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15.08.2016 | Gesundheitsmanagement | Im Fokus | Onlineartikel

Gesundheitsmanagement in kleineren und mittleren Unternehmen

Autor:
Anja Wilhelm

Die Herausforderungen für das betriebliche Gesundheitsmanagement sind groß: Die Zahl der psychischen Erkrankungen steigt alarmierend und der demographische Wandel schlägt zu. Den Fachkräftemangel bekommen vor allem die kleineren Unternehmen zu spüren.

Laut einer Studie des Statistischen Bundesamts arbeiten 60 Prozent der Beschäftigten in einem kleinen oder mittleren Unternehmen (KMU). Doch das Thema Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) wird in der Regel den großen Konzernen überlassen. Zu Unrecht, gibt es doch wichtige Gründe, warum kleine und mittlere Unternehmen sich sehr wohl darum kümmern sollten, wenn Sie im Wettbewerb um gute Arbeitskräfte mithalten möchten.

Natürlich müssen dazu die BGM-Konzepte, die häufig auf die personellen und finanziellen Ressourcen von Konzernen zugeschnitten sind, an die Bedürfnisse und Möglichkeiten von KMUs angepasst werden. 

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Warum lohnt sich BGM?

Durch ein Betriebliches Gesundheitsmanagement sinken Krankheitskosten. Außerdem bringen gesunde Mitarbeiter mehr Leistung. Dass Betriebliches Gesundheitsmanagement auch gegen Fachkräftemangel helfen kann, der ja die kleinen und mittleren Unternehmen besonders hart trifft, gerät schnell in Vergessenheit.

Laut einer Studie der TU München aus dem Jahr 2012 sehen immerhin 69 Prozent der Unternehmen, dass sich ein Betriebliches Gesundheitsmanagement positiv auf die Attraktivität ihres Unternehmens auswirkt. Dazu kommen die veränderten Werte der jungen Generation Y, dessen Stellenwert der Gesundheit sich im Vergleich zu früheren Generationen deutlich erhöht hat. Das Thema Work-Life-Balance ist für diese Jungen, um die die Arbeitgeber jetzt buhlen, eine Selbstverständlichkeit. Weitere Vorteile von betrieblichem Gesundheitsmanagement:

  • Die Mitarbeiter sind motivierter und leistungsbereiter
  • Die Produktivität und die Qualität steigt
  • Die Fluktuationsrate sinkt
  • Die Krankheitskosten sinken
  • Die Wettbewerbsfähigkeit steigt
  • Die Unternehmensattraktivität steigt

Fördermöglichkeiten für KMUs

Förderinstitution Fördermöglichkeiten
Unternehmenswert Mensch Dies ist eine Fördermöglichkeit, durch die Unternehmen bis zu einer Größe von 250 Mitarbeitern gefördert werden können. Eigens für dieses Programm zertifizierte Prozessberater und Prozessberaterinnen stehen in verschiedenen Bereichen der Personal und Organisationsentwicklung zur Verfügung – unter anderem im Bereich Gesundheit.
Bafa-Förderung Im Rahmen der Förderung unternehmerischen Know-hows (laut der neuen Beratungsleistungsrichtlinien vom Januar 2016) kann auch eine Beratungsleistung zum Thema BGM gefördert werden.
Steuerliche Vorteile 500 Euro kann ein Unternehmen pro Mitarbeiter und Jahr lohnsteuerfrei für Maßnahmen der Gesundheitsförderung investieren in den Bereichen Bewegungsprogramme, Ernährungsangebote, Suchtprävention, Stressbewältigung, Präventionsgesetz


Seit Sommer 2015 ist das neue Präventionsgesetz nun in Kraft und die Krankenkassen haben noch volle Fördertöpfe. Das Interesse der Krankenkassen zur Förderung ist groß. Zum einen tragen sie einen erheblichen Teil der Krankenkosten – von den Therapien über die Lohnfortzahlung – zum anderen müssen alle nicht ausgeschöpften Mittel an den Bund der Krankenkassen zurückgegeben werden.

Personelle Ressourcen

Für viele KMUs ist es schwierig, Personal für Maßnahmen freizustellen. Das muss auch nicht im großen Stil sein.

  • Es gibt Maßnahmen wie Bewegungsprogramme, Ernährungsberatung, gesünderes Kantinenessen, Entspannungskurse oder auch Coachings zur Stressbewältigung und Burnoutprophylaxe, die keine großen personellen Ressourcen binden.
  • Für Führungskräftetrainings und Mitarbeitertrainings zu den Themen gesunde Führung, Mobbing, Teamarbeit, Kommunikation können flexible Formate verwendet werden, die keine ganze Abteilung oder Führungsriege lahm legen.
  • Gute Erfahrungen machen KMUs, die sich regional mit anderen KMUs zusammenschließen und Maßnahmen gemeinsam durchführen oder auch Konditionen für Bewegungsprogramme oder das Kantinencatering gemeinsam festlegen.

Gerade in KMUs gilt: Die Geschäftsführung ist Vorbild – auch und gerade im Umgang mit Gesundheit und Leistungsgrenzen. Was in großen Unternehmen als Unternehmenskultur in vielen Facetten sichtbar wird, wird hier oft durch ein paar wenige Menschen gesund erlebt.

Das Thema BGM ist also auch für kleinere und mittlere Unternehmen sowohl personell als auch finanziell machbar – und vor allem ist es sehr wichtig, wenn die Unternehmen auch in Zukunft wettbewerbsfähig und attraktiv bleiben wollen. 

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

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Partizipatives betriebliches Gesundheitsmanagement

Über die Vorteile der Mitbestimmung bei der Förderung betrieblicher Gesundheit
Quelle:
CSR und gesunde Führung

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