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So werden Führungskräfte zu Vorbildern im Arbeitsschutz

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Arbeitsschutz sollte in jedem Unternehmen eine zentrale Rolle spielen. Dabei stehen insbesondere Führungskräfte in der Verantwortung. Sie müssen Vorbild sein und können Mitarbeitende zu mehr Sicherheit am Arbeitsplatz motivieren.

Hoch oben zu arbeiten, beschert Beschäftigten tolle Ausblicke. Allerdings müssen gerade hier Arbeits- und Gesundheitsschutz stimmen.


Nach Angaben der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) wurden vergangenes Jahr 393.729 Arbeitsunfälle verzeichnet. Im Vergleich zum Vorjahr stieg diese Zahl somit um 0,2 Prozent. Dabei wird eines deutlich: Auch wenn Arbeitsschutz in der heutigen Berufswelt einen wichtigen Grundpfeiler bildet, können Unfälle nicht vollständig vermieden werden. Das liegt unter anderem daran, dass Fehler menschlich sind. 

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Damit der Arbeitsplatz trotzdem ein Ort ist, an dem sich alle Arbeitnehmenden wohl und sicher fühlen, müssen Führungskräfte aktiv werden. Schließlich nehmen sie beim Arbeitsschutz die zentrale Rolle ein. Während den meisten Berufstätigen jedoch bewusst ist, dass ein Unternehmen zu ausreichend Schutzmaßnahmen im Arbeitsumfeld verpflichtet ist, wissen nur wenige, dass auch Führungskräfte für einen sicheren Arbeitsplatz Verantwortung tragen.

Das legt § 13 des Arbeitsschutzgesetzes fest. In diesem Sinne steht die Geschäftsführung in der Pflicht, wenn es um die Umsetzung aller wichtigen Arbeitsschutzmaßnahmen geht. Das ist auch der Fall, wenn sie die Aufgaben für den Arbeitsschutz an eine andere Person im Unternehmen, etwa eine Fachkraft für Arbeitssicherheit, übertragen hat.

Pflichten einer Führungskraft beim Arbeitsschutz

Die Zuständigkeiten der Führungskräfte reichen von der Beurteilung potenzieller Gefahrenquellen im Unternehmen über die Unterweisung von Mitarbeitenden in Hinblick auf die betrieblichen Arbeitsschutzmaßnahmen bis hin zur Dokumentation von Unfällen. Wichtig ist hierbei, dass all diese Aufgaben in der Regel nicht von einer einzigen Person getragen werden. 

Führungskräfte teilen sich die jeweiligen Funktionen untereinander auf und können sie gegebenenfalls auch delegieren, sodass eine Hierarchie von Arbeitsschutzverantwortlichen entsteht. Die Verantwortung bleibt jedoch auch nach der Aufgabenverteilung bestehen. Diese sollten Führungskräfte unbedingt ernst nehmen, denn Missachtungen können teuer werden oder im schlimmsten Fall sogar zu einer Gefängnisstrafe führen – beispielsweise wenn es im Arbeitsumfeld aufgrund von fehlenden Schutzmaßnahmen zum Tod von Mitarbeitenden kommt. 

Bei Arbeitssicherheit übernehmen alle Verantwortung

Auch, wenn Führungskräfte für den Arbeitsschutz essentiell sind, so kann die Sicherheit am Arbeitsplatz nicht alleine auf ihren Schultern lasten. Deshalb sollte jede Arbeitskraft im Unternehmen ihren Beitrag leisten. Damit Mitarbeitende dazu motiviert werden, können Führungskräfte ausgewählten Personen Sonderfunktionen zuteilen. Mitarbeitende, die Arbeitsschutzmaßnahmen ausführen, werden so zu Vorbildern und unterstützen ihr Team. 

Interne Anerkennung kann aber auch spielerisch erreicht werden. Wenn beispielsweise regelmäßig Sicherheitsübungen durchgeführt werden, bleiben sie in der Regel im Gedächtnis. Schließlich machen die Übungen Spaß, wenn sie mit Spielen, positiven Erinnerungen oder lustigen Aktionen verbunden sind. Möglich ist natürlich auch, dass Unternehmen eine Art Belohnungssystem einführen, etwa für die Abteilung, die bei den Übungen den besten Teamzusammenhalt zeigt. Hier dürfen Führungskräfte ruhig etwas kreativ sein, um die Mitarbeitenden zu motivieren.

Sicherheitstrainings regelmäßig wiederholen

Neben den Sicherheitstrainings müssen auch Unterweisungen wiederholt werden, denn Menschen neigen dazu, Dinge zu vergessen, die sie nicht kontinuierlich üben. Stress und gegebenenfalls Angst können im Ernstfall blockieren, sodass das Gelernte nicht abrufbar ist. Deshalb gilt: Je kontinuierlicher geübt wird, desto besser sind alle auf eine echte Gefahrensituation vorbereitet.

Wie oft eine Übung wiederholt werden sollte, kommt dabei darauf an, wie komplex die eingeübte Situation ist. In Arbeitsumgebungen, bei denen ein sehr hohes Potenzial für Unfälle besteht, müssen die Übungen deutlich öfter durchgeführt werden als an weniger riskanten Arbeitsplätzen. Wenn Sicherheitsrichtlinien vom Gesetzgeber angepasst werden, müssen diese Neuerungen natürlich auch kurzfristig vermittelt und erlernt werden. 

Rahmenbedingungen für Arbeitsschutz schaffen

Damit Führungskräfte ihrer Rolle im Arbeitsschutz gerecht werden können, müssen sie stets über ihre Verpflichtungen informiert bleiben. Zudem muss ihnen das Management genügend zeitliche Ressourcen bereitstellen, um die Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz priorisieren und vorbildlich umsetzen zu können.

Generell gilt: Arbeitsschutz muss unternehmensweit gelebt werden. Es gibt diesen schönen Spruch in Deutschland: "Wie der Herr, so's Gescherr!". Wenn die oberste Geschäftsführung mit schlechtem Beispiel vorangeht, warum sollten die ihr untergeordneten Führungskräfte dann ein besseres Vorbild abgeben?

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