sowohl aus moralischen als auch aus unternehmerischen Beweggründen. Menschen, die sich wohlfühlen, glücklich und zufrieden sind, arbeiten deutlich produktiver. Folgende drei Punkte, haben sich besonders bewährt, um als Unternehmen für die  Mitarbeitenden da zu sein.

Resilienz: neue Routinen finden

Als berufstätige Menschen laufen wir permanent Gefahr, aus unserer Performance-Zone in die Survival Zone und schlussendlich in die Burnout-Zone zu rutschen. Die Pandemie hat diesen Zyklus nochmal verschärft. Routinen, die uns vor dem ersten Lockdown geholfen haben, Stress zu bewältigen, müssen wir erst wieder neu erlernen. Ansonsten drohen wir, in den Teufelskreis reinzurutschen, der fast unausweichlich zum Burnout führt. Entscheidend für Wellbeing am Arbeitsplatz ist es, statt in den Survival Modus zu rutschen Menschen in den Renewal-Modus zu gelangen. Wir resetten sozusagen einmal kurz unser neuronales und emotionales Setting.

Doch genau dafür gibt es kein Standardrezept. Jeder Mensch muss selbst für sich herausfinden, welche Routinen emotional gut tun und die Resilienz fördern. Ob Fahrradfahren oder Sport am Abend – das Wichtigste ist, dass diese Aktivitäten den Personen helfen, Energie zu gewinnen beziehungsweise diese nicht zu verlieren, und dass sie positive Gefühle hervorrufen. Unternehmen sollten in Mental Health-Workshops Angestellten beibringen, wie sie am besten emotionalen, mentalen und arbeitsbedingtem Stress ausbalancieren.

Communication is a key: Direkte Kommunikation fördern

Direkte Kommunikation unter den Teammitgliedern ist das beste Mittel, um Unstimmigkeiten und Meinungsverschiedenheiten vorzubeugen. Auch nach der Pandemie wird ein großer Teil der zwischenmenschlichen Kommunikation auf Online-Kanälen stattfinden. Dabei geht jedoch die entsprechende Mimik und Intonation verloren. Es kommt somit häufiger zu Missverständnissen: Die Kommunizierenden missinterpretieren Inhalte online öfter als von Angesicht zu Angesicht. Regelmäßige Video-Calls zwischen zwei Personen oder in Kleingruppen, in denen Probleme offen angesprochen werden können, helfen dabei Ungereimtheiten aus dem Weg zu räumen und stärken das Teamgefühl.

Psychologische Unterstützung im digitalen Zeitalter

Laut des Psychreports der DAK-Gesundheit gab es noch nie so viele Fehltage im Job aufgrund psychischer Erkrankungen wie in 2020.  Unternehmen stehen vor der Aufgabe, Burnouts, Stress und Angstzuständen am Arbeitsplatz entgegenzuwirken. So lohnt es sich, unterstützende Apps im Betrieb zu implementieren. Mit digitalen Anwendungen können Angestellte ein Emotionstagebuch führen und so ihre Stimmungen und Gefühle tracken. Sie erhalten außerdem die Möglichkeit, Video-Therapiestunden mit verifiziertem Fachpersonal zu führen.

Doch nicht nur die Nutzer dieser App profitieren von diesen Anwendungen, auch das Unternehmen bekommt wichtige Insights. Die anonymisierten Daten, bestehend aus getrackten Stimmungen und Energielevels an verschiedenen Tagen der Woche, helfen die Arbeitsweise, oder Strategien auf die Bedürfnisse der Angestellten anzupassen. 

Fazit: Freiwillige Optionen für Angestellte schaffen ein neues Arbeitsklima. Wichtig ist, dass alle Maßnahmen die Unternehmen auf dem Weg zu einer funktionierenden Wellbeing-Strategie einführen, auf freiwilliger Basis bestehen. Wertschätzung, Support, Verständnis und ein gutes Gefühl während der Arbeit sind die Basics für eine inklusive Arbeitsatmosphäre. Der Grundstein für diese neue inklusive Arbeitswelt wurde gelegt – und es wird sich für Menschen und Unternehmen gleichermaßen auszahlen.

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